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Robotik-Wettbewerb

Kronacher Lego-Tüftler wollen zum Finale nach Amerika

Kronacher Gymnasiasten messen sich mit den besten süddeutschen Teams. Nun geht es für das KZG-Team zum europäischen Halbfinale nach Regensburg.
In ihrem Element (von links): Georg Kaiser, Jonas Löffler und Lilith Appel Foto: Heike Schülein
 
von HEIKE SCHÜLEIN
Ein Zimmer voll mit Lego: In unterschiedlich großen Fächern lagern - sorgsam angeordnet - bunte Lego-Steine jeder Größe, Lego-Figuren und -Tiere sowie weiteres Zubehör. Mit eifrigen Händen fischen einige der jungen Forscher in Nullkommanichts die von ihnen benötigten Bauteile heraus, um an ihren Roboterfahrzeugen weiterzubasteln. Andere wiederum lassen bereits ihren Lego-Roboter Probefahren. Dieser umfährt unter anderem in einem Parcours ein Hindernis, fährt entlang einer Linie oder bewegt einen Gegenstand. Wieder andere tüfteln am Laptop, um die Programmierung zu perfektionieren.


Acht Jungs und ein Mädchen programmieren und konstruieren Roboter

Es ist Donnerstagnachmittag, 13.30 Uhr. Während die meisten ihrer Klassenkameraden nach einem anstrengenden Schultag bereits daheim sind, harren die Acht- und Neuntklässler im Robotikraum des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums (KZG) aus - freiwillig! Konzentriert sind sie bei der Sache: Gemurmel ist zu hören, der ein oder andere Seufzer, aber auch "Jetzt weiß ich es". Die acht Jungs und Lilith - einziges Mädchen im Bunde - befassen sich mit der Programmierung und Konstruktion von Robotern. Es wird entworfen, ausprobiert und gebaut, was das Zeug hält.


KZG räumt erste Plätze ab

Den Mittelpunkt des Raumes bildet - auf einem Tisch - eine große Spielfeldmatte mit der Aufschrift "Animal Allies" (Tierische Verbündete). Unter diesem Motto steht auch der diesjährige internationale Roboter- und Forschungswettbewerb FFL (First-Lego-League), der auf Regionalebene im Januar in Kulmbach stattfand - und bei dem die Kronacher Lego-Tüftler richtig abräumten. Unter anderem musste ein Schwein transportiert, ein Kühlschrank mit Futterrationen geöffnet oder eine Biene auf ihren Stock gesetzt werden. Geprüft und bewertet wurden die Modelle, Teamfähigkeit, Technik und Design.

"Wir haben in allen Disziplinen erste und zweite Plätze erzielt. In der Gesamtwertung schafften wir doppelt so viele Punkte wie das zweitplatzierte Team", erzählt Georg Kaiser stolz. Seitens des KZG waren auch die "Black Bots" mit Mitgliedern jüngerer Jahrgangsstufen vertreten, von denen die meisten erstmals am Wettbewerb teilnahmen und einen respektablen 9. Platz erreichten.

Die dritte Gruppe aus Kronach waren die "Franken Bots" vom Frankenwald-Gymnasium (FWG). An dem Tag nicht zu schlagen war "Robolution", das bereits 2016 den Sieg eingeheimst hatte. Heuer konnte es mit einer überragenden Leistung alle anderen 14 oberfränkischen und oberpfälzischen Mannschaften hinter sich lassen. "Wir dürfen daher wieder zum europäischen Halbfinale", freuen sich die Schüler schon auf das große Event am Samstag in Regensburg.


Verschiedene Disziplinen beim Regional-Wettbewerb

Der Regional-Wettbewerb war in mehrere Aufgaben aufgeteilt, wobei es jeweils einen Pokal zu gewinnen gab sowie zusätzlich einen Pokal für die Gesamtwertung. Beim "Teamspiel" war vorrangig, dass das Team gut zusammenarbeitet. Es mussten Becher gestapelt werden, ohne diese zu berühren. Lediglich ein Gummi und kurze Schnüre durften verwendet werden.

Für den "Forschungsauftrag" musste ein Vortrag zum Thema "Animal Allies" gehalten werden - also Möglichkeiten, wie Tiere Menschen helfen können. "Robolution" hielt einen Vortrag über Ameisen als Erdbeben-Vorhersager, "Black Bots" über Ratten als Sprengstoff- und Minensucher. Bei "Robot Design" wurde Effizienz und Aussehen des Roboters bewertet. Der Sonderpreis der Jury ging an das Team, das diese auf irgendeine Weise besonders überzeugte. Beim "Robotgame" ging es darum - was die Teilnehmer daran begeistert, einen Roboter zu bauen und diesen durch Programmieren Aufgaben lösen zu lassen. "Unser Team gewann mit 144 Punkten, 73 Punkte Abstand zum 2. Platz", strahlen die jungen Forscher, die sich durch ihren damaligen Sieg auch 2016 für das europäische Halbfinale hatten qualifizieren können.

Dabei schrammte man - trotz guter Platzierung - hauchdünn am damals in Ungarn stattfindenden Finale für Zentraleuropa vorbei. Heuer aber soll es klappen - trotz einer dann noch stärkeren Konkurrenz sowie einer noch strenger bewertenden Jury.


Stolze Lehrer: Tüfteln fördert technisches Verständnis

Mächtig stolz auf ihre erfolgreichen Schüler sind die beiden betreuenden Lehrer Martin Jungkunz und Alexander Heinlein. Der Wahlunterricht findet an zwei Nachmittagen in der Woche statt. Teilnehmen können Schüler der 6. Jahrgangsstufe. Ihr besonderer Dank gilt den Sponsoren, durch deren großzügige Unterstützung man auch den neuen Robotikraum beziehen, ausstatten und weiteres Material anschaffen konnte - eine große Verbesserung zu den vorherigen Bedingungen. Da Lego nicht billig sei und es auch immer wieder Neuerungen gebe, stecke ein erheblicher Wert in der Ausstattung. Deswegen wäre man auch für weitere Sponsoren sehr dankbar.

"Die Schüler überlegen sich ihre Lösungen komplett selbst", betont Jungkunz. Er und Heinlein hielten sich bewusst im Hintergrund. Für die Mitglieder seien die Roboter ein guter Einstieg in die Programmierung. Sie förderten technisches Verständnis und Vorstellungsvermögen. Oft wolle auch der Roboter nicht so, wie man es sich vorstelle. Auch das Suchen nach Fehlerquellen und die Fehlerbeseitigung müsse gelernt werden. Dadurch werde Zusammenhalt und Teamwork geschult - aber auch Geduld, Ausdauer und Disziplin.

Und wie schätzen nun die Lego-Tüftler ihre Chancen beim Halbfinale ein? Einig sind sich diese darin, dass es hierzu auch einer gehörigen Portion Glück bedürfe und die "Tagesform" eine Rolle spiele. Die Vorbereitungen aber liefen sehr gut. Falls man sich tatsächlich durchsetze, ginge es wieder nach Regensburg, wo das europäische Finale steigt. Für die Endausscheidung lockt heuer gar Amerika. Doch so weit denken die Nachwuchs-Forscher noch nicht - auch noch nicht in Sachen Berufswahl, obwohl sich die meisten einen Beruf in der Robotik-Branche durchaus vorstellen können.
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