Kronach
Konzert

Es darf wieder gezupft werden

Die jungen Saitenvirtuosen des Bayerischen Landesjugendzupforchesters sind vom 4. bis 8. Januar zu Gast in Kronach.
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Das Bayerische Landesjugendzupforchester wird am 7. Januar im Historischen Rathaussaal in Kronach zu sehen und hören sein - hier das BLJZO bei seinem Gastkonzert an gleicher Stelle vor zwei Jahren. Foto: Heike Schülein-Archiv
Das Bayerische Landesjugendzupforchester wird am 7. Januar im Historischen Rathaussaal in Kronach zu sehen und hören sein - hier das BLJZO bei seinem Gastkonzert an gleicher Stelle vor zwei Jahren. Foto: Heike Schülein-Archiv
Die Klarheit und Tiefgründigkeit des Klanges angezupfter Saiten, fließende Harmonie: Wie kaum andere Instrumente sind Mandoline und Gitarre fähig, Wärme und Klangfarbenreichtum auf sinnlich schöne und nahegehende Art und Weise zur Entfaltung zu bringen. Nach dem großen Erfolg bei seinem ersten Gastspiel vor zwei Jahren in Kronach, wird das Bayerische Landesjugendzupforchester (BLJZO) nun erneut seine Winterprobenphase in der Lucas-Cranach-Stadt abhalten. Natürlich wird es auch wieder ein Gast-Konzert geben, bei dem die Zupfmusiker - abwechselnd in Orchester- und Ensemblebesetzung - die Früchte ihrer Probenarbeit präsentieren. Dieses verspricht unter dem Titel "Von Tango und Hexentanz" erneut ein musikalischer Leckerbissen kurz nach dem Jahreswechsel zu werden.


Lob für die Unterkunft

"Unser Dirigent Julian Habryka und die Musiker waren so begeistert von Kronach, dass sie nun wieder hierher kommen wollen", freut sich Lina Prell aus Wilhelmsthal. Die 18-Jährige, seit 2012 selbst Orchestermitglied, hatte den Verantwortlichen bereits vor über zwei Jahren von ihrer Heimat sowie der Jugendherberge auf der Festung vorgeschwärmt und vorgeschlagen, einmal hier zu spielen. Dem kam das BLJZO dann auch 2015 tatsächlich nach. Dabei lobten sie die tolle Unterkunft in der Festungsherberge, den Historischen Rathaussaal als stimmungsvolle Kulisse mit einer sehr guten Akustik und vor allem die herzliche Gastfreundschaft der Kronacher.

"Das BLJZO besteht aus Gitarren- und Mandolinenspielern ab etwa 12 bis 24 Jahren", erzählt Lina. Pro Jahr finden dreimal in den Schulferien fünf- bis sechstägige Probenphasen statt, die mit einem oder zwei öffentlichen Konzerten abgeschlossen werden. Das Programm besteht immer aus einer attraktiven und anspruchsvollen Mischung klassischer und moderner Zupfmusik. Ziel der Probenarbeit ist es, alle Spieler zum selbstständigen Umgang mit Musik zu animieren und im Zusammenspiel das Denken in musikalischen Kategorien zu entwickeln. Das Orchester zählt rund 25 talentierte Zupfinstrument-Musiker aus ganz Bayern. Die Noten für die Stücke bekommen die Teilnehmer vorher, um zuhause üben zu können. Bei der Arbeitstagung übt man dann jeden Tag gemeinsam zwischen sieben und acht Stunden.

Während Lina vor zwei Jahren einziges Orchestermitglied aus dem Landkreis Kronach war, kommt jetzt Luca Bauer aus Dörfles hinzu. Mit dabei - wie vor zwei Jahren - ist der gebürtige Kronacher Robert Kotschenreuther, der jetzt in Wildenheid zuhause ist. Das Trio organisiert den Aufenthalt des BLJZO vom 4. bis 8. Januar in Kronach, bei dem, trotz aller konzentrierten Probenarbeit, natürlich auch das Gesellige nicht zu kurz kommen wird. Alle drei sind Schüler der Sing- und Musikschule Kronach und erfolgreiche Preisträger der "Jugend musiziert"-Wettbewerbe auf verschiedenen Ebenen. Weitere Mitglieder - viele davon ebenfalls "Jugend musiziert"-Preisträger, teilweise sogar auf Bundesebene - stammen aus Coburg, ansonsten eher aus dem Bamberger und Münchner Raum.


Spannungsgeladenes Konzert

Beim Konzert (Beginn: 19 Uhr) wird eine musikalisch breite Auswahl von Zupfmusik zu hören sein. Das Programm wechselt zwischen Renaissance und Moderne. "Es ist heuer ein ganz außergewöhnliches, spannendes Programm", rührt Lina die Werbetrommel für das Konzert, das von Klassik bis hin zu Arabisch angehauchten Klängen sowie Rockelementen alles zu bieten hat.


"Das fünfte Aquarell"

Die Leitung hat seit 2013 der junge Dirigent Julian Habryka inne, der als Instrumental- und Musiktheorielehrer sowie Dozent bei einer Vielzahl von Kursen und Fortbildungsmaßnahmen tätig ist. Aus seiner Feder stammt eines der Hauptwerke des Konzerts, der spannungsgeladene Tango "L´Inferno". Desweiteren zu hören sein wird die populäre "Holberg Suite" von Edward Grieg sowie Musik von John Dowland und aktueller Komponisten, darunter auch Robin Becker (Jahrgang 1993) und Alexander Mathewson (Jahrgang 1992). Beckers "Das fünfte Aquarell" besteht hauptsächlich aus großen Klangflächen, die aus vielen, kleinen Tönen entstehen und sich immer weiter pulsierend aufbauen. Mathewsons Werk "Palmyra blutet" thematisiert aktuelle Konflikte auf der Welt.
So breitgefächert wie das Konzert ist auch der Musikgeschmack von Lina, die einerseits die klassische Musik liebt, aber auch Aktuelles aus den Charts. Die Musik spielt dann auch in ihrem Leben eine wichtige Rolle. So ist sie beispielsweise seit August 2016 Mitglied der aufstrebenden Band FUNtastX, in der sie Gitarre spielt und singt. Diese trat beispielsweise schon auf dem Kronacher Stadtfest wie auch als Vorgruppe von Fristlos auf. Das Repertoire umfasst Covers aber auch selbstkomponierte Stücke. Für die 18-Jährige, die 2017 Abitur macht, ist Musik ein guter Ausgleich, um abschalten zu können. Da sie im September ihre kaufmännische Ausbildung beginnt, weiß sie noch nicht, ob sie an der nächsten Konzertreise des BLZJO 2017 nach Bulgarien teilnehmen kann. Nun aber steht erst einmal das Konzert in Kronach an, worauf sie sich sehr freut: "Ich bin voller Vorfreude und stolz, dass das Orchester wieder nach Kronach kommt. Ich bin sicher, dass das wieder ein wunderschönes Erlebnis wird."
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