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Freischießen klang mit Königsproklamation aus
Bernd Korb, Silvia Weissbach und Nadja Korb sind die neuen Regenten der Schützengesellschaft Kronach. Mit der Königsproklamation klang das Freischießen am Sonntagabend aus.
Dieser Tag wird in die Annalen der Geschichte der Schützengesellschaft Kronach eingehen, ist Bernd Korb überzeugt. Er mag recht haben, denn es kommt nicht oft vor, dass Vater und Tochter zeitgleich die Königswürde erreichen.
"Es war ein unbeschreiblich überwältigendes Gefühl, als ich am Samstagabend erfahre habe, dass ich Schützenkönig geworden bin", freut sich der 51-Jährige. Für ihn kam dieses Ereignis überraschend, immerhin schossen 110 Schützen auf die Königsscheibe.
Seit 1973 ist Bernd Korb Mitglied bei den Kronacher Schützen. Seit Jahren ist er aktiver Schütze in der zweiten Pistolenmannschaft. Welche Aufgaben auf ihn als Regent nun zu kommen werden, das weiß der Wüstbucher noch nicht genau. Aber er ist sicher: "Ich werde diese mit Freude und Gelassenheit bewältigen."
Regelmäßiges Training
Das Schießen bezeichnet der Jagdpächter von Fischbach als sein Hobby. Regelmäßig nimmt er am Training in seiner Pistolenmannschaft teil. Die Schützengesellschaft Kronach bringt er mit Freundschaft, Kameradschaft und reges Vereinsleben in Verbindung.
Stolz ist er auch auf seine Tochter Nadja, die im kommenden Jahr zusammen mit ihm als Jungschützenkönigin bei den Schützenfestauszügen die Kronacher repräsentieren wird. Im vergangenen Jahr war sie erste Ritterin. "Nun habe ich es geschafft", äußert sie sich überglücklich. Seit einem Jahr ist 16-Jährige aktiv bei der Jugendmannschaft. Das Training im Luftgewehrschießstand bereite ihr viel Spaß, denn hier sei Konzentration gefordert. "Hier kann ich vom Alltag abschalten", sagt sie.
Beide "Majestäten" sind sicher, dass das Thema Schießsport im kommenden Jahr ein verstärktes Thema in der Familie einnehmen wird. Schließlich ist es Sitte, dass der Schützenkönig ein Essen für alle Schützen ausrichtet, die auf die Königsscheibe gezielt haben. Diskutiert wird aber auch, welches Motiv auf die Königs- und Jungschützenkönigsscheibe angebracht wird. Weiterhin muss eine Plakette für die Königs- beziehungsweise Jungschützenkönigskette angeschafft werden.
Die Mutter schafft es eben doch
"Jetzt habe ich es ihnen gezeigt!", sagt Silvia Weissbach und ein gewisser Stolz ist in ihrer Stimme zu hören. Sie schoss unter 46 Teilnehmerinnen am besten und errang somit die Königinnenwürde. Mit "ihnen" meint die vierfache Mutter ihre Familie. Nahezu alle Mitglieder errangen in der Vergangenheit Titel und Würden. Unter anderem war ihr Mann Reinhold Schützenkönig, ihr Sohn Jens Jungschützenkönig, ihre Tochter Philine Schwanenkönigin und in diesem Jahr dritte Ritterin bei den Jungschützen. "Die Mutter schafft es nie", habe sie sich in den letzten Jahren anhören müssen. Solche Sätze haben sie angespornt. Und außerdem: "Mit knapp 58 Jahren wird es langsam Zeit, die Königswürde zu erlangen" , meint sie.
Seit wann sie Mitglied bei den Schützen ist, weiß Silvia Weissbach nicht so genau. Ihr Mann allerdings ist seit über 25 Jahren mit dabei. Damals hatten die Weissbachs ihren Wohnsitz in Kronach, mittlerweile in Stockheim. Es ist noch nicht allzu lange her, dass die Frauen nicht als Mitglieder, sondern nur als "Ehegattinnen von Schützen" auf die Königinnenscheibe zielen durften, kann sie sich noch erinnern.
Die leidenschaftliche Jägerin und CSU-Fraktionssprecherin von Stockheim, die zusammen mit ihrem Mann Reinhold in Welitsch ihr Jagdrevier hat, erzählt, dass sie bei den Schützen keinen aktiven Schießsport betreibt. Allerdings den Königsschuss mit abzugeben, sei für sie selbstverständlich gewesen - zumal sie ja auch in diesem Jahr Gerwin Reh an ihrer Seite hatte, der ihr die entsprechenden Anweisungen im Schießstand gegeben habe. "Bisher habe ich allerdings keine Trophäe erschossen. Ich war weder Ritterin noch Pokalsiegerin", erzählt Silvia Weissbach und ergänzt: "Daher ist die Freude für mich umso größer".
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