Pressig
Gemeinderat

Brücke ja, aber Streit um die Kosten

Die Gemeinde segnet den circa 357 410 Euro teuren Bau ab. Die Eigenbeteiligung liegt bei rund zehn Prozent.
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Die Brücke über den Kleinen Buchbach in Friedersdorf wird im Rahmen der Dorferneuerung erneuert. Sie ist ein Schlüsselobjekt zur Verkehrserschließung des oberen Dorfes. Bürgermeister Pietz (Bild) erklärt, dass auch die Straße dort für Busse und Lkw verbreitert werden müsse. Foto: K.- H. Hofmann
Die Brücke über den Kleinen Buchbach in Friedersdorf wird im Rahmen der Dorferneuerung erneuert. Sie ist ein Schlüsselobjekt zur Verkehrserschließung des oberen Dorfes. Bürgermeister Pietz (Bild) erklärt, dass auch die Straße dort für Busse und Lkw verbreitert werden müsse. Foto: K.- H. Hofmann
Der Gemeinderat setzt in seiner Sitzung am Montag ein Zeichen zur Fortsetzung der Dorferneuerung in Friedersdorf. Mit dem Bau einer Brücke über den Kleinen Buchbach beschloss das Gremium eine wichtige Maßnahme als Voraussetzung für die Fortsetzung mit dem Dorfplatz. Martin Welscher (FW) war zwar für den Bau der Brücke, aber doch nicht zu diesem "unrealistischen Preis von über 350 000 Euro", so schimpfte er. Welscher zeigte sich erbost über diese Kosten, wofür auch noch weitere Ingenieurleistungen anfielen. "Wegen dieser 350 000 Euro werden andere Maßnahmen gekürzt werden müssen", da das Gesamtbudget für die Dorferneuerung Friedersdorf mit 1,6 Millionen Euro gedeckelt sei.
Bürgermeister Hans Pietz (FW) wollte ein Zeichen gesetzt haben und bat um Zustimmung zu dem Bauwerk, nur dann könnten weitere Maßnahmen in Angriff genommen werden, denn erst müsse der Verkehr von Omnibussen und Lkw fließen können und vom Dorfplatz weggenommen werden, "wenn vernünftig weitergebaut werden soll". "Außerdem", so entgegnete Pietz dem Einwand von Welscher wegen zu hoher Kosten, betrage der Gemeindeeigenanteil nur circa 35 000 Euro, da das Amt für Ländliche Entwicklung einen Zuschuss von 90 Prozent zugesagt habe. Insofern handle es sich um eine sinnvolle Investition.
Klaus Dressel ergänzte, dass man das Brückenbauwerk in einer Dezembersitzung zurückgestellt habe. Nun habe man bessere Konditionen erlangt, also sollten wir das Brückenbauwerk angehen, zumal, so Dressel, irgendwann eine Sanierung anstehen würde.
Der Gemeinderat stimmte schließlich dem Bau der Brücke mit Gesamtkosten von circa 357 410 Euro zu. "Die Kostenbeteiligung der Marktgemeinde liegt bei 35 741 Euro. Weiter stimmte das Gremium einem Nachtrag über die Erstellung der Planungskosten von circa 22 000 Euro zu. Zuvor hatte in der Bürgerfragestunde Rita Löffler aus Friedersdorf ein leidenschaftliches Plädoyer für den Brückenbau und die Fortsetzung der Dorferneuerung gehalten. Die Brücke über den Kleinen Buchbach sei ein ganz wesentlicher Punkt in der Dorferneuerung, ja sogar ein Schlüsselprojekt, da es auch der Kindersicherheit und der Verkehrssicherheit im Ort diene. "Die Zeit drängt", meinte Rita Löffler, denn so günstig werde man an diese Maßnahme nicht mehr gelangen, wenn man zögere. Insgesamt solle man mit der Dorferneuerung dranbleiben, schließlich warte man schon seit 17 Jahren darauf. Ihren Heimatort nannte sie ein Juwel, "das es zu erhalten und zu verschönern gilt", die Bürger würden ihren Beitrag dazu leisten und hätten bisher sehr viel Geduld geübt.
Ohne Gegenstimme war sich das Gremium einig, die Sanierung des Wasserleitungsortnetzes im Bereich des Sanierungsgebietes der Dorferneuerung Friedersdorf voraussichtlich 2018/2019 durchzuführen. Die Kosten für die etwa 870 Meter Wasserleitung werden mit circa 260 000 Euro veranschlagt und sind in die Haushaltsplanung der nächsten Jahre aufzunehmen. Klaus Dressel wies auf die Berücksichtigung von Leerrohren hin.
Dagegen war sich das Gremium auch einig, dass ein Gehweg entlang der KC 17 in Marienroth aus bautechnischen Gründen nicht realisierbar ist. Zur Steigerung der Verkehrssicherheit präferiert der Gemeinderat den Einbau von Fahrbahnteilern an den Ortseingängen. Die Verwaltung wurde beauftragt, hier entsprechende Lösungsansätze zusammen mit dem Straßenbaulastträger (Landkreis Kronach) auszuarbeiten. Nach Meinung von Michael Pütterich (SPD) müsse der Bürger im Mittelpunkt stehen. Eine Bürgerinformationsveranstaltung, vor einem Beschluss wäre richtiger und wichtiger gewesen.


