Tschirn
Kommunikation

Das Tal ist schlecht versorgt

Bürgermeister Peter Klinger konnte den Tschirnern bei der Bürgerversammlung nicht viel Hoffnung auf einen Ausbau des Mobilfunknetzes machen.
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Mobilfunknetz und Breitbandausbau waren Themen, die die Tschirner bei der Bürgerversammlung beschäftigten. Im Tal ist der Handyempfang schlecht.  Foto: Archiv
Mobilfunknetz und Breitbandausbau waren Themen, die die Tschirner bei der Bürgerversammlung beschäftigten. Im Tal ist der Handyempfang schlecht. Foto: Archiv
Die Gemeinde Tschirn möchte einen flächenmäßigen Ausbau des Mobilfunknetzes. Gerade der im Tal liegende Ortskern sei schlecht versorgt. Dazu will man aber keinen Sendemast im Bebauungsbereich. Dies wurde nach einer längeren Diskussion bei der Bürgerversammlung festgehalten.

Die Aussichten für einen Ausbau sind nach Auskunft des Bürgermeisters Peter Klinger (CSU) derzeit nicht gerade gut, man werde sich aber weiterhin dafür einsetzen, versprach er. Der Gemeinderat habe auch den Anstoß für den Breitbandausbau gegeben. Nunmehr führe die Telekom einen eigenwirtschaftlichen Ausbau durch, der die Geschwindigkeit um das sechs bis siebenfache erhöht.

"Der Wunsch nach einem Dorfladen war nicht so groß wie wir vermutet haben", sagte der Bürgermeister. Wenn Bedarf bestehe, müsse die Initiative von den Bürgern kommen, die Gemeinde könne nur unterstützend tätig werden.

Der kostenlos angeboten Einkaufsbus werde nur vereinzelt angenommen. Vor fünf Jahren habe die Schließung der Sparkasse noch abgewendet werden können. Nun sei wieder ein Stück Infrastruktur weg. Die mobile Sparkasse sei nur eine "Notlösung", zumal der Haltepunkt aus technischen Gründen derzeit nur an der Kirche möglich ist. Künftig gelte es, mit dieser Situation der gesamten Nahversorgung zurecht zu kommen, meinte Klinger.

Die Feuerwehr hatte großen Handlungsbedarf, nachdem das Löschfahrzeug nicht mehr durch den TÜV kam. Es musste ein neues Fahrzeug angeschafft werden, das zu finanzieren war und von möglichst vielen Wehrmännern gesteuert werden kann. Deshalb musste zusätzlich ein Mannschaftstransportfahrzeug angeschafft werden. Der Feuerwehrverein unterstützte die Gemeinde mit einer Spende in Höhen von 20 000 Euro. Die Feuerwehr sei ein Schwerpunkt der Investitionen in den vergangenen Jahren gewesen, so der Bürgermeister.

Der mittlere Dorfplatz sei ein "Dauerbrenner" gewesen. Viele Besprechungen und Sitzungen waren notwendig, um die neue Gestaltung festzulegen.

Winterdienstgebühr rechtsmäßig

Das Verwaltungsgericht habe entschieden, dass der eingeführte Winterdienst gegen eine Gebühr rechtsmäßig sei. Nach fünf Jahren stehe nunmehr eine Neukalkulation der Gebühren an. Es sei diesmal ein Eigenanteil der Gemeinde einzurechnen. Eine Lösung müsse noch für die Eckgrundstücke gefunden werden.

Die Verschuldung der Gemeinde Tschirn sei dank guter Gewerbesteuereinnahmen rückläufig. Gleichzeitig konnte einiges investiert werden, um notwendige Maßnahmen voranzubringen. Der "Berliner Ring" sei in einen erbärmlichen Zustand, deshalb werde sich der Gemeinderat noch in diesem Jahr mit einem Ausbau beschäftigen, so Klinger.

Fraktionsvorsitzender Günter Böhnlein (CSU) meinte, dass mittlerweile alle Gemeinderäte das Wohl der Bürger im Visier haben. In einer gemeinsamen Klausurtagung wurde eine "Wunschliste" aufgestellt. Christian Alber (AfT) stellte den Bürgern die gemeinsam entwickelte Maßnahmesammlung mit Umsetzungsvorschlägen und einen Zeitplan vor.

Als erstes soll für den Bauhof ein zentraler Lagerplatz in Richtung Effelter geschaffen werden. Weitere Maßnahmenvorschläge decken sich bei beiden Fraktionen. Künftig will man sich außerhalb der Gemeinderatssitzungen öfters treffen und den Bürgern mehr Transparenz bieten.

In der langen Diskussionsrunde bemängelte Petra Schmitt, dass die 30-Kilometer-Geschwindigkeitsbegrenzung am Ortseingang Nord aufgehoben wurde. Michael Renk kritisierte, dass es immer noch Bürger gibt, die keine Winterdienstgebühr bezahlt haben, was im Sinne einer Gleichberechtigung nicht hinnehmbar sei. Eine Auskunft über die genaue Anzahl der Gebührenschuldner konnte nicht erteilt werden.

Harald Schnappauf regte an, bei entsprechenden Maßnahmen auch die Barrierefreiheit mit zu bedenken. Erzürnt über die Umgestaltung des mittleren Dorfplatzes zeigte sich Anlieger Hubert Wachter.

"Plan sieben, dem ich sofort zugestimmt habe, ist wie mein erster Vorschlag, hätte man gleich so geplant wäre vieles zu vermeiden gewesen", so Wachter. "Ich habe euch nie einen Stein in den Weg gelegt". Er führte nochmals seine Forderungen an, wonach für ihn der Rangierplatz zu seiner Halle das wichtigste sei.
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