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Häuser lassen sich kaum trennen

In Teuschnitz entsteht derzeit das Gebäude zu dem Projekt "In der Heimat wohnen". Dazu wurde ein Haus abgerissen, dessen Fassade aber wieder ähnlich aufgebaut wird. Bei den Abrissarbeiten wurde das benachbarte Rathaus beschädigt.
Isabella Ettlich (links) und Cornelia Thron (rechts) lassen sich von Steinmetz und Maurermeister Thomas Pirnbaum erklären, wie er die Fassade des Gebäudes Hauptstraße 36 wieder aufbaut. Fotos: Corinna Igler
 

In Teuschnitz ist es laut. Klopf- und Bohrgeräusche vermischen sich. Auf dem gegenüberliegenden Gehweg läuft eine ältere Frau mit ihrem Rollator, schaut neugierig herüber, was sich da tut.
Da entsteht das Gebäude für das Projekt "In der Heimat wohnen". Im März wurde das bestehende Haus in der Hauptstraße 36 abgerissen, nun wird die Sandstein-Fassade wieder aufgebaut. Im Herbst soll der erste Gebäudeteil zur Hauptstraße hin fertig werden. Darin sind dann ein Gemeinschaftsraum und ein Büro untergebracht.
Auf dem Weg dorthin hatten die Verantwortlichen aber eine ganz besondere Hürde zu nehmen. Denn beim Abriss des Gebäudes stellte man plötzlich fest, wie eng es mit dem benachbarten Rathaus verbunden war: "Die Gebäude wollten sich nicht trennen", sagt Cornelia Thron, Geschäftsführerin des Caritas-Verbandes Kronach, welcher Träger des Projekts "In der Heimat wohnen" ist. Und Isabella Ettlich, Projektleiterin erinnert sich: "Plötzlich waren zwei Löcher in der Wand zum Rathaus." Die sind mittlerweile wieder zugemauert, eine Fassadensicherung wurde vorgenommen und Stadt und die Josef-Stiftung, der Bauausführer, haben sich die Kosten geteilt.
Hinter diesem Gebäudeteil wird in Richtung Stadtgraben der zweite Teil entstehen. Dieser soll im Frühjahr 2013 fertig sein und darin befinden sich dann acht Wohneinheiten für Senioren.
Das Haus soll eine Art Begegnungszentrum werden, sagt Cornelia Thron. Das Projekt selbst läuft schon viel länger, Projektleiterin Isabella Ettlich ist es gelungen - auch ohne das Gebäude - bereits einiges umzusetzen: einen Lieferservice - dabei werden für ältere, weniger mobile Menschen in Teuschnitz und seinen Stadtteilen Besorgungen gemacht und diesen geliefert -, eine Mitfahrzentrale, einen Fahrdienst für Rollstuhlfahrer, Seniorenbegleiter - sie gehen mit Senioren spazieren, besuchen sie, etc. - und ein Servicebüro für Alltagshilfen. Dort berät Isabella Ettlich Bürger in jeder Form, egal ob es um Patientenverfügung, Pflegeanträge, Sozialhilfeanträge etc. geht.
"Die Angebote werden bereits gut angenommen. Das Gebäude ist nur noch eine Ergänzung der Arbeit", freut sich Cornelia Thron. Und Isabella Ettlich sieht das Haus als Begegnungsstätte für dessen Bewohner und die Bewohner von Teuschnitz.
Und für die Wohneinheiten in dem Haus zählt Isabella Ettlich auch bereits fünf Anfragen von Senioren im Alter zwischen 70 und 80 Jahren.


Fakten und Zahlen



Organisation Bauherr ist der Diözesan-Caritas-Verband Bamberg, Bauausführer die Josef-Stiftung, Projektträger von "In der Heimat wohnen" der Caritasverband Kronach.

Kosten Das Bauprojekt kostet 1,7 Millionen Euro. Circa 80 Prozent werden durch Zuschüsse abgedeckt. Fördergelder gibt es von der Regierung von Oberfranken, der bayerischen Landesstiftung, der Oberfrankenstiftung, dem Landkreis, der Stadt Teuschnitz und dem Caritasverband Kronach. Die restlichen 20 Prozent finanziert der Bauträger über Mieteinnahmen.

Miete Der Mietpreis beträgt pro Quadratmeter 4,20 Euro, passt sich damit dem örtlichen Mietspiegel an. Betreuungsdienste müssen nur bezahlt werden, wenn sie auch in Anspruch genommen werden

Anfragen Viele andere Kommunen haben Interesse an dem Projekt "In der Heimat wohnen", sagt Cornelia Thron. Das Problem bei der Umsetzung sei hier nur, dass die Fördersätze dort wohl niedriger wären als in Teuschnitz, weil Teuschnitz das Pilotprojekt ist. "Die hohe Förderung haben wir Bürgermeisterin Gabi Weber zu verdanken", so Cornelia Thron. Im Diözesanverband der Caritas Bamberg gebe es insgesamt 20 "In der Heimat wohnen"-Standorte. Teuschnitz sei der kleinste.

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