FUSSBALL: LANDESLIGA NORDWEST

Rimpar hat es hinter sich

So weit hat es Abtswind also schon gebracht: Eine Niederlage beim Tabellenführer gilt inzwischen als eine Art Schicksal, wie das Beispiel des jüngsten 1:5 zeigt.
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Ein Schuss, ein Tor, ein Startsignal: Pascal Kamolz eröffnet mit seinem Treffer zum 1:0 Abtswinds Torejagd.

Mit einem 5:1 (3:0) hat Landesliga-Tabellenführer TSV Abtswind am Samstag den ASV Rimpar nach Hause geschickt. Eine Niederlage dieser Dimension ist für den gegnerischen Trainer in der Regel kein Grund, hinterher gut gelaunt zu sein. Beim Rimparer Harald Funsch war es anders, er zeigte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel als launiger und gut aufgelegter Verlierer. „Sie erleben mich relativ gelassen hier“, sagte er. Nach Abtswind müsse in der Saison jeder mal. „Ich habe es hinter mir.“ Das klang schon nach Fatalismus.

Später benannte er auf eine Frage aus Reihen der Zuhörer die einfache Ursache für die Klatsche. Realistisch gesehen sei Abtswind einfach in fast allen Dingen überlegen gewesen. „Im Zweikampfverhalten, Abschluss und im Strafraum hatte Abtswind mehr Qualität“, fand Funsch. Zum Ende des letzten Abtswinder Heimspiels in diesem Jahr hob er sein gutes Verhältnis zu den Abtswindern und Kollege Petr Škarabela hervor – und verteilte sogar ein vorweihnachtliches Lob. Er wünsche dem Verein den Titel und den Aufstieg in die Bayernliga. „Ihr seid einfach dran. Es ist nicht leicht, immer wieder vorn dabei zu sein und immer wieder vorn anzugreifen. “ So etwas hörte man gerne in Abtswind, wo es eine Woche vorher nach einer 2:4-Heimniederlage gegen Euerbach noch enttäuschte Gesichter gegeben hatte.

Bis die Abtswinder in der Partie bei nasskaltem und typischem November-Wetter auf gut bespielbarem Rasen vorne richtig Schwung bekamen, hatte es eine Zeit lang gedauert. Škarabela setzte auch ohne den angeschlagenen Adrian Dußler auf Offensive: Neben Daniel Endres und Pascal Kamolz schoben die flinken Peter Mrugalla und Frank Hartlehnert auf den Außenbahnen an, anfangs aber nicht erfolgreich, denn die Rimparer zeigten, warum sie bislang so wenig Tore kassiert haben. Sie standen kompakt und machten es dem behäbigen Gegner schwer. Zudem verpasste Kamolz die Großchance zur Führung, als er nach Michael Herrmanns Eingabe aus fünf Metern am Ball vorbei haute (24.).

Wenig später machte es der Torjäger besser. Am Ende der Stafette über Brunsch und Mrugalla lenkte er den Ball am langen Pfosten zum 1:0 ins Netz (29.); es sollte der Startschuss für seine bis dato nicht in Schwung gekommene Elf sein. Die ließ sich auch nicht von einer haarigen Abseitsentscheidung aus der Ruhe bringen, als Daniel Endres' Tor nach feiner Vorlage Hartlehnerts zurückgepfiffen wurde (35.). Im Gegenzug scheiterte der Rimparer Kapitän Andreas Hetterich zweimal knapp an TSV-Schlussmann Julian Schneider, nur kurz darauf veredelte Hartlehnert einen von Daniel Endres quer gelegten Ball per Billard-Flachschuss, der von Pfosten zu Pfosten und dann ins Tor zum 2:0 sprang (39.). Abtswind nutzte die kurzzeitige Schwächephase des Gegners kühl und legte das dritte Tor nach. Als sich Rimpars Torwart Patrick Meier beim Herauslaufen verschätzte und gegen Endres ausrutschte, brauchte der nur querzulegen auf Kamolz, und es hieß zur Halbzeit 3:0.

Feierabend war für die Gäste aber noch nicht. Mit Beginn der zweiten Hälfte hatten sie ihre beste Zeit. TSV-Torwart Schneider parierte erst gegen Robert Schmidt (48.), und Julian Wa-genhäusers Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben (57.). Doch dann traf Philipp Löw per Abstauber nach abgewehrtem Kopfball Rüttigers zum 1:3 (60.). Abtswind antwortete im Stil einer Spitzenmannschaft – auch weil Rimpar seine Defensive etwas öffnen musste. Erst bewies Daniel Endres bei seinem 4:1, dass er im Duo mit Pascal Kamolz vorne funktioniert. Er köpfte die Flanke Jürgen Endres' zum 4:1 in die Maschen (66.). Schließlich legte Kamolz ein Viertelstündchen vor Abpfiff seinen dritten Treffer drauf zum 5:1 (76.).

Škarabela freute sich über fein herausgespielte Treffer seiner Mannen und hob Pascal Kamolz hervor, der neben seinen bislang 13 Toren zehn Vorlagen vorweisen kann. „Ein Klassestürmer, der den Zug zum Tor hat. Das war überragend heute, er macht einfach die Tore.“ Zudem besitze das Personal auf der Auswechselbank die Qualität, Ausfälle oder Wechsel wegzustecken. Gästetrainer Funsch sagte, er habe schon geahnt, dass Abtswind sich direkt nach der Heimniederlage gegen Euerbach anders präsentieren werde. Der Realismus hatte ihn eingeholt.

Die Statistik des Spiels

Fußball: Landesliga Nordwest TSV Abtswind – ASV Rimpar 5:1 (3:0)

Abtswind: Schneider – Herrmann, Brunsch, Graf, Lukas Wirth (80. Szuskiewicz), Wirsching (58. Jürgen Endres), Jonas Wirth, Mrugalla, Hartlehnert (71. Barthel), Daniel Endres, Kamolz.

Rimpar: Meier – Weidner, Moskwiak, Eck, Yaman (80. Cesf), Brennecke, Özdemir, Weidner, Rüttiger, Löw (74. Schmidt), Wagenhäuser (58. Böhm), Hetterich.

Schiedsrichter: Bär (Kronach).

Zuschauer: 100.

Gelbe Karten: Brennecke, Özdemir.

Tore: 1:0 Pascal Kamolz (29.), 2:0 Frank Hartleh- nert (39.), 3:0 Pascal Kamolz (42.), 3:1 Philip Löw (60.), 4:1 Daniel Endres (66.), 5:1 Pascal Kamolz (70.).

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