Burggrub
Natur

An ehemaliger Grenze entsteht neuer Lebensraum

Hecken haben sich an der ehemaligen Grenze ausgebreitet, was die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen beeinträchtigt hat. Jetzt gibt es eine Lösung.
Artikel einbetten
Landwirt Erwin Schwarz im Bereich eines Grenzsteins, der im Zuge der Arbeiten freigelegt wurde. Foto: privat
Landwirt Erwin Schwarz im Bereich eines Grenzsteins, der im Zuge der Arbeiten freigelegt wurde. Foto: privat
Landwirte und Naturschützer arbeiten Hand in Hand beim Erhalt wertvoller Heckenstrukturen. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres trafen sich Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde Sonneberg, der Stiftung Naturschutz Thüringen, des Naturschutzgroßprojektes Grünes Band, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands für Kronach und der Geschäftsführer der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken bei Burggrub, um gemeinsam vor Ort über die Entwicklung der dortigen Heckenstrukturen des "Grünen Bandes" zu beraten.

Diese heute ökologisch sehr wertvollen Relikte der einstigen deutsch-deutschen Teilung hatten sich von ihrem Thüringer Gebiet langsam, aber stetig in Richtung Bayern ausgebreitet und dabei manchen Grenzstein überwuchert, was die bäuerliche Nutzung anliegender Flächen erschwerte. Auf Anregung von Erwin Schwarz - des Landwirts, der die umliegenden Wiesen bewirtschaftet - kam man daher zusammen, um eine praxisnahe Lösung des Problems zu finden, die gleichzeitig einen Vorteil für die Entwicklung dieser Biotope bringen sollte.
Eine gangbare Option war schnell gefunden: Die nach Bayern eingewachsenen Bereiche sollten entfernt werden, genauso wie ein zirka zwei Meter breiter Streifen jenseits der Grenzsteine. Damit wird verhindert, dass im nächsten Jahr gleich wieder angerückt werden muss. In diesen Januartagen, bei Frost und Schnee, wurde mit den Maßnahmen begonnen, um sie möglichst bodenschonend durchführen zu können.

Der Landwirt kann die Flächen nun wieder bis zur Grundstücksgrenze bewirtschaften und den Rückschnitt zu Hackschnitzeln verarbeiten lassen. Auf diese Weise bleibt er nicht auf seinen Ausgaben sitzen, da er den Auftrag aus eigenen Mitteln vorfinanziert. Außerdem ergeben sich für alle Beteiligten keine bürokratischen Hürden, wie sie Fördermittelanträge mit unklarem Gebietsbezug mit sich bringen würden. Und im Sinne einer Win-Win-Konstellation entstehen auf dem zwei Meter breiten, "auf den Stock gesetzten" Streifen zwischen Landesgrenze und alter Hecke neue Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Denn die Überalterung und das Auswachsen dieser Dornwälle mindern ihren ökologischen Wert dramatisch. Dort, wo neue Schösslinge dicht und kompakt am Heckensaum austreiben, finden sich dagegen viele Unterschlupf- und Nistmöglichleiten für Bodenbrüter, Igel und Feldhasen. Darüber freuen sich besonders die Unteren Naturschutzbehörden Sonneberg und Kronach sowie die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken im Mitwitzer Wasserschloss.
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren