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"Ein Eisengitter hätte hinreichend genügt"

Der Heimatkundler Josef Beitzinger erinnert an den Schieferbergbau in Tschirn. 1689 wurde dort erstmals ein Schiefersteinbruch genannt. In jüngster Zeit wurden Stolleneingänge verschlossen, abgetragen oder verfüllt. Beitzinger appelliert, sie der Nachwelt sichtbar zu erhalten.
Die Spuren des Schieferbergbaus in der Gemarkung Tschirn sind auch heute noch deutlich sichtbar. Foto: Heike Schülein
 
von HEIKE SCHÜLEIN
"In den Höhlen war es stockdunkel. Von den Decken tropfte oft Wasser und staute sich auf dem Boden oft kniehoch" - Josef Beitzinger aus Rothenkirchen erinnert sich noch gut daran, wie er zwischen 1963 und 1973 - ausgerüstet mit Taschenlampe und Gummistiefel - alle Schieferstollen und -gruben in Tschirn mehrmals in der gesamten Länge und Ausdehnung erforscht und begangen hatte. Eine Gefahr durch abbrechendes Gestein habe er dabei kaum wahrnehmen können.
Nachdem im benachbarten Thüringer Land um Lehesten seit urdenklichen Zeiten Schiefer aus den Tonschieferablagerungen urzeitlicher Meeresablagerungen abgebaut worden sei und dieses Gestein in das Bayerische Land verlaufe, sei - so Beitzinger - die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen, dass auch im Bereich von Tschirn gebrauchsfähiger Schiefer zu finden sei. Deshalb seien in Zeiten von Inflation und hoher Arbeitslosigkeit in den Jahren 1921 sowie 1922 und auch später durch die Bayerische Bergbaugenossenschaft Suchstollen an mehreren Stellen in das Schiefergestein geschlagen worden.

Ein Stollen 280 Meter lang

Ab dem Jahre 1922 sei ein Stollen 2,5 Kilometer NNW von Tschirn mit Unterbrechung bis zuletzt auf einer Länge von circa 280 Metern vorgetrieben wurden. In der Waldabteilung "Johannes-Laß" 2,2 Kilometer SSO von Tschirn wurden 1923 erste Probegrabungen durchgeführt. "Sie zeigten keinen gebrauchsfähigen Schiefer, sodass die Arbeiten 1928 wieder eingestellt wurden. Auf Veranlassung des praktischen Arztes, Dr. Anton Dehmel aus Teuschnitz, wurde diese Grube bis in eine Tiefe von circa zehn Metern erweitert", erklärt der Rothenkirchener Ortsheimatpfleger. Nachweislich sei das Dach der Scheune des Kaufmannes Andreas Ströhlein aus Tschirn bereits mit Schiefer aus dieser Grube gedeckt worden. Unter Leitung des Bergbauingenieurs Bräutigam aus Thüringen seien auch die alten Stollen und Gruben mit Hilfe von Pressluftbohrausrüstung weiter in die Tiefe vorgetrieben worden.
Bräutigam habe sich mehrere Jahre in Tschirn aufgehalten und die Arbeiten überwacht. Der ehemalige Busunternehmer Willi Neubauer habe mit dem Pressluftbohrer in den Schieferstollen gearbeitet und diesbezüglich eine harte Arbeit vor Ort geschildert. In der Waldabteilung "Am Knock" sei 1934 ein Stollen circa 15 Meter in den Schieferfelsen gehauen worden, den man bis vor Jahren habe gefahrlos begehen können.

Keine Geldgeber gefunden

"Zeitzeugen bestätigten wiederholt, dass die Thüringer Schiefergrubenbesitzer und -gesellschaften alles daransetzten, keine Konkurrenz hochkommen zu lassen. So konnten auch keine Geldgeber gefunden werden, die dem jungen Schieferbergbau um Tschirn den weiteren Ausbau der Anlagen ermöglichten", weiß Beitzinger.
Spuren des Schieferbergbaus in der Gemarkung Tschirn sind heute noch sichtbar. In jüngster Zeit seien Stolleneingänge von Seiten der Bayerischen Staatsforstverwaltung aus Sicherheitsgründen verschlossen, abgetragen oder verfüllt worden. Bis zu dieser Zeit hätten - nach der Meinung Beitzingers - diese Bodendenkmale gefahrlos begangen werden können. "Ein Eisengitter am Stolleneingang hätte der Unfallvermeidung hinreichend genügt", meint Beitzinger und appelliert: "Diese Bodendenkmale zeugen von schwerster Bergarbeit der Vorfahren in Notzeiten. Sie müssen der Nachwelt sichtbar erhalten werden."



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