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Kriminalitätsopfer

"Häufig fehlt der Blick dafür"

Morgen ist Tag der Kriminalitätsopfer. Der "Weiße Ring" fordert, sich mehr in deren Lage zu versetzen. Inge Schaller leitet die -Außenstelle Kronach.
Im ersten Gespräch erfährt Inge Schaller, welcher Hilfsbedarf vorhanden ist. Foto: Heike Schülein
 
von HEIKE SCHÜLEIN
Wer beruflich mit Kriminalitätsopfern zu tun hat, muss sich besser in deren Situation hineinversetzen können. Dies fordert der "Weiße Ring" am "Tag der Kriminalitätsopfer" am 22. März. "Ob Anwälte, Richter oder Mitarbeiter von Behörden: Viele, die in ihrem Berufsleben mit Kriminalitätsopfern zu tun haben, gehen zu wenig auf deren Anliegen und Wünsche ein, da sie sich nicht hinreichend in deren Lage hineinversetzen können. Das muss sich dringend ändern", appelliert Inge Schaller, ehrenamtliche Leiterin der "Weiße Ring"-Außenstelle Kronach. Zusammen mit ihrem Ehemann Walter sowie den Mitarbeitern Bernhard Martin und Erika Schrepfer berät, betreut und unterstützt sie in Not geratene Opfer von Kriminalität.
Mit dem Hilfesuchenden wird zunächst ein Treffen - je nach Wunsch - meist an neutralen Orten, wie beispielsweise im Landratsamt, in Rathäusern oder in einem Café, vereinbart. Im ersten Gespräch erfahren die Mitarbeiter, welcher Hilfsbedarf vorhanden ist. Die Hilfeleistungen reichen dabei von menschlichem Beistand und persönlicher Betreuung über die Begleitung zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht bis hin zu finanzieller Unterstützung wie beispielsweise Überbrückungshilfen. Darüber hinaus vermittelt man auch Hilfe von anderen Organisationen.
Oft sei es nicht nur das Verbrechen selbst, an dessen Folgen Opfer körperlich und psychisch jahrelang leiden. Auch mangelnde Sensibilität derer, die beispielsweise im Verlauf eines Strafverfahrens mit Opfern in Kontakt kommen, sorge für zusätzliche Belastung. "Häufig fehlt der Blick dafür, was Opfer brauchen und was ihnen beim Verarbeiten der Tat hilft", stellt Inge Schaller fest, die seit 2008 in der Opferberatung tätig ist. Wie alle Mitarbeiter des "Weißen Rings" arbeitet sie ehrenamtlich.


Psychosoziale Prozessbegleitung

Der "Weiße Ring" fordert aus- und weiterbildende Einrichtungen der entsprechenden Berufsgruppen auf, die Perspektive von Kriminalitätsopfern fest in ihre Lehrpläne zu integrieren. "Es geht darum, das richtige Bewusstsein für die Situation von Opfern zu schaffen und so zu einem sensibleren Umgang mit ihnen beizutragen", so die Außenstellen-Leiterin. Der "Weiße Ring" gibt seine über 40-jährige Expertise in Sachen Opferhilfe und Opferrechte bereits an Externe weiter. So bietet die "Weiße Ring"-Akademie für Berufsgruppen, die mit Opfern in Kontakt treten, spezielle Seminare und Schulungen an - zum Beispiel Seminare für Anwälte oder Polizisten zum Opferentschädigungsgesetz oder zur psychosozialen Prozessbegleitung.
Auch in der professionellen Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter steht die Vermittlung der Opferperspektive beim "Weißen Ring" an oberster Stelle. Opferhelfer durchlaufen unter anderem Seminare, in denen Inhalte zu den Themen Opferrechte in- und außerhalb von Strafverfahren vermittelt werden. Auch das Thema Psychotraumatologie nimmt einen hohen Stellenwert ein, um den richtigen Umgang mit traumatisierten Opfern zu erlernen.
Ebenfalls wichtig ist das Thema Kommunikation, um in der Beratung und im direkten Kontakt mit Opfern den richtigen Ton zu treffen und die Balance zwischen Nähe und Distanz zu wahren.


Vier Mitarbeiter

"Opfer brauchen Profis", betont Inge Schaller. "Nach diesem Prinzip arbeitet der "Weiße Ring" seit über 40 Jahren." Insgesamt rund 3200 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in bundesweit 420 Außenstellen für den "Weißen Ring" im Einsatz. In der Außenstelle Kronach sind es vier Mitarbeiter. Auch im Kreis Kronach konnten die Mitarbeiter der Außenstelle viel bewegen und beispielsweise im vergangenen Jahr mehr als 20 Menschen in Not zur Seite stehen.
Unterstützung wird gebraucht. Aus diesem Grund sucht die Außenstelle neue Mitarbeiter, die die Arbeit des "Weißen Rings" vor Ort unterstützen wollen. "Wir freuen uns über jeden, der ein Ehrenamt übernehmen und sich in diese Gesellschaft einbringen will", betont Inge Schaller. Auch gerade junge Menschen könnten aus der Übernahme eines Ehrenamts praktischen Nutzen und persönlichen Mehrwert ziehen. "Viele betrachten es als gute Investition in die Zukunft", stellt Inge Schaller heraus.


"Weißer Ring"


Wer Interesse an einem Ehrenamt beim "Weißen Ring" hat, kann sich bei Inge Schaller in der Außenstelle Kronach (Telefon-Nummer: 09263/975910 und/oder E-Mail: wr-kronach@t-online.de) melden.
Bundesweites Opfer-Telefon: 116 006 (täglich von 7 Uhr bis 22 Uhr) hs
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