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Region  // Kronach

Legenden

Ein Ritter ohne Furcht und Tadel

Sankt Georg, der Drachentöter, im Kampf gegen Profitgeier und Halsabschneider hat am Sonntag Namenstag.
Sankt Georg, hoch zu Ross im Kampf mit dem Drachen, dargestellt auf einem Gedenkstein für Gefallene am Eingangstor zur Chorturmkirche Sankt Peter und Paul in Effelter. Foto: Alexander Grahl
 
Vor langer Zeit lebte auf einer fernen Halbinsel ein feuerspeiender Drache, der die Felder verwüstete und den Menschen das Leben zur Hölle machte. Um das Ungeheuer zu besänftigen, opferten die Bewohner täglich zwei Schafe.
Als der Vorrat zu Ende ging, brachte man dem Drachen Menschenopfer dar. Auch die Tochter des Königs musste eines Tages den Opfergang antreten.
In dieser schier ausweglosen Situation kam Sankt Georg zu Hilfe. Mutig ritt er auf den Drachen zu und schleuderte mit aller Macht seine Lanze gegen die Bestie. Das schwer getroffene Ungetüm zerrte der Heilige im Triumpf durch die Stadt, wo es getötet wurde. Als Dank für die wunderbare Hilfe ließen sich der König und sein Volk taufen. Den verdienten Lohn verteilte der heilige Georg unter den Armen und kehrte in sein Land zurück.


Sagenumwobene Geschichte

Die romanhafte und sagenumwobene Lebensgeschichte des Volksheiligen erzählt von einem gottesfürchtigen jugendlichen Ritter aus der oströmischen Provinz. Sein mutiger Kampf und sein glorreicher Sieg über den gierigen, nimmersatten, rücksichtslosen, menschenfressenden Drachen wird gefeiert als Triumpf des Göttlichen über das Teuflische, als Sieg des Guten über das Böse. Während der Christenverfolgung um das Jahr 303 erlitt der Streiter Gottes nach grausamer Folter den Märtyrertod.
Die volkstümliche Verehrung des heiligen Georg führte dazu, dass viele Gotteshäuser im Frankenwald mit dem Bild oder der Skulptur des Schutzheiligen geschmückt sind. Als Kirchenpatron gefeiert wird er in Friesen, Marienroth und Wolfersgrün. Altehrwürdige Sandsteinmarterla in Brauersdorf, Dörfles, Gifting, Hirschfeld, Gundelsdorf, Knellendorf, Kronach, Letzenhof, Nordhalben, Wallenfels, Wickendorf und Wolfersdorf beschützen die waldumsäumte Flur.


Oberfränkischer Dialekt

"Blick Herr auf seine Siege hin und schenk uns seinen Mut und Sinn. Er fleh' für uns um Gnad' und Kraft, die Sieg in jedem Kampfe schafft", heißt es in der Fürbitte im Kampf gegen drachenähnliche Monster wie Profitgeier, Blutsauger und Halsabschneider. Der "Draco Korrupti" in den weiten Sumpfgebieten von Bestechlichkeit und Vetternwirtschaft mutiert indes zur schier unbezwingbaren Hydra, gegen die sogar ein ausgepichter Heiliger ziemlich machtlos erscheint. Als "altn Haabücha" und "Kreistnkerl" würdigt der Frankenwäldler so Leute wie den heiligen Georg. Im Ringen um mehr soziale Gerechtigkeit läge der "Haudegen Gottes" heute voll im Trend. Eine Renaissance erfährt auch der charmante oberfränkische Dialekt. Im globalen Kauderwelsch der Neuzeit finden sich "Gottseidank" immer wieder so klangvolle Namen wie Görch und Görchla, wie Schosch und Schoschla. Die einen gehören zu den Legenden, die anderen zu den Kultfiguren im Frankenwald. Der Name Georg kommt aus dem Griechischem "georgos", der Landmann, und steht im Bauernkalender als wichtiger Lostag.


Bauernregeln

Die Bauernregeln allerdings erinnern eher an den Erlkönig als an den Bauern: "Kommt Sankt Georg geritten auf einem Schimmel, so kommt ein gutes Frühjahr vom Himmel" und "Sind die Reben an Georgi noch blind, so freut sich der Vater mit seinem Kind". Der heilige Georg ist Schutzpatron der Pferde und Reiter, der Kreuzfahrer und Ordensritter. Als "oberster Boss" der Pfadfinder ist er Leitfigur für die Jugend.


Protektor im Streichelzoo

In der Gemeinschaft der vierzehn Nothelfer spannt sich sein Wirkungsbereich vom pickelharten Drachentöter bis hin zum butterweichen Protektor im Streichelzoo bei Goldfisch, Hamster & Co. Der Sankt Georgstag symbolisiert den Sieg des Lichtes und der Wärme über Kälte und Dunkelheit und damit die Überwindung des Todes durch das Leben. Im Passionar des deutschen Mittelalters vermerkt der Chronist: "Sant Jörg, der edel Ritter schon, der bringet uns den maien. Daß die Frawen und die man gen mit einander raien".
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