Wehr: Plan für Ersatzbeschaffung

Der Beauftragte für das Feuerwehrwesen in der Gemeinde, Verwaltungsfachwirt Stefan Heinlein, legte ein Konzept für Ersatzbeschaffungen der Feuerwehrfahrzeuge mit hohem Einsatzwert vor. In einem Beschluss wurden für die Jahre 2017 bis 2020 folgende Anschaffungen von Löschfahrzeugen vorgesehen: Für das Etatjahr 2018 Drehleiter für die Feuerwehr Pressig Kosten 600 000 Euro, Anteil Markt Pressig circa 130 000 Euro. Für 2019 Löschgruppenfahrzeug LF 10 Feuerwehr Rothenkirchen Kosten 295 000 Euro, für den Markt Pressig 221 500 Euro. Für 2020 Versorgungs-Lkw oder Gerätewagen Logistik 2 Feuerwehr Pressig, Kosten 160 000 Euro, Anteil Markt Pressig rund 121 100 Euro. Die Feuerwehr Marienroth übernimmt das LF 8 Fahrzeug der FF Rothenkirchen nach der Neuanschaffung des LF 10 für Rothenkirchen 2019. Einverständnis gab es auch zur Anschaffung eines Mannschaftstran sportwagens durch die FF Förtschendorf. Die Wehr übernimmt die Anschaffungs- und Finanzierungskosten, die Umbaukosten sowie die laufenden Kosten wie Wartung und Reparaturen. Der Markt Pressig übernimmt den nötigen Einbau der Digitalfunktechnik. Das Fahrzeug wird als Einsatzfahrzeug angemeldet und der Markt trägt die Versicherungsbeiträge.


Gemeinderatssplitter


"Es kommt ohnehin bald von selbst gefallen"


Ein Erwerb des Anwesens Schützengrund 8 in Förtschendorf im Zuge der Dorferneuerung und im Rahmen des Programms "Förderoffensive Nordostbayern" wurde vorerst zurückgestellt. Der Bürgermeister begründete dies damit, weil ein Privatinvestor Interesse an diesem Anwesen zeige. Reinhold Heinlein (CSU) meinte, man solle die Chance nutzen und das Gebäude erwerben und abreißen: "Es kommt ohnehin bald von selbst gefallen." Anderer Meinung war Martin Welscher, der meinte, man solle vorsichtig sein, alte Häuser zu kaufen, wenn ein Privatinteressent vorhanden sei. Schließlich schloss sich das Gremium dem Vorschlag des Bürgermeisters an, das Projekt zurückzustellen und mit dem Amt für Ländliche Entwicklung das weitere Vorgehen zu besprechen. Für das Förderprogramm "Förderoffensive Nordostbayern" wurden folgende Projekte vorgeschlagen: ehemaliger Frauenhofer, Rothenkirchen, ehemaliger Hansveit, Rothenkirchen und ein Gebäude in der Hauptstraße 38, Pressig. Michael Pütterich bat darum, einen Busparkplatz in Rothenkirchen in das Projekt mit einzuplanen.


Elektromobilität

Bürgermeister Pietz informierte über den Stand der Elektromobilität. Sein Fazit: "Für den Markt Pressig sind die drei Ladesäulen in Rothenkirchen ausreichend." Die Initiative des Landkreises, vier Normalladesäulen im Landkreis zu installieren, sei zu begrüßen. Reinhold Heinlein wies darauf hin, dass es gut sei, dass sich der Landkreis für die Installation einer Ladesäule in Neukenroth entschieden habe, damit auch im Haßlachtal die Elektromobilität nicht ausgelassen werde.


Behindertenbeauftragter

Michael Pütterich sprach als Behindertenbeauftragter verschiedene Projekte für Menschen mit Behinderung an. Die beiden akustischen Ampeln im Ortsbereich Pressig an der B 85 seien voll funktionstüchtig, so habe er getestet. Er bat die Räte um mehr Bewusstsein für Menschen mit Behinderung. Im Markt Pressig gibt es derzeit 461 Menschen mit über 50 Prozent Behinderungsgrad, mit über 30 Prozent Behinderungsgrad seien sogar 617 Bürger registriert, Tendenz steigend.


Bauausschuss

Auftragsvergabe In der Bauausschusssitzung des Gemeinderates Pressig wurden einstimmig die Aufträge für Elektrotechnik (Beleuchtung) im Rathaus an die Firma Elektro Feuerpfeil, Ludwigsstadt, vergeben. Für 45 348 Euro erhalten die Mitarbeiter und die Besucher des Rathauses neue LED-Lichtquellen. Diese Beleuchtung nannte Bürgermeister Hans Pietz (FW) hinsichtlich der Energieeinsparung einen Quantensprung, bereits für das Sitzungszimmer habe man diese Beleuchtung bestellt und "das wird uns insgesamt einiges an Geld einsparen", zeigte sich Pietz überzeugt. Für die Beleuchtung gebe es staatliche Zuschüsse, informierte Kämmerer Heinrich Grebner.

Bauhof Des Weiteren nahmen die Räte die Gesamtkosten für den Teilabriss und Neubau des Bauhofgebäudes mit insgesamt 1,381 Millionen Euro zur Kenntnis. Die Baukosten entlang des südlichen Trakts liegen dabei bei 751 000 Euro. Für das Haushaltsjahr 2017 sind die Rohbauarbeiten dieses Traktes mit Baukosten in Höhe von 310 800 Euro vorgesehen. Hierzu gab es ein einstimmiges Votum. Klaus Dressel (CSU) regte ein Gespräch mit der Firma Rauschert an, um die bereits bestehende Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes zu erweitern. Man sei bereits in Verhandlung, so Pietz. Martin Welscher meinte, man solle danach gleich weitermachen und den Rohbau nicht länger stehen lassen. Laut Grebner soll die Baumaßnahme nach drei Jahren fertig sein. eh

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