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Prüfung

Elf machten am KZG in Kronach ein "echtes" Einser-Abi

108 junge Leute traten in diesem Jahr am Kaspar-Zeuß-Gymnasium (KZG) zur Abiturprüfung an.
Alina Müller hat einen Traum: Sie will Ärztin werden. Dafür will sie kämpfen, obwohl sie nicht den erforderlichen Notendurchschnitt hat.  Fotos: Veronika Schadeck
 
von VERONIKA SCHADECK
Nicht ganz für ein "echtes Einser-Abitur" reichte es bei Alina Müller. Dennoch gibt sie ihren Traum nicht auf. Die 19-Jährige will nämlich Medizin studieren und danach zurück in den Frankenwald. Sie hat mit einem Notendurchschnitt von 1,9 anerkennenswerte Leistungen gezeigt, doch für einen Medizinstudienplatz reicht es nicht. Denn da wird ein 1,0 oder 1,1-Notendurchschnitt verlangt.

Ganz nachvollziehen kann die junge Frau die Regularien nicht. "Auf der einen Seite werden Ärzte gebraucht, auf der anderen Seite sind die Hürden so hoch." Und außerdem: "Ob man ein guter Arzt wird, ist nicht von einem 1,0-Abitur abhängig."


Anatomie des Menschen

Als Realschülerin wollte Alina Müller Mathematiklehrerin werden, deshalb wechselte sie nach der Mittleren Reife zum KZG. Im Rahmen des Biologieunterrichts begann sich die Küpserin für die Anatomie des Menschen zu interessieren.

Für sie ist der menschliche Körper ein anatomisches Gesamtkunstwerk von äußerster Komplexität. Das Zusammenspiel der einzelnen Organe, all das lässt sie seitdem nicht mehr los. Zu forschen und anderen Menschen zu helfen - und das nach ihrem Medizinstudium in der Heimat - , das ist ihr Ziel. Alina Müller hofft nun, dass sie im Losverfahren Glück hat und einen der begehrten Medizinstudienplätze ergattert.

Sie denkt auch daran, ihr Medizinstudium im Ausland zu absolvieren: "Aber eigentlich will ich nicht so weit weg!". Jetzt heißt es für sie, ein Jahr abwarten. Dieses will sie aber nicht sinnlos verstreichen lassen, sondern für ein Studium der Biologie und Chemie nutzen.


Digitale Herausforderung

Dass Abiturienten wieder in ihre Heimat zurück wollen, das hören Landrat Klaus Löffler (CSU) und auch der Elternbeiratsvorsitzende, Nikolaus Wiegand, natürlich gerne. Das wurde bei der Abschlussfeier der Abiturienten am Freitagabend im voll besetzten Kreiskulturraum deutlich. "Habt Mut und kommt in den Frankenwald zurück", so Nikolaus Wiegand in seiner Rede.

Er forderte die Jugendlichen auf, genau über ihre Berufswahl nachzudenken und anschließend konsequent ihr Berufsziel zu verfolgen. Wiegand ging darüber hinaus auch auf die Digitalisierung ein, die manche neue Berufe schaffe, aber auch mit vielen Veränderungen und Herausforderungen einhergehe. Er appellierte deshalb an die Adresse der Abiturienten: "Habt keine Angst vor Veränderungen! Denn wenn man sich diesen nicht stellt, wird man weggefegt!". Er beglückwünschte die Abiturienten zu ihrem Reifezeugnis. "Ich habe großen Respekt vor Euren Leistungen!", so auch Landrat Klaus Löffler. Anerkennende Worte fand er auch für Lehrkräfte am Kaspar-Zeuß-Gymnasium (KZG): "Ihr leistet eine tolle Arbeit für unsere Kinder!" Als eine gute Sache empfand es der Landrat zudem, dass sich viele Abiturienten neben der Schule ehrenamtlich engagieren.

Löfflers Dank ging diesbezüglich auch an die Eltern, die ihre Kinder nicht nur unterstützen, sondern auch Zeit für das Ehrenamt geben. Der Landrat vergaß es außerdem nicht, sich beim Elternbeirat des KZG unter der Federführung von Nikolaus Wiegand für deren Einsatz an der Schule zu bedanken.


Ein Stück Unabhängigkeit

Für die Schulleiterin, Renate Leive, war es eine besondere Verabschiedung. Denn als die jetzigen Abiturklassen im Jahre 2009 ins Gymnasium kamen, begann auch für sie ihre berufliche Laufbahn am KZG. In ihrer Rede erinnerte sie an den dritten Präsidenten der Vereinigten Staaten, an Thomas Jefferson, der im Jahre 1776 ein Dokument, die "Declaration of Independence", verfasste. Auch die Abiturienten hätten mit dem Reifezeugnis ein Stück Unabhängigkeit erreicht. Ihre einstigen Schüler würden nun eigene Entscheidungen treffen und mehr Verantwortung für ihr Leben als bisher nehmen.

Sie wies darauf hin, dass die Schulzeit auch im späteren Leben Spuren und Kompetenzen hinterlasse. Es bleibe eine Ahnung von der Komplexität der Welt, von den Zusammenhängen und den unterschiedlichen Sichtweisen. Man müsse zwar kein Abiturient sein, um das alles zu erfassen, denn "das Leben ist oft ein besserer Lehrmeister als die Schule". Aber, so Leive, Bildung trage zu einer differenzierten Weltsicht bei.

In diesem Zusammenhang sprach Leive davon, dass sich die Menschen oft nach Einfachheit, Schwarz und Weiß, Richtig und Falsch sehnen. Das mache die Menschen aber auch verführbar für die selbsternannten Welterklärer, zumal dann, wenn diese geschickt vorgingen. Wenn die Schule es zusammen mit den Eltern geschafft habe, die Abiturienten immun zu machen gegen dieser Form der Verführung, dann "haben wir viel erreicht". Abschließend forderte Renate Leive die Abiturienten zu Toleranz und zur zur Pflege von Beziehungen zu Mitmenschen auf. Und, ebenfalls ganz wichtig: "Vergessen Sie ihre alte Schule nicht."

Acht Jahre Schulzeit verpackten Mika Bauerfeind, Victor Birkner und Johanna Schmidt in eine 20-minütige Rede. Dabei erinnerten sie unter anderem an die Sanierungsphase am Schulgebäude, die teilweise mit Lärm und Containerklassenzimmer verbunden war. Sie schwärmten von den Schulfahrten wie nach Berlin und Prag sowie von neu ausgestatteten Klassenzimmern.

Leider sorgten die darin angebrachten Whiteboards nicht nur für Begeisterung, sondern auch für so manche Wutausbrüche seitens der Lehrer.


Dank an die Lehrer

Die Abiturientensprecher waren aber auch dankbar für die Unterstützung, die sie seitens der Lehrer erhielten. Vor allem in der Oberstufe habe so manche Lehrkraft ihre Freizeit geopfert, um sie auf das Abitur vorzubereiten. Der Dank ging zudem an die Schulleiterin, das Sekretariat und an die Hausmeister.

Der Vorsitzende des Freundeskreises, Klaus Schneider, zeichnete die Schüler aus, die sich über den Unterricht hinaus in das Schulleben einbrachten. Musikalisch umrahmt wurde die stimmungsvolle Abiturfeier vom Bläserquartett, von Sebastian und Dominik Krügel, vom Schulorchester, der Schulband und der Tanzgruppe.
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