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Kronacher CSU will Wohnungsbau forcieren

Der CSU-Ortsverband Kronach und die Stadtratsfraktion luden zum Fachgespräch "Wohnungsbau in Kronach". Der Handlungsbedarf ist unbestritten.
Sind mehrstöckige Häuser die Lösung? Die Kronacher CSU will beim Thema Wohnungsbau alle Ebenen beleuchten. Foto: Archiv/dpa
 
von HEIKE SCHÜLEIN
"Es brennt. Wir brauchen mehr Wohnraum in Kronach" - Dieses Resümee zog CSU-Fraktionsvorsitzender Jonas Geissler. Rund zwei Stunden lang hatten die Stadtratsfraktion sowie Vorstandsmitglieder des CSU-Ortsverbandes mit Vertretern von Wohnungsbauunternehmen, Immobilienvermittlern und sozialen Beratungsstellen die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt in Kronach erörtert sowie Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Das Ziel: die hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum decken.

Am Ende des Fachgesprächs stand die Erkenntnis, dass es "die" Lösung nicht geben wird. Gefragt sind neue und verschiedene Konzepte - für Menschen, die von einem schmalen Budget leben müssen ebenso wie für Familien auf der Suche nach einem Baugrundstück.

Laut der CSU-Ortsvorsitzenden Angela Hofmann werde ihre Partei seitens der Bevölkerung immer wieder mit der Thematik konfrontiert. "Die Ausgangssituation in Kronach ist wohl so, dass wir im mittleren und höheren Segment gute Angebote haben. Es gibt Eigentumswohnungen und es sind auch neue am Entstehen", freute sich Kronachs Zweite Bürgermeisterin. Leider fehle es aber an einfachen, kleineren Wohnungen wie auch an bezahlbaren Baugrundstücken für junge Familien. Die Stadt Kronach habe in den vergangenen zehn Jahren rund 1000 Einwohner verloren, teilweise auch durch Abwanderung in Nachbargemeinden. Bauplätze gebe es vereinzelt in Fischbach sowie etwa 50 in Privatbesitz in Kronach.

Von einem großen Bedarf an Bauplätzen und Wohnungen berichteten die Immobilienmakler der Sparkasse Kulmbach-Kronach, Thomas Rauh, sowie der Raiffeisen-Volksbank Kronach-Ludwigsstadt, Karin Eichhorn. Rauh sprach sich für die Ausweisung eines neuen Baugebiets aus und verwies dabei auf die Wohnungsbaupolitik von Nachbargemeinden wie Küps. "Das ist so etwas wie direkte Konkurrenz. Die fehlen uns hier in Kronach." Möglichkeiten für die Schaffung neuer Baugebiete sah er beispielsweise im Bereich Kehlgraben Richtung Ruppen, im Hellebardenweg oder auch oberhalb des Schwimmbads. Zugleich fehle billiger Wohnraum. "Das wurde in Kronach sträflich vernachlässigt", prangerte er an.

Eichhorn schloss sich dem an. Es sei sehr schwierig, insbesondere für "sehr einfache" Kunden, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Das Augenmerk richte sich vor allem auf das Zentrum von Kronach oder die Zentrumsnähe. Gefragt seien auch die Stadtteile Dörfles, Höfles, Neuses und Vogtendorf, weniger dagegen - begründet durch die Hanglage - Ziegelerden oder Gehülz. Bezüglich des angedachten Baugebiets am Kreuzberg berichtete Geissler von einem massiven Problem mit der Entwässerung.


Bauplätze in privater Hand

Wie Alexander Kleylein und Uwe Döring von der Oberfränkischen Baugenossenschaft eG ausführten, würde man gerne mehr bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen. Da sich aber die Bauplätze in privater Hand befänden, komme man nicht ran. Ein Problem stelle auch die Stellplatz-Satzung mit geforderten 1,7 Stellplätzen pro Einheit dar. Eventuell sollte man daher außerhalb Stellplätze schaffen.

"Wir haben in Kronach am Friesener Torweg und am Kaulanger massiv an Parkplätzen in der Innenstadt verloren. Wenn wir jetzt die einzige Stellschraube bei Neubauten auch noch wegnehmen, bekommen wir die Situation gar nicht mehr in den Griff", gab dagegen CSU-Stadtverbandsvorsitzender Bernd Liebhardt zu bedenken. Er forderte, dass die Stadt ihre durch Stellplätze erzielten Einnahmen für das Schaffen neuer Parkmöglichkeiten wie auch für die Sanierung bestehender Parkplätze verwende. Auch die Möglichkeit von Tiefparkplätzen sollte man bedenken.

Susanne Daum vom Sozialdienst Katholischer Frauen sowie Heinz Hausmann vom VdK Kronach forderten die Bereitstellung billigen Wohnraums. Für Hartz-IV-Empfänger herrschen laut Daum genaue Grenzen bezüglich Preis und Größe der Wohnungen, was in Kronach nicht zu finden sei.

"Die Leute wollen in Kronach bleiben", betonte Hausmann, der die ZBI (Zentral Boden Immobilien Gruppe) als Nachfolgerin der KWG (Kronacher Wohnungsbau-Gesellschaft) kritisierte. Die ZBI lege die Sanierungskosten voll um. "So kann ich mit den Leuten nicht umgehen", ärgerte er sich. Auch Liebhardt sprach sich für den Einstieg in einen neuen sozialen Wohnungsbau aus: intelligenter und - im Gegensatz zur KWG - auf Dauer ausgerichtet.

In den Bestand zu gehen, erachtete Döring als schwierig, insbesondere hinsichtlich der Barrierefreiheit. In der Regel sei ein Ersatzneubau wirtschaftlicher. Stadträtin Carin Bülling mahnte an, sich die Ausweisung eines neuen Baugebietes genau zu überlegen, zumal die Bevölkerung rückläufig sei. "Wenn wir neues Bauland erschließen, zahlt die Allgemeinheit den Unterhalt", gab sie zu bedenken.

Döring brach eine Lanze für den Bau von Geschosswohnungen, womit er bei Liebhardt offene Türen einrannte. "Wir werden um eine Bauverdichtung nicht herumkommen, weil wir faktisch immer weniger Grund haben. Leute, die einen Garten mit 500 Quadratmeter wollen, sollen in die Ortsteile ziehen", erklärte dieser. Leider werde der Geschossbau (mehrstöckige Bauweise) vom Bauausschuss blockiert.

Geissler dankte für die vielen neuen Denkansätze. Man müsse auf allen Ebenen denken. Die angesprochen Möglichkeiten für neues Bauland müssten genauestens erörtert und diskutiert werden. Deshalb regte Jonas Geissler eine Stadtrat-Klausursitzung an.
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