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Ein Klecks macht Kinder kreativ
Albrecht Dürer gehört zu den "alten Meistern" der Malerei. Hört sich langweilig an – ist es aber nicht. Zumindest dann nicht, wenn der Künstler mit seinem Freund Klexi und dessen Erfinderin Birgit Osten unterwegs ist.
„Das Rhinoceros“ heißt ein berühmter Holzschnitt, den Albrecht Dürer 1515 geschaffen hat. Eigentlich erstaunlich, denn Rhinozerosse gab es damals bei uns gar nicht. Wie konnte Dürer also wissen, wie sie aussehen? – Weil er im Nürnberger Tiergarten war, sagt die Autorin und Grafikerin Birgit Osten. Und zwar erst in diesem Jahr.
Dürer reiste aber nicht alleine durch die Zeit. Immer dabei: sein Freund Klexi, ein Hase, der aus seinem Zauberpinsel gehüpft ist. Zumindest in dem Buch „Dürer und Klexi“, aus dem Birgit Osten den knapp 30 Kindern des Kinderhortes Carl-Platz-Schule gestern vorgelesen hat.
Jede Ferie ein anderer Küstler
„Große Künstler – kleine Künstler“ heißt das Jahresthema des Hortes, jede Ferien ist ein anderer Künstler dran. An Ostern waren es James Rizzi und Keith Haring, jetzt eben Dürer.
„Wir hatten eigentlich eine Führung durchs Dürer-Haus geplant, aber eine Lesung ist für die Kinder viel aktiver“, sagt Erzieherin Natascha Ruff.
Und die hüpfen, singen – und tun das, was auch Dürer tat: Sie zeichnen. Erstmal auf dem elektronischen Zeichenbrett, das die Grafikerin mitgebracht hat, „denn da gibt es einen Radierer“.
Dann geht’s richtig los: Jedes Kind bekommt ein Blatt mit buntem Klecks und einen Stift und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. „Ich glaube, dass ich von Gott den Auftrag habe, den Kindern zu zeigen: Du bist der König im Ideenland“, sagt Birgit Osten. Ein Jahr lang hat sie an dem Buch gearbeitet, das auch einen Stadtplan „mit den Nürnberger Hotspots für Familien“ enthält.
„Den gibt es aber auch kostenlos bei der Nürnberger Tourismuszentrale.“
Dürer hätte das gefallen, glaubt sie: „Manchmal denke ich, der Dürer guckt von oben runter und freut sich, dass ich ihn in die heutige Zeit hole. Er war schon damals ein cooler Typ und heute ist er wieder einer.“
"Jetzt weiß ich voll viel"
Das weiß nun auch die zehnjährige Kiara: „Ich kannte Dürer vorher noch gar nicht und jetzt weiß ich voll viel“, freut sie sich. Auch Isabella (9) hat etwas gelernt: „Ich wusste bis jetzt nicht, dass er diese Metalldinger mit dem Eingeritzten gemacht hat.“ Nur Pierre lässt sich nicht beeindrucken: „Ich mochte Rizzi ein bisschen mehr. Der hatte einen kürzeren Namen.“
Übrigens hat Dürer in Wirklichkeit nie ein Rhinozeros gesehen. Er musste sich auf eine Beschreibung verlassen, die ihm ein Freund gegeben hatte. Über einen Klexi, der ihm im Tiergarten eines zeigt, hätte er sich bestimmt mehr gefreut!
Autor: Sarah Bernhard
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