Landesgartenschau

Blumenpracht entsteht in Kronach

Dort, wo sich vorher ausrangierte Autos auf Halden gestapelt hatten, gab es im Jahr 2002 in Kronach ein Meer an bunten Blüten.
Blick vom Seidl-Turm auf das mit vielen Blumen gepflanzte Landesgartenschaugelände in Kronach Fotos: Archiv
 
von FRIEDWALD SCHEDEL
Wenn Spaziergänger an den sonnigen Wochenenden vom Plessi-Turm über die Seebühne bis zur Kleingartenanlage Neuses schlendern und die herrliche Natur genießen, können sich viele nicht mehr vorstellen, wie diese Oase der Ruhe und Erholung vor über 15 Jahren ausgesehen hat. Das war bevor die Landesgartenschau im Jahr 2002 die über 17 Hektar große Fläche in ein Meer von Blüten verwandelt hat.

1992 hatte sich die Stadt Kronach für die zehn Jahre später auszurichtende Landesgartenschau beworben, die ein Jahr vor der 1000-Jahr-Feier Kronachs durchgeführt werden sollte. Noch im Bewerbungsjahr erhielt Kronach den Zuschlag. Das Projekt Landesgartenschau kostete etwa 35 Millionen Euro. Knapp die Hälfte kam durch Zuschüsse und Eintrittsgelder herein. Am Rest hat die Stadt Kronach noch jetzt zu knabbern.


Altlastensanierung

Bis kurz vor der Jahrtausendwende waren Schrottbetriebe und Mineralölfirmen am Flügelbahnhof ansässig. Die wurden ausgesiedelt, damit das Gelände rekultiviert werden konnte. Am 1. März 2000 begann die Altlastensanierung. Die schlimmsten Befürchtungen, was die Kontamination des Bodens mit Schadstoffen anging, wurden weit übertroffen. Die kleine Stadt Kronach hatte eine der größten Altlastensanierungen, die in Bayern jemals geleistet wurden, zu schultern. Über 130 000 Tonnen (7500 Lkw-Züge) an zum Teil stark verseuchtem Boden mussten ausgebaggert und zu Deponien gefahren werden, rund 80 000 Tonnen (4600 Lastzüge voller Erdreich) neuer Boden wurden aufgefüllt.


Zeitplan gerät aus den Fugen

Im abtransportieren Material befanden sich 99 Tonnen Kohlenwasserstoffe und 61,5 Tonnen Schwermetalle, darunter 21,7 Tonnen Blei, 24,5 Tonnen Zink, 9,65 Tonnen Kupfer. Auch 20 vergrabene Holzfässer, teilweise noch mit Schweröl oder Ähnlichem gefüllt, wurden ausgebuddelt und entsorgt.
Nicht nur das gesamte Gelände wurde umgegraben, auch die Ufer der drei Flüsse Rodach, Kronach und Haßlach gestaltete man auf insgesamt drei Kilometern Länge um.

Durch die Verzögerung bei der Altlastensanierung geriet der Zeitplan für die Landschaftsgestaltung immer wieder aus den Fugen. 650 Gehölze konnten belassen werden, 4000 musste man neu pflanzen. Alleine 100 Großbäume waren mit riesigen Baggerschaufeln samt Wurzelballen in den Boden zu setzen.

Zigtausende Blumen waren zu pflanzen - und dann kam ein gewaltiges Winter-Hochwasser und schwemmte viele Blumenzwiebeln auf einer großen Fläche wieder weg. Doch bis zum Eröffnungstermin am 26. April 2002 wurden auch diese Nachpflanzungen geschultert. Unzählige Besucher schlenderten bis zum 6. Oktober 2002 durch eine Blütenpracht sondergleichen.
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