Kronach
Bilanz

Bürger sind mit Sammelsystem zufrieden

Den Mitgliedern des Abfallwirtschafts- und Umweltausschusses wurden die Ergebnisse einer Bürgerbefragung präsentiert.
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Der Abfallwirtschafts- und Umweltausschuss des Landkreises Kronach hatte in seiner Sitzung am Dienstag, unter Leitung von Landrat Klaus Löffler, die Maßnahmen des Landschaftspflegeverbandes Frankenwald, den Haushalt 2017 sowie den Abschlussbericht einer Bürgerbefragung zur Beratung beziehungsweise Beschlussfassung auf der Tagesordnung. Bei der Stichprobenbefragung gab's positive Ergebnisse.
Die Berichte und Informationen machten deutlich, um welch breitgefächertes Ressort es in der Abfallwirtschaft geht. Der von Sachgebietsleiterin Susanne Knauer-Marx vorgestellte Haushaltsplanentwurf 2017 machte deutlich, Abfallwirtschaft tangiert Umweltschutz, Naturschutz, Abfallbeseitigung im allgemeinen Hausmüll und die Leistungen des Dualen Systems Deutschland (DSD-Kunststoffrecycling) bis hin zu Mülldeponien für Bauschutt und Wertstoffhöfen. Das vielseitige Angebot an Dienstleistungen erfordert auch viel Logistik. Doch zuvor standen die Informationen des Landschaftspflegeverbandes Frankenwald an.


Landschaftspflegemaßnahmen

Geschäftsführer Dietrich Förster informierte über die geplanten Landschaftspflegemaßnahmen 2017. Es sind insgesamt Maßnahmen für rund 170 000 Euro im Bereich Beweidung von Rindern (9000 Euro), Schafen und Ziegen (17 100 Euro), Entbuschungen am Schlossberg Nordhalben (71 000 Euro), Wiesenmahd und zur Erhaltung des Artenschutzes (Fledermäuse und Amphibien) geplant. Es werden nur Maßnahmen durchgeführt, für die eine staatliche Förderung bewilligt oder in Aussicht gestellt worden ist. Die Maßnahmen werden zwischen 50 und 90 Prozent gefördert, die Restfinanzierung erfolgt je zur Hälfte durch den Landkreis Kronach und die betreffenden Kommunen.
Im Blickpunkt der Haushaltsvorbereitung für 2017 stand die Frage der Gebührenkalkulation. Nach der Systemumstellung seit 2014 hat man nun konkrete Erfahrungen auch in den finanziellen Auswirkungen vorliegen. So konnte Susanne Knauer-Marx mitteilen, dass man Ende 2017 immer noch auf eine Rücklage von rund 847 000 Euro (auch wenn man 2017 mit einer Entnahme von circa 775 000 Euro rechnen muss) zurückgreifen kann und auch 2018 dürfte noch eine Rücklage von über 200 000 Euro vorhanden sein.
Für das Jahr 2019 wird diese Rücklage aber nicht mehr das Defizit decken können, es sei denn, und da liegt ein bisschen Hoffnung drin, der Zweckverband für Abfallwirtschaft Nordwest Oberfranken in Coburg, dem der Landkreis Kronach angeschlossen ist, werde die Müllverbrennungsgebühren senken. Es wird wohl Ende 2017 auf jeden Fall eine Überprüfung der Gebührenkalkulation für 2018 bis 2021 geben müssen.
Die Räte im Ausschuss stimmten der Haushaltsvorlage 2017 zu. Mit der Einführung des neuen Gebührensystems war eine deutliche Gebührensenkung verbunden (insgesamt zum Gebührenaufkommen 18 Prozent). Die notwendigen Mittel, zum Ausgleich des planmäßig entstehenden Defizites werden im Kalkulationszeitraum den bestehenden Rücklagen entnommen. Insgesamt weist der Haushalt 2017 ein Volumen von 4 976 100 Euro aus. Die Einnahmen betragen gesamt 4 770 600 Euro, davon aus Abfallbeseitigungsgebühren rund 3,4 Millionen Euro.


Neue Kalkulation bis Ende 2017

Größter Ausgabenfaktor sind die Müllverbrennungsgebühren mit rund 2,01 Millionen Euro. Knauer-Marx stellte im Ausblick fest, dass zum Ende 2017 der aktuelle Gebührenkalkulationszeitraum ausläuft. Für 2018 bis 2021 wäre bis Ende 2017 eine neue Kalkulation zu erstellen. Nunmehr zeigt sich bei Betrachtung der aktuellen Gebührenbedarfsermittlung, dass aller Voraussicht nach die Rücklage für den Haushaltsausgleich 2018 und teilweise auch 2019 noch ausreichen wird. Der Zeitpunkt einer Gebührenerhöhung hängt nicht unwesentlich von der Entwicklung der Verbrennungsgebühren ab, die ja den größten Kostenfaktor darstellen.
Mittelfristig könne mit einer Senkung durch den Zweckverband für Abfallwirtschaft Nordwest Oberfranken gerechnet werden, so Knauer-Marx.
Wie sich auch aus der Bürgerbefragung ergeben habe, hat sich das neue Müllgebührensystem bewährt und stößt auf gute Resonanz bei den Verbrauchern. Christian Neubauer, ein Regierungsinspektoranwärter für den Einstieg in die dritte Qualifikationsebene des nichttechnischen Verwaltungsdienstes, hatte für seine Diplomarbeit eine Bürgerbefragung zum Abfallbeseitigungs- und Gebührensystem angeregt und legte Ergebnisse vor.


Stichprobenbefragung

"Die bei der Stichprobenbefragung erhaltenen Daten zeigen, dass die Umstellung des Gebührensystems von den Bürgerinnen und Bürgern durchwegs positiv bewertet wird. Insgesamt wurden 1475 Fragebögen versandt, wovon 688, entspricht 46,64 Prozent, beantwortet zurückgingen. Sowohl das geschaffene Gebührensystem wie auch die Organisation der Systemumstellung wurden von mehr als 90 Prozent positiv bewertet. Deutlich kristallisierte sich mit 87 Prozent heraus, dass keine Bio- Mülltonne erwünscht ist", erklärte Neubauer.


Premiere für Löffler

Landrat Klaus Löffler, der seine erste Abfallwirtschafts- und Umweltausschusssitzung leitete, zeigte sich voll des Lobes und Dank gegenüber den Mitarbeitern im Sachgebiet.
Allen voran habe Susanne Knauer-Marx mit ihrem Team großartige Arbeit geleistet.



Splitter aus dem Abfallwirtschafts- und Umweltausschuss des Landkreises Kronach


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Gebrauchtwarenmarkt Dem Betrieb des Gebrauchtwarenmarktes des Diakonischen Werkes der evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirke Kronach-Ludwigsstadt-Michelau wurde auf deren Antrag hin ein pauschaler Zuschuss in Höhe von 9000 Euro genehmigt. eh
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