MAINFRANKENTRIATHLON

Göpfert: Es war ein verrückter Wettkampf

Was bleibt vom 9. Kitzinger Triathlon? Ein Gespräch über verirrte Radfahrer, die Grenzen einer so beliebten Veranstaltung und