HANDBALL: LANDESLIGA NORD FRAUEN

Mainfranken stürzen den Tabellenführer

Die Serie geht weiter: Mainfrankens Frauen wachsen am Gegner und besiegen auch Schwabach/Roth. Dabei verzichten sie gerne auf den Fairness-Preis.
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Melanie Meyer (HSG Mainfranken, rechts) überläuft Christina Dornisch (SG Schwabach/Roth).

Die HSG Mainfranken reitet weiterhin auf einer Welle ihres Erfolgs. Selbst der Spitzenreiter aus den mittelfränkischen Schwabach und Roth stoppte die Mannschaft von Trainerin Stefanie Placht nicht. Diese baute in den letzten acht Spielen ihre Serie auf 16:0-Punkte aus und befindet sich dadurch nun sogar auf dem dritten Platz in der Tabelle.

Jedoch liefen die Gastgeberinnen zunächst einem Rückstand hinterher. Melanie Meyer gelang zwar noch zweimal der Ausgleich, doch wuchs der Abstand mit den folgenden Vorstößen des Gegners auf 3:6.

Die spielfreudigen und laufbereiten Gäste ließen den Ball am gegnerischen Kreis zirkulieren und kamen gegen die defensiv anfangs zu zaghaften Mainfranken zu schnellen Erfolgen. Zum einen die Paraden von Torfrau Stefanie Schuller und zum anderen die erfolgreichen Würfe von Linksaußen Selina Geißler begrenzten den Abstand aber auf zwei Tore. „Wir mussten uns in dieses Spiel erst reinkämpfen“, stellte Placht hinterher fest.

Genau das taten ihre Spielerinnen. Melanie Meyer scheiterte mit einem wuchtigen Wurf aus dem Rückraum noch an der Latte, doch Isabella Renner erzielte mit Unterstützung des Innenpfostens Mitte der ersten Halbzeit das Anschlusstor zum 7:8, bevor Julia Meyer zum Ausgleich traf. Als Selina Geißler die Mainfranken erstmals in dieser Begegnung in Führung brachte, hatte der furios gestartete, aber bei seinen Aktionen nachlassende Gegner sieben Minuten lang kein Tor erzielt.

Fortan legten die Gastgeberinnen vor, denn das 9:9 sollte der letzte Ausgleich gewesen sein. Zudem verhinderte Stefanie Schuller noch vor der Halbzeit weitere Gegentore, da sie laut Placht „in entscheidenden Situationen wichtige Bälle gehalten habe“.

Als Schwabach gegen den Rückstand anlaufen musste, häuften sich bei den Gästen die Fehlpässe. Außerdem verhinderten die nun aggressiv verteidigenden Mainfranken weitere einfache Gegentore, so dass der Gegner einen längeren Anlauf zum erfolgreichen Wurf nehmen musste. „Wir wollten die Aggressivität forcieren. Wir müssen uns keinen Fairness-Preis verdienen, denn zum Handball gehört ein körperbetontes Spiel dazu“, erinnerte Placht ihre Mannschaft an eine wesentliche Eigenschaft der Sportart, die sie in der letzten Woche vermisst hatte. Dem Gegner gingen Sicherheit und Genauigkeit verloren, so dass er sich mit seinen Aktionen ein ums andere Mal in der gegnerischen Abwehr festrannte und seine spielerische Linie verlor.

Den Vorsprung von zwei Toren behielten die Mainfranken nach dem Seitenwechsel zunächst bei, ehe Julia Meyer mit einer Serie von vier Toren und die durchsetzungsstarke Isabella Renner beim 19:15 erstmals vier Tore zwischen beide Parteien legten. „In der zweiten Halbzeit hatten wir den Gegner im Griff“, stellte Placht fest und resümierte mehrere gute Aktionen in der Abwehr, „als wir schon dort standen, wo der Ball hinkam und der Gegner noch hinwollte“.

