Bamberg
Kommentar

Typisch fränkisch?

Viel bringt eine Umfrage zur Identifikation nicht, meint unser Kommentator.
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Foto: David Ebener, dpa
Foto: David Ebener, dpa
Ja, was sind wir denn nun? Deutsche oder Bayern? Europäer? Franken? Oder vielleicht doch Weltbürger? Es gab mal wieder eine Umfrage. Inwieweit unter den 2018 Personen in Deutschland, die vom Meinungsforschungsinstitut YouGov befragt wurden, Franken gewesen sind, wissen wir nicht. Fest steht jedenfalls: Mit ihrem Bundesland fühlen sich die meisten Menschen in Bayern verbunden. 25 Prozent, deutlich mehr als in anderen Bundesländern. Nur 14 Prozent in Bayern identifizieren sich demnach primär mit ihrer Region - also mit Franken, mit Schwaben oder der Oberpfalz.


In der Mongolei

Was lernen wir daraus? Gar nichts! Die gefühlte Identität ist in der Regel der Situation geschuldet. Im Gespräch mit einem Hamburger würden wir uns wohl eher als Bayern bezeichnen. Hessen gegenüber dagegen auf unsere fränkische Herkunft verweisen.
Wobei Franken ja bekanntlich große Unterschiede aufweist. Dazu muss man es nicht einmal in Bier- und Weinfranken aufteilen. Die Region auf diese Flüssigkeiten zu fokussieren, führt identifikationstechnisch sowieso nicht weiter. Wein tranken schon die alten Perser, Ägypter und Griechen. Und Bier hat man schon in Mesopotamien gebraut.
Fühlen wir uns als Weltbürger! Liedermacher Wolfgang Buck hat es vor 15 Jahren so formuliert: "Franken liegt in der Mongolei."
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