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Sanierung

Kirchturmspitze neu bekrönt

Auf dem Fischbacher Kirchturm sind Turmkugel, Kreuz und Wetterfahne nun in neuer Schönheit wieder am rechten Platz.
Reinhard Maier bringt das Kreuz mit dem Wetterhahn auf dem Kirchturm an.  Foto: Heike Schülein
 
von HEIKE SCHÜLEIN
Die Zuschauer recken an diesem kalten Dienstagnachmittag vom Fuß des Kirchturms aus ihre Hälse. Das, was sie - ihre Augen nach oben gerichtet - an dem Fischbacher Gotteshaus beobachten können, gibt es auch keineswegs alle Tage zu sehen: Die sanierte Turmbekrönung - bestehend aus dem neu gestrichenen Kreuz sowie der Kugel und Wetterfahne, beides neu vergoldet - wird auf den Turm gesetzt - und das in schwindelerregender Höhe von 37,5 Metern!
Angebracht wurde die Turmbekrönung von Reinhard Maier, Meister bei der Firma Bayreuther Turmuhren. Unterstützung "auf sicherem Boden" erhielt er dabei von den beiden Dachdeckern Mike Stauch und Niko Gehring von der Firma Dachdeckerei Gehring. In den an diesem strahlend blauen Himmel musste Maier jedoch alleine - und zwar mittels einer Arbeitsbühne. "Das ist eine wackelige Angelegenheit", räumt der Meister ein. Man habe es schon einige Tage vorher einmal mit einer großen, stabileren Lkw-Arbeitsbühne versucht. Aber der Boden sei zu feucht gewesen, nachdem es vorher geregnet hatte, so dass diese geradezu versunken sei. Maier musste sich mitsamt der - in einer Schutzhülle stoßfest verpackten - mit Blattgold neu vergoldeten Kugel im Personenkorb der Arbeitsbühne in luftige Höhen begeben - und zwar alleine, da die Tragkraft des Personenkorbs begrenzt ist. Verfolgt von vielen staunenden Augenpaaren brachte er die Kugel mitsamt ihrer Schutzhülle in erstaunlich kurzer Zeit sicher an. Unten "wartete" bereits das neu gestrichene schmiedeeiserne Kreuz mit dem neu vergoldeten Wetterhahn. Für die Segnung durch Pfarrerin Alina Ellgring wurde die Schutzhülle zunächst entfernt. Dadurch kamen die Namen mehrerer Personen zum Vorschein, die bei der letzten Sanierung der Bekrönung 1953 mitgewirkt und sich auf dem Wetterhahn verewigt hatten. "1953 war die letzte Sanierung der Turmbekrönung. Der Turmaufsatz mit Kugel, Hahn und Kreuz hatte im 2. Weltkrieg stark gelitten, deshalb wurde er abgenommen und generalüberholt", so die Pfarrerin.
Mehrere Urkunden, die immer wieder auf den neuesten Stand gebracht wurden und über die Geschichte des Gotteshauses berichteten, wurden in der Kugel aufbewahrt. Diese Tradition behielt man bei : "Für die Nachwelt", wie die Pfarrerin erklärte. Mittlerweile hatte jedoch der Zahn der Zeit nicht nur erneut an der Bekrönung genagt, sondern an weiten Teilen des Gotteshauses. Daher erfährt dieses eine umfassende Sanierung, insbesondere der äußeren Gebäudehülle. Dabei wird der Putz mit seinen vielen Rissen ausgebessert. Auch das Dach wird neu gedeckt. Der Kirchenturm ist verschiefert, während das Kirchendach mit Dachziegeln gedeckt ist. Die Gesamtmaßnahme beläuft sich auf rund 600 000 Euro. "Zwei Drittel erhalten wir von der Landeskirche. Für den Rest erhoffen wir uns weitere Zuschüsse. Was offenbleibt, müssen wir seitens der Kirchengemeinde selbst aufbringen", so die Pfarrerin. Ganz werde man die Maßnahme heuer sicherlich nicht fertigstellen können. Man hoffe, wenigstens bis Weihnachten das Dach zu zubekommen.
"Das ist heute schon etwas Einmaliges. Wann passiert es schon einmal, dass eine Kirche eine neue Bekrönung bekommt?", fragt sie voller Bewunderung bei ihrem Blick nach oben. Auch in der Segnung des Kreuzes rief die Pfarrerin die Anwesenden dazu auf, den Blick nach oben zu richten und unsere Sinne über das Irdische in den Abglanz des Himmels hinauszulenken. Nach der Segnung wird der Wetterhahn wieder in seine Schutzhülle verpackt. Maier und die beiden Dachdecker haben ganz schön zu schleppen, um das schwer Kreuz mit dem Wetterhahn in den Personenkorb der Arbeitsbühne zu heben. Dann geht es für Maier erneut hinauf. "Ich kann gar nicht mehr hinschauen", sagt eine Zuschauerin, die wie gebannt dem Spektakel zuschaut. Und in der Tat: Die Montage ist Maßarbeit - und das dauert. Als es der Meister schließlich geschafft hat, entfernt er die Schutzhülle - und das Kreuz mit dem Wetterhahn grüßt aus luftiger Höhe. Mit der Arbeitsbühne geht es für ihn schließlich ein Stück nach unten, um schließlich auch die Schutzhülle der goldenen Kugel zu enthüllen. Es ist geschafft. Die komplette Turmbekrönung erstrahlt im neuen Glanz!
Zu den umfassenden Maßnahmen an der Kirche zählt auch die Sanierung von zwei der insgesamt drei Glocken mit Krone und Klöppel. Die Glocken werden am Sonntag beim um 9.30 Uhr beginnenden Gottesdienst vor der Kirche stehen und dort "begrüßt".



Die Fischbacher Kirche


Wann das erste Kirchlein in Fischbach erbaut wurde, ist leider nicht mehr bekannt. Jedenfalls hängt auf dem Kirchturm eine uralte Glocke, auf der sich in römischen Ziffern die Inschrift 1367 findet. Wenn man davon ausgeht, dass diese Glocke von Anfang an im Fischbacher Besitz war, dann müsste spätestens in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts zumindest ein Glockentürmlein hier gestanden sein. Oder war es gar eine Kapelle? Das wäre allerdings nicht im Einklang mit einem Schreiben, das Achaz von Guttenberg am 29. Mai 1611 an den Markgrafen von Bayreuth gerichtet hatte, in dem es heißt, "dass die Kapelle und jetzige Pfarrkirchlein zu Fischbach vor mehr als 100 Jahren von denen von Waldenfels als Besitzer der adlig gefreiten Rittersitze mit Zutun anderer Herrschaften und dem Adel von den eingepfarrten Untertanen mit Geldsteuern und Frondiensten aufgebaut worden sei". Nach dieser Formulierung wäre das Gotteshaus so gegen 1500 entstanden. Dafür spricht, dass Schloss und Kirche von der Betrachtung her eine Einheit bilden. Man kann sich gut vorstellen, dass die Initiative für beide Bauten von einem Schlossherrn ausgegangen ist. Der genaue Zeitpunkt der Errichtung des ersten Kirchenbaues muss offen bleiben. Der traditionelle Termin des Kirchweihfestes deutet darauf hin, dass er dem Heiligen Jacobus geweiht war.
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