In der vorentscheidenden Phase bewies sich zudem Stefanie Schuller als sicherer Rückhalt, als sie gegen Amelie Rapke und Barbara Benz zwei Siebenmeter parierte. Kontinuierlich wuchs der Vorsprung und erreichte zehn Tore, als Christina Neeser zwei Minuten vor Spielende zum 30:20 traf.

„Nach den Erfolgen der letzten Wochen zeigen wir eine ganz andere Körpersprache“, hob Placht die positive Entwicklung ihrer Mannschaft hervor und war danach „rundum zufrieden“, obwohl das Ergebnis am Ende vielleicht etwas zu hoch ausgefallen sei, da den Mainfranken die einfachen Tore gelungen waren. Vor allem die Einstellung und Bereitschaft ihrer Spielerinnen, die intensive Partie anzunehmen, lobte die Trainerin und fand: „Wir haben alles richtig gemacht.“

Die Statistik des Spiels

Handball-Landesliga Frauen HSG Mainfranken – SG Schwabach/Roth 30:21 (12:10)

Mainfranken: Stefanie Schuller; Nina Markert, Selina Geißler (3), Christina Neeser (2), Janina Ruschin (1/1), Selina Golm (1), Julia Meyer (7), Melanie Meyer (8/3), Julia Flohr (2), Nicole Meulenkamp (1), Isabella Renner (5), Johanna Knauer.

Schwabach/Roth: Maria Klier, Miriam Schneider; Julia Schadt (2), Amelie Rapke (3/1), Katrin Götz, Christine Lehner, Christina Dornisch, Lisa Roser, Barbara Benz (11/7), Mira Schlegl (1), Bettina Schmidpeter (2), Andreas Lehner (1), Sylvia Stöhr (1).

Schiedsrichter: Tobias Gütle, Nikolas Wolf (beide TS Herzogenaurach).

Zuschauer: 120.

Spielfilm: 1:1 (5.), 3:6 (10.), 8:8 (16.), 9:9 (21.), 11:9 (25.), 12:10 (Halbzeit); 14:12 (35.), 16:14 (40.), 20:16 (45.), 24:18 (49.), 28:20 (56.), 30:21 (Endstand).

Zeitstrafen: 4:6 Minuten (Julia Meyer, Renner – Benz 2, Schmidpeter).

Siebenmeter: 4:8 (7:11 verwandelt).

Landesliga Nord Frauen
 
Mintraching/Neutraubl. – SG Regensburg 25:19  
SV Obertraubling – ESV Regensburg II 23:26  
HSV Bergtheim II – HSG Pleichach 29:14  
HSG Mainfranken – SG Schwabach/Roth 30:21  
Kunstadt/Weidhausen – Nabburg/Schwarzenfeld 32:13  
TSV Lichtenau – HC Forchheim 22:32  
 
1. (2.) Mintraching/Neutraubl. 19 15 1 3 529 : 459 31 : 7  
2. (1.) SG Schwabach/Roth 19 14 2 3 523 : 405 30 : 8  
3. (4.) HSG Mainfranken 19 12 1 6 523 : 464 25 : 13  
4. (3.) HC Sulzbach/Rosenberg 18 12 0 6 437 : 384 24 : 12  
5. (5.) ESV Regensburg II 20 11 1 8 450 : 468 23 : 17  
6. (7.) TSV Winkelhaid 18 9 1 8 442 : 449 19 : 17  
7. (6.) HSG Pleichach 19 9 1 9 474 : 496 19 : 19  
8. (8.) SV Obertraubling 19 9 0 10 511 : 451 18 : 20  
9. (9.) Kunstadt/Weidhausen 19 9 0 10 421 : 411 18 : 20  
10. (11.) HC Forchheim 19 7 2 10 469 : 480 16 : 22  
11. (10.) Nabburg/Schwarzenfeld 19 7 1 11 443 : 466 15 : 23  
12. (12.) HSV Bergtheim II 19 7 0 12 475 : 516 14 : 24  
13. (13.) SG Regensburg 20 5 0 15 390 : 477 10 : 30  
14. (14.) TSV Lichtenau 19 2 0 17 375 : 536 4 : 34  
 
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