Die Vorgeschichte: Im Zuge des Ausbaus der Staatsstraße 2200 ist für die Siedlung ein gewidmeter Gemeindeverbindungsweg weggefallen. Die vor, während und nach der Baumaßnahme geführten Gesprächen haben für die betroffenen Anwohner keine zufrieden stellende Lösung gebracht, so dass man wegen des ehemaligen "Waldweges" das Verwaltungsgericht in Bayreuth eingeschaltet hat.

Der Vertreter der Anliegergemeinschaft, Bruno Punzelt, bemängelt vor allem den formellen Ablauf der Entwidmung. Er verwies auf Versprechungen der Gemeinde, welche nicht eingehalten worden seien. "Es ist damals unter anderen versprochen worden, dass mindestens ein Gehweg erhalten bleibt. Hätten die Anwohner seinerzeit gewusst, wie die Angelegenheit letztendlich läuft, hätten sie ihre Grundstücke gar nicht erst hergegeben", ist Punzelt fest überzeugt. Er meint, dass dies keine Einzelentscheidung sei, sondern dass die Gemeinde auch auf 23 Widersprüche nicht reagiert habe. "Es blieb ja keine andere Möglichkeit als der Weg über das Gericht", hofft er, heute zumindest einen Teilerfolg zu erreichen.

Ein öffentlicher Gehweg sei kostengünstig und mit wenig Aufwand dort machbar, glaubt er trotz der leeren Gemeindekassen. Er könne nicht verstehen, dass seitens des Bürgermeisters immer von einer Verbesserung der Lebensqualität gesprochen werde, aber hier gleichzeitig die Bürger ausgegrenzt würden. "Tatsache ist, dass sich die Lebensqualität der Anwohner in diesem Bereich wesentlich verschlechtert hat und sich die Anwohner im Stich gelassen fühlen", sagt er.
Mittlerweile habe ein Termin vor Ort mit dem Gericht stattgefunden, dabei sei jedoch der Bürgermeister nicht anwesend gewesen. "Es wird gegenüber den Anwohnern immer Gesprächsbereitschaft signalisiert, letztendlich bewegt sich aber überhaupt nichts", wirft Punzelt den Verantwortlichen vor.

Stimmen der Betroffenen


Das sagen Betroffene und Bürgermeister zum Wege-Streit.

Helmut Schäpel: "Was sie uns hier angetan haben, ist eine Katastrophe". Vieles sei schief gelaufen. Vor allem im Winter stelle der "Ausweichweg" zur Wiesenstraße keine Alternative dar. Trotz größter Bemühungen des Bauhofs sei die Gemeinde nicht in der Lage, diesen Weg ständig begehbar zu halten, verwies er auf den langen Umweg vor allem für die Fußgänger.

Doris Schedel: "Ich wohne im oberen Bereich und bin meist mit dem Auto unterwegs, deshalb ist es für mich nicht ganz so schlimm", stellt sie fest. Gleichzeitig zeigt sie Verständnis für die älteren Bürgern ohne Auto. Der Umweg sei nicht tragbar, und der neu geschaffene Fußweg sei für die älteren Bürger im Winter nicht nutzbar. "Wir alle werden älter, deshalb muss in diesem Bereich unbedingt etwas geschehen", meint sie.

Rosemarie Wagner: "Die Sprungschanze ist einfach keine Lösung", betont sie. Dabei sei es nicht nur der Winter, auch im Sommer könne man nicht mit dem Kinderwagen oder dem Fahrrad dort gefahrlos auf und ab. "Ich war früher viel mit dem Rad unterwegs, seit der Verbindungsweg weg ist, kann ich nicht mehr mit dem Fahrrad ins Dorf." Keiner von den Anwohnern habe vor der Baumaßnahme gewusst, dass man so abgespeist werden würde, sonst hätte man früher Widerspruch eingelegt.

Bürgermeister Peter Klinger (CSU): "Zum Gerichtstermin vor Ort hat mich die Einladung per E-Mail nicht erreicht", entkräftet er den Vorwurf, sich nicht um die Belange der betroffenen Bürger zu kümmern. Er wolle das heutige Ergebnis der Kammer abwarten und sei anschließend zu weiteren Gesprächen mit den Anwohnern bereit. "Mir ist bewusst, dass die jetzige Situation für die betroffenen Leute nicht befriedigend ist und dort Nachteile entstanden sind." Mit dem Alternativweg habe man eine Kompromisslösung gefunden, aber auch dort seien die Grundstücksverhältnisse beengt gewesen, so dass es recht steil geworden sei.