literatur

Auch im Weltall isst man Lauensteiner Pralinen

Der Autor der "Perry Rhodan"-Hefte wohnt im Fichtelgebirge. In der Folge 2840 lässt er eine Protagonistin ein Stück Lauensteiner Edel-Vollmilch naschen. Die Pralinen-Confiserie freut sich über die unerwartete Marketingunterstützung.
Hubert Haensel aus Waldershof mit dem "Perry Rhodan"-Heft 2840, in dem er seine Naschkatze ein Stück Lauensteiner Edel-Vollmilch essen lässt, und mit Pralinen, die an seinem Arbeitsplatz selten fehlen. Foto: privat
 
In der Zentrale der Confiserie Burg Lauenstein war die Überraschung groß. Im aktuellen Heft der legendären Science-Fiction-Serie "Perry Rhodan" kommen die Produkte aus Ludwigsstadt zu Raumschiffehren. Geschäftsführer Thomas Luger ist begeistert.

In der wohl größten Science-Fiction-Serie der Welt wird seit 1961 die Zukunft der Menschheit erdacht. Im Gegensatz zu Raumschiff Enterprise oder dem Dune-Zyklus von Frank Herbert ist der Romanheld nicht im Hollywood-Film zu Hause. Perry Rhodan ist ein deutsches Produkt, das weltweit aktiv ist.


Naschkatze im Raumschiff


Die 1961 von Walter Ernsting und K. H. Scheer erdachte Serie ist inzwischen bei Band 2840 "Der Extraktor" und im Jahr 1518 neuer galaktischer Zeitrechnung angekommen, was dem Jahr 5103 unserer Zeit entspricht.

In einem Raumschiff der Liga Freier Terraner, wie das Sternenreich der Menschheit dann heißen wird, Lichtjahre von der Erde entfernt, durchsucht die Konteradmiralin Rani Kosla gerade die Süßigkeitenvorräte ihres ersten Offiziers Kharm Desda und konfisziert sie einfach. "Lauensteiner Edel-Vollmilch?", fragt sie ihren Stellvertreter, der eine Naschkatze ist, und isst die Schokolade vorsichtshalber selbst auf. Um dann ganz mokant zu fragen: "Muss ich mich eigentlich wundern, dass die terranische Süßwarenindustrie boomt?"


Geschäftsführer will sich ein Heft kaufen


Die auf Seite 13 des Heftes versteckte Szene dürfte bei heimischen "Lesern und Pralinenfans einen Aha-Effekt ausgelöst haben. Den Romanhelden kennt nicht nur jeder Science-Fiction-Fan, viele haben zumindest irgendwann einmal ein Heft gelesen. So auch Lauensteiner-Chef Thomas Luger "vor zwanzig Jahren einmal".

"Dass unsere Produkte in den kulinarischen Medien auftauchen, erwarte ich ja eher. Aber das kommt jetzt völlig überraschend", sagte er. Und wollte sich dieses besondere Heft auch gleich besorgen.

Doch wie kommt jemand auf so eine Idee? Die Frage beantwortet Hubert Haensel, der im Fichtelgebirge lebt. Inzwischen gehört der Bankkaufmann zu den Autoren, die am längsten für die Romanserie schreiben. In seinem Heimatort Waldershof bei Marktredwitz hatte er gerade in Nachtarbeit den nächsten Roman abgeschlossen, für den der Abgabetermin mal wieder längst abgelaufen war, als er unsere Anfrage beantwortete.


Pralinen als Energiezufuhr


Er selbst bezeichnet sich als Naschkatze. Er greife bei seiner Arbeit auch gerne auf Lauensteiner Pralinen und Schokolade zur Energiezufuhr zurück. "Deshalb habe ich auch gerne Werbung für unsere Region gemacht." Lauensteiner Pralinen kennt er, "seitdem ich bei einem Stammtisch von Perry-Rhodan-Fans in Hof damit verwöhnt wurde". Angetan war der Autor auch von der Reaktion in der Pralinenfabrik - hat ihn Thomas Luger doch zu einem Besuch eingeladen. "Da würde es sich anbieten, darüber auch etwas für unseren vierwöchentlichen Perry-Rhodan-Report zu schreiben", meinte er. So könnte man damit auch bei den Lesern jenseits unserer Region für noch mehr Bekanntheit sorgen.

Übrigens, die Romanserie ist einen Tick älter als die Lauensteiner Pralinenfabrik, die eben ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert hat. Dank der Serie weiß man nun, dass es die Köstlichkeiten aus dem Frankenwald auch noch in über 3000 Jahren geben wird.

Die Serie hat seit kurzem auch einen zweiten oberfränkischen Autor: Oliver Fröhlich aus Hof. Und noch eine weitere Spur führt in die Region: Zur Koordinierung der großen Fangemeinde gibt die Perry-Rhodan-Fanzentrale einen Newsletter heraus. Und für diesen ist seit einem Jahr Christina Hacker verantwortlich, eine gebürtige Saalfelderin, die heute der Liebe wegen in Waging im tiefsten Oberbayern lebt, aber regelmäßig in ihre thüringische Heimat kommt. Dort hatte sie 2010 für ein wenig Aufsehen gesorgt - mit einer Star-Trek-Hochzeit in den Saalfelder Feengrotten.


Auf dem Dachboden entdeckt


Auf ihrer Website beschreibt sie, wie sie zu Perry Rhodan kam. 1989 war das, als sie bei ihrer ersten Reise in den Westen bei Verwandten im Schwarzwald auf dem Dachboden alte Hefte fand.

Übrigens hatte sie damals im Grenzbahnhof Probstzella, nur wenige Meter von der Pralinenfabrik entfernt, den Interzonenzug bestiegen.
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