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Hilfsaktion

Initiative sammelt Plastikdeckel gegen Kinderlähmung

Eine private Initiative sammelt Plastikdeckel, um mit den den Verkaufserlösen Impfungen gegen Kinderlähmung zu bezahlen.
Ab in die richtige Tonne: Wer Plastikdeckel künftig nicht in den Müll wirft, sondern zu den Sammelstellen bringt, kämpft damit ganz ohne Kosten mit Müll gegen Kinderlähmung.  Foto: Marian Hamacher
 
von ANDREAS SCHMITT
Mit Müll Kindern helfen: Das ist das Vorhaben einer privaten Initiative, die in Kronach und Umgebung Plastikdeckel sammelt und mit deren Verkauf Kindern in der dritten Welt Schluckimpfungen gegen Kinderlähmung bezahlen will.

"Mit 500 Deckeln kann man ein Leben ohne Polio finanzieren", sagt Klaus Stengl, der zusammen mit einer Hand voll anderer Ehrenamtlicher die Aktion ins Leben gerufen hat. Das Ziel: Die schwere Krankheit, die meist Kleinkinder unter fünf Jahren befällt und Lähmungen, Verkrüppelungen und nicht selten den Tod zur Folge hat, weltweit auszurotten.

"In den 1980er Jahren erkrankten pro Jahr etwa 350 000 Kinder", sagt Anne Spoerl, Präsidentin des Kronacher Rotary-Clubs, der die Aktion zusammen mit dem Landratsamt unterstützt. Heutzutage gebe es - so die Apothekerin - nur noch knapp 100 Neuerkrankungen pro Jahr.


Krankheit noch nicht besiegt

Jedoch sei Polio, das hauptsächlich noch in Afghanistan und Pakistan auftritt, noch nicht besiegt. "Die jüngsten Krisen und Kriege sorgen dafür, dass sich Kinderlähmung wieder verbreitet", erklärt Spoerl, warum es gerade jetzt wichtig sei, die Anstrengungen im Kampf gegen die Krankheit wieder zu erhöhen.

Zufällig hat Klaus Stengl im Fernsehen vom Verein "Deckel drauf e.V." erfahren, der in ganz Deutschland Hilfsaktionen koordiniert und Sammelstellen in einer Karte registriert. "Oberfranken war ein großer weißer Fleck", erinnert er sich.

Den Kronachern, die offiziell nicht Teil des Vereins sind, aber eng mit ihm zusammenarbeiten, kommt im Regierunsgbezirk eine Vorreiterrolle zu. "Vielleicht eifern uns ja Nachbarlandkreise nach", sagt Stengl, der für die Aktion nach Partnern sucht.


Wertstoffhof Birkach als Zentrale

Im Kronacher Raum gibt es bereits sechs öffentliche Sammelstellen. Eine davon ist unsere Lokalredaktion in der Adolf-Kolping-Straße (Abgabe Montag bis Freitag von neun bis 18 Uhr möglich). Hinzu kommen Sammlungen an sieben Schulen, für die das Landratsamt extra große Mülltonnen bereitgestellt hat. "Als die Anfrage kam, haben wir sofort beschlossen, zu helfen", sagt Werner Badum von der Abfallwirtschaft.

Eingeworfen werden können Plastikdeckel von Ein- und Mehrwegflaschen sowie Zahnpastatuben und Kosmetikartikeln. Das Pfand für die Flaschen erhalte man - so Stengl - übrigens trotzdem. An den Automaten genüge der Strichcode, berichtet er von mereren Tests.

Sind die Boxen und Tonnen voll, beginnt ein Kreislauf. Das Aktionsteam holt die Deckel ab, zählt sie und bringt sie nach Birkach, wo der Wertstoffhof als Zwischenlager dient. Von dort geht werden sie an Recyclingfirmen verkauft, wodurch das Geld für den Kampf gegen Polio eingenommen wird.

Kurzum: Was bisher als Müll weggeworfen wurde, hat künftig seinen Wert im Kampf gegen eine grausame Kinderkrankheit.















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