FUSSBALL: JUNIORENTAGUNG

Neue Modelle für den Nachwuchs

Auf den rasanten Rückgang an Juniorenteams reagiert der Verband mit ungewöhnlichen Ideen. Warum den Nachwuchs nicht in einer Qualifikation spielen lassen?
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Thomas Krug (rechts) ist neuerdings Juniorenleiter im Kreis Schweinfurt und hat Wolfgang Hellert (links) abgelöst.

Der neue Mann an der Spitze der Fußball-Junioren im Fußballkreis Schweinfurt, Thomas Krug, hat Modelle vorgestellt, wie der Spielbetrieb beim Nachwuchs in Zukunft attraktiver gestaltet werden könnte. So steht im Raum, ob die U19-Junioren ab der Spielzeit 2018/2019 eine Qualifikation ausspielen, wer alles in der Kreisliga antreten darf.

Das ließe sich – ähnlich wie bei den höheren Jugendklassen im Handball – vor Saisonbeginn im September mit Spielen oder Turnieren ermitteln. Der Modus würde nach der Zahl der Anmeldungen zur Qualifikation festgesetzt, erklärte Krug auf der Junioren-Tagung. Damit solle etwa den Mannschaften, die sich für zu stark für die unteren Ligen halten, auch nach verpasstem Meistertitel der Sprung nach oben ermöglicht werden. Für die Kreisliga gesetzt wären demnach nur die Mannschaften, die aus der Bezirksoberliga absteigen.

Bei der letzten der drei Tagungen im Spielkreis in Stammheim forderte der Juniorenleiter die Vereine auf, bis 18. August darüber abzustimmen, ob sie das wollen oder nicht. Nicht abgegebene Stimmzettel würden als Zustimmung gewertet. Der anhaltende Rückgang an Nachwuchsteams – zur kommenden Spielzeit sind es 36 weniger im Spielkreis Schweinfurt – hat weitere Folgen. So werde in den vier untersten U17-Gruppen, die mit jeweils sechs Mannschaften spielen, in Zukunft eine Doppelrunde ausgetragen.

Nach diesem Modus kickten bereits die U19-Gruppen – und er habe sich bewährt. Zur Frage, ob bald auch Spieler im ersten A-Jugendjahr für die Aktiven spielberechtigt sein sollten, bezog nicht nur Krug eine eindeutige Position: „Ich halte nichts davon. Da werden viele Vereine bald keine U19 mehr haben.“ Ein dazu eingegangener Antrag steht beim nächsten Fußball-Kreistag im Januar in Oberwerrn zur Abstimmung.

Beim Rückblick auf die vergangene Spielzeit berichteten der bisherige Kreisjuniorenleiter Wolfgang Hellert und Krug von wenig Problemen. Unmut gab es nur bei zwei Mannschaftsrückzügen. So hatte der SV Fatschenbrunn seine U19 im Frühjahr nach einigem Hin und Her aus der Kreisliga abgemeldet. Zum anderen musste der SV Oberscheinfeld aus der Kreisliga der U15 ausgeschlossen werden, weil der Verein zu den letzten beiden Saisonspielen nicht mehr angetreten war.

Generell stellten die Verantwortlichen fest, dass die Zahl der Sportgerichtsfälle erheblich zurückgegangen sei. Das sei dem elektronischen Spielberichtsbogen geschuldet, der inzwischen fast lückenlos ausgefüllt werde. Da die Spielberechtigungen im Internet abrufbar sind, würden auch kaum noch Spielerpässe vergessen. Schiedsrichter-Obmann Horst Knorpp wies auf den großen Mangel an Unparteiischen hin und darauf, dass Schiedsrichterbeleidigungen, die über die sozialen Medien geäußert werden, vom Sportgericht ebenfalls geahndet werden können.

Zu Beginn der Versammlung hatte Wolfgang Hellert die Vereinsvertreter informiert, dass er zum Bezirksjuniorenleiter aufgerückt sei. An Hellerts Stelle im Kreis Schweinfurt tritt Thomas Krug, 43 Jahre alt, aus Happertshausen in den Haßbergen. Seit neun Jahren ist Krug bereits beim Verband. In Krugs Team sind weiterhin Markus Meusert, Peter Mantel und Gabriele Rath-Hauswirth. Für den Kreis Haßberge suche man derzeit einen Spielgruppenleiter.

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