Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Internet

Landkreis Kronach: Breitband, wohin das Auge reicht

Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortfaktor. Wer von den Gemeinden im Landkreis Kronach wie weit ist, zeigen wir in einem vierteiligen Überblick.
 
von ANDREAS SCHMITT
Neben der Verkehrsinfrastruktur, Kultur-, Sport- und Schulangeboten oder Einkaufsmöglichkeiten gehört ein schneller Internetanschluss zu den wichtigen Standortfaktoren jeder Kommune. Deshalb fördert der Freistaat Bayern seit 2014 den Breitbandausbau in großem Stil. Das Ziel: Bis Ende 2018 soll fast überall mindestens eine Downloadmenge von 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich sein.

Im Kreis Kronach sind formell alle 18 Kommunen Teil des Förderverfahrens, in 15 gibt es einen Ausbau, der mit 80 (bei wirtschaftlich stärkeren) oder 90 Prozent der Kosten bezuschusst wird. Den Rest stemmen die Kommunen. Zusätzlich gibt es Gebiete, die für Netzbetreiber so lukrativ sind, dass sie dort auf eigene Kosten ausbauen.
In einer vierteiligen Serie stellen wir den aktuellen Breitband-Stand vor. Diesmal: Kronach und der südöstliche Landkreis.

Kronach — Rund 10 000 Einwohner verteilt auf etwa elf Quadratkilometer. Die Kronacher Kernstadt zählt zu den dicht besiedelten und damit für Netzbetreiber attraktiven Flächen im Kreis. Mit vergleichsweise geringem Aufwand können dort viele Anschlüsse über Glasfaser versorgt werden. Deshalb ist die Konkurrenz der Anbieter und damit auch der Druck, gute Anschlüsse zu liefern, in diesen Bereichen naturgemäß hoch.

Eine Tendenz, auf die die Telekom reagiert. Das Unternehmen baut seit Juni 2016 sein Kronacher Netz größtenteils eigenwirtschaftlich. Dabei entstehen der Stadt keine Kosten und das Unternehmen ist nicht an die Mindest-Ausbauwerte des Förderprogramms gebunden. Die Telekom kann damit ihre neueste Technik, das sogenannte Vectoring-Verfahren, anwenden, wodurch 90 Prozent der gut 3600 Haushalte eine Download-Rate höher als 50 Mbit/s und 77 Prozent sogar von über 80 Mbit/s erhalten sollen.

Bis Jahresende werden im Stadtgebiet 40 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt und 60 Multifunktionsgehäuse installiert. Und zwar vor allem in den Bereichen, in denen nicht schon Kabel Deutschland eigenwirtschaftlich ein Netz betreibt - was vor allem in Höfles oder Neuses-Ort der Fall ist. Zum Beispiel erschließt die Telekom auf eigene Kosten das Stadtzentrum, Gehülz, Gundelsdorf, Knellendorf oder Ziegelerden.

Dort, wo die Telekom einen Ausbau auf eigene Kosten jedoch nicht für wirtschaftlich genug erachtete, läuft parallel auch ein geförderter Ausbau (siehe Grafik). Denn die Topographie der Kreisstadt und die Tatsache, dass alle Verbindungen vom Knotenpunkt in der Maximilian-von-Welsch-Straße ausgehen, machen den Ausbau recht kostenintensiv.

"Im Uhrzeigersinn erstrecken sich die insgesamt sieben geförderten Erschließungsgebiete Glosberg, Friesen, Fischbach, Fröschbrunn, Neuses Gewerbegebiet, Giessübel und Blumau rund um die Kernstadt", sagt Georg Köstner aus der Stadtverwaltung. Geplanter Abschluss ist Ende 2016. Anschließend bleiben nur 120 Haushalte - meist verstreute Einzelgehöfte - übrig, die als sogenannte "weiße Flecken" noch mit unter 30 Mbit/s erschlossen sind. Ob man deren Situation verbessern kann, wird derzeit überprüft.


Küps — In der Marktgemeinde sind die Erschließungsarbeiten in vollem Gange. Das Leitungsnetz der Glasfaserstränge und die neuen Verteilersysteme sind seit 15. September installiert. Insgesamt soll das schnellere Netz spätestens Ende Januar 2017 in Betrieb gehen. Mindestens mit Bandbreiten bis 30 Mbit/s erschlossen werden Theisenort, Johannisthal, Schmölz-Ost, Oberlangenstadt, Hummenberg, Nagel sowie Teile von Au. Zusätzlich werden im Küpser Industriegebiet und im Baugebiet "Melm II" Glasfaserkabel, welche sonst nur bis zum Verteilerkasten verlaufen und anschließend mit Kupferkabeln verzweigt werden, sogar kostenlos bis ins Haus verlegt. "Dadurch werden Bandbreiten von 100 Megabit pro Sekunde erreicht. Die Investitionssumme liegt bei 1,15 Millionen Euro, wobei die Telekom eine Wirtschaftlichkeitslücke von 465 000 Euro errechnete. Diese Summe fand Eingang ins staatliche Förderverfahren", sagt Torsten Michel, Geschäftsleitender Beamter und Breitbandpate der Marktgemeinde.

Die restlichen Bereiche der Kommune wurden bereits vor den aktuellen Baumaßnahmen, an deren Ende nur noch zwölf Haushalte als "weiße Flecken" gelten, von Konkurrenzanbietern der Telekom erschlossen. Kabel Deutschland ist vor allem in Tüschnitz, Küps-Mitte und Teilen von Au präsent, Thüga Metering Service in Hain, Burkersdorf und Tiefenklein.

