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Hölle, Hölle, Hölle bei den Evangelischen

Die Evangelische Kirche Deutschlands ist mit dem Titel "Sprachpanscher des Jahres" ausgezeichnet worden.
Bischöfin Käßmann, die nicht bei allen beliebt ist
 
von RUDOLF GÖRTLER

M ehr als 30 Jahre ist es her, dass eine Kompilation "Dummdeutsch" erschien, herausgegeben von Eckhard Henscheid und anderen. Mit durchaus volkspädagogischem Impetus: Durch Isolierung und Verhöhnung sollten dem Sprachsensiblen unerträgliche Vokabeln kenntlich gemacht und womöglich ausgemerzt werden, jenes "Syndrom aus vor allem Werbe- und Kommerzdeutsch". Haben die in mehreren Auflagen verbreiteten Bücher etwas genützt, bewirkt? Wenig bis nichts. Die Sprachpanscher panschen munter vor sich hin, wie der Verein Deutsche Sprache unlängst wieder einmal konstatieren musste. Nun ist diese Vereinigung konservativ und neigt zu Deutschtümelei. Gegen Anglizismen ist nichts einzuwenden, wenn sie eine Funktion erfüllen, das heißt etwas bezeichnen, wofür es im Deutschen keine Entsprechung gibt. Die Evangelische Kirche Deutschlands jedoch mit ihrem verzweifelten Versuch, sich an den Sprachmüll aus Werbung und Marketing anzubiedern und an die Berliner Wortspielhölle ("Yes, we kämm"), wurde zu Recht mit dem Titel "Sprachpanscher des Jahres" ausgezeichnet. Für "godspots" (kostenloses Wlan in Kirchen) oder "Segen erleben - Moments of Blessing". Das hat schon etwas Infernalisches, ja Blasphemisches, so wie Henscheid die Suada einer Bischöfin Käßmann "bekloppt und gottlos" nennt. Wird die Auszeichnung, die so wie der Anti-Oscar "Goldene Himbeere" niemand haben will, etwas bewirken? Ach was. Die Evangelen auf ihrem Höllentrip werden bestimmt bald ein "Meet & Greet" in den Kirchen einrichten, "Gebet ist geil" twittern und zu "Making of Luthers Translation" einladen. Alle andern sind aber auch nicht viel besser und der Duden in seiner butterweichen Duldsamkeit ein Feigling. Angebersprache und Pseudomodernität sind nicht auszurotten. Ein Peter Tauber, CDU-Generalsekretär, der überhaupt auf schwer modern macht, erfand, um auch noch den letzten BWL-Studenten zu fangen, einen "Innovation-Pitch" und "Working-Spaces" . Im Konrad-Adenauer-Haus. Der Alte rotiert im Grabe.



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