ALBERTSHOFEN

Verbaler Schlagabtausch beim Rathaussturm

Wenn der Höpper-Elfer das Rathaus stürmt, fliegen zwischen den Karnevalisten und Bürgermeister Horst Reuther die Fetzen – nur verbal, versteht sich.
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Das Prinzenpaar Regina und Philipp führten die gefangenen Gemeinderäte und den Bürgermeister an, die von den Gardemädels durch Albertshofen zur Burg des Höpper-Elfers in die Gartenlandhalle abgeführt wurden.
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Wenn der Höpper-Elfer das Rathaus stürmt, fliegen zwischen den Karnevalisten und Bürgermeister Horst Reuther die Fetzen – nur verbal, versteht sich! 18 närrische Karnevalsgesellschaften mit sieben Prinzenpaaren und drei Kinderprinzenpaaren unterstützten den Höpper-Elfer am Sonntag beim traditionellen Rathaussturm.

Witzige Reimform

Mit Pauken und Trompeten zogen sie unter den Klängen des farbenprächtigen Albertshöfer Spielmannszuges zum Rathaus, um dort Bürgermeister Horst Reuther und seine Gemeinderäte gefangen zu nehmen. Mundartdichter Tilo Gernert hat in diesem Jahr bereits zum 27. Mal diese Auseinandersetzungen des Rathaussturmes in witziger Reimform geschrieben.

„Endlich ist der Tag nun da, nach dem wir uns seit Wochen sehnen“, stellte Sitzungspräsident Timo Gallena mit sichtlicher Freude fest. „Vor der Wahl ham die gestritten, vergaßen alle guten Sitten! Ob Schwarz, ob Rot, ob Freie Wähler, entpuppten sich dann als unsere Quäler, die uns finanziell beschneiden, dass wir Narren wahrlich leiden!“

Schwüre der Räte

Gallena erinnerte an die Schwüre der Räte, von denen nicht viel übrig geblieben sei und warnte den Bürgermeister Horst Reuther: „ So bissig wie heut war'n Sie noch nie! Horst heißt und schwarz ist auch in München ein Ministerpräsident, den in Deutschland jeder kennt. Lässt die Kanzlerin stramm steh'n, die ganze Welt konnt's im Fernsehn sehn – hoffentlich färbt das nicht ab, sonst gibt's hier noch ein Malheur!“

Doch der Bürgermeister lies sich von den rotbefrackten Narren nicht sonderlich beeindrucken und gab den Karnevalisten eine ebenso freche wie gereimte Antwort: „Jetzt reichts langsam, Herr Präsident, wer unser Bayern richtig kennt, der weiß, wie es im Deutschland steht und dass es uns am Besten geht. Im Länderausgleich zahlen wir Milliarden, worauf die Berliner sehnlichst warten. Alle möchten in Bayern leben, die zielstrebig über unsere Grenzen streben. Und wer ist schuld, dass es so ist – die Schwarzen, damit ihr's endlich wisst. Die stellten halt richtig ihre Weichen, drum sage ich: Ihr könnt Euch jetzt schleichen!“

Der Sitzungspräsident war empört: „Habt Ihr alle zugehört, ein Bürgermeister vom schwarzen Verein, der schenkt uns heute ganz schön ein. Wir stürmen jetzt dies hohe Haus und holen alle da drinnen raus“, rief er die Karnevalisten zum Rathaussturm auf.

Schlüsselübergabe

Mit Hellebarden und Kampfgeschrei stürmten die Narren das Rathaus und Bürgermeister Horst Reuther rückte letztlich freiwillig den Schlüssel heraus und übergab ihn in die Hände des Prinzenpaares Regina Ehrlich und Philipp Wenkheimer. Gefangen von den Gardemädels wurden der Bürgermeister und seine Gemeinderäte durch Albertshofen zur Burg des Höpper-Elfers in die Gartenlandhalle abgeführt.

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