Mitwitz — Die Marktgemeinde hat ihren umfangreichen geförderten Ausbau in insgesamt drei Verfahren aufgesplittet, wobei im ersten Bauabschnitt gleich zwei Netzanbieter den Zuschlag erhielten. Die süc-dacor für den Bereich Schwärzdorf, Bächlein, Kaltenbrunn und Burgstall. Und die Telekom in großen Teilen von Mitwitz selbst sowie in Neundorf.

In einem zweiten Verfahren erhielt erneut süc-dacor die Zustimmung für den Ausbau in Leutendorf, Horb, Steinach und Hof. Wie weit der Ausbau fortgeschritten ist, kann nicht genau genannt werden, da sich die Verwaltung der Marktgemeinde zwei Wochen lang nicht in der Lage sah, FT-Anfragen zu beantworten. Laut zuständigem Planungsbüro soll es in Mitwitz zudem noch ein drittes Fördergebiet geben, für das die Ausschreibung gerade läuft. Hierbei werden die Kläranlage, einzelne Wustungen und vereinzelte bislang ausgesparte Straßenzüge erschlossen. Nach dessen geplantem Abschluss Mitte 2018 wird es nur noch wenige Bereiche unter 30 Mbit/s geben.


Schneckenlohe — Beikheim wurde bereits vor dem Förderverfahren eigenwirtschaftlich vom Netzbetreiber süc-dacor ausgebaut. 2016 wurden zusätzlich die Gebiete in Schneckenlohe und Neubrand erschlossen, die vorher als "weiße Flecken" galten. Insgesamt umfasste das von der Telekom ausgebaute Fördergebiet über 130 Haushalte. Es wurden im Rahmen der Baumaßnahme 1275 Meter Glasfaserkabel verlegt und zwei Schaltgehäuse errichtet. Seit Sommer 2016 ist das schnelle Internet jetzt nahezu flächendeckend in der Kommune verfügbar.

Weißenbrunn — Mit Ausnahme von Hummendorf und Friedrichsburg durchlief 2012 das gesamte Gemeindegebiet das erste bayerische Förderverfahren. Die (im Vergleich zu heute geringen) Vorgaben des Freistaats damals: ein Ausbau auf eine Stärke von zwei Mbit/s bzw. bei 95 Prozent der Haushalte auf mindestens sechs.
Maximal war aber bereits damals ein Ausbau bis 50 Mbit/s förderbar, was Weißenbrunn nutzte. Ein Großteil des Gemeindegebiets wurde von Kabel Deutschland oder Thüga Metering Service so weit erschlossen, dass für diese Bereiche das aktuelle, zweite Förderverfahren nicht in Frage kam.

Nur für Hummendorf machte eine Ausschreibung Sinn. "Die Überlegungen haben sich aber erledigt, als die Telekom einen eigenwirtschaftlichen Ausbau anbot", sagt Stefan Porzelt, Sachbearbeiter in der Gemeindeverwaltung. Der Ausbau läuft momentan und soll im November 2016 abgeschlossen sein.
Kleine "weiße Flecken" gibt es dann noch in Friedrichsburg und auf Einzelgehöften. Die Kommune, die ihren gesamten maximalen Förderbetrag von 820 000 Euro noch zur Verfügung hat, müsste sich an einer Erschließung mit zehn Prozent Eigenanteil beteiligen.

Der Breitbandausbau in der Kreisstadt und im südwestlichen Landkreis in Zahlen & Fakten

Kronach:
Einwohner: 16 800; Fläche: 67 km 2 ; Stadtteile: 15; Förderung: 416 000 Euro (90%); Eigenanteil: 46 000 Euro; Ausbaustand: Geplanter Anschluss Dezember 2016; Netzbetreiber: Telekom (Förderpartner), Thüga, Kabel Deutschland; Breitbandpate: Georg Köstner

Küps: Einwohner: 7700; Fläche: 36 km 2 ; Ortsteile: 9; Förderung: 415 000 Euro (90%); Eigenanteil: 50 000 Euro; Ausbaustand: Inbetriebnahme Ende Januar 2017; Netzbetreiber: Telekom (Förderpartner), Kabel Deutschland, Thüga; Breitbandpate: Torsten Michel

Mitwitz: Einwohner: 3000; Fläche: 33 km 2 ; Ortsteile: 10; Förderung: 404 000 Euro (90%); Eigenanteil: 68 000 Euro; Ausbaustand: Verfahren läuft; Netzbetreiber: Telekom, süc-dacor (beide Förderpartner); Breitbandpate: Hans-Peter Laschka

Schneckenlohe: Einwohner: 1076; Fläche: 9 km 2 ; Ortsteile: 4; Förderung: 120 000 Euro (90%); Eigenanteil: 16 500; Ausbaustand: seit Sommer 2016 abgeschlossen; Netzbetreiber: Telekom (Förderpartner), süc-dacor; Breitbandpate: Knut Morgenroth

Weißenbrunn:
Einwohner: 2900; Fläche: 26 km 2 ; Ortsteile: 12; Förderung: 0 Euro; Ausbaustand: eigenwirtschaftlicher Ausbau Hummendorf bis November 2016, Rest weitgehend erschlossen; Betreiber: Telekom, Thüga, Kabel Deutschld.; Breitbandpate: Stefan Porzelt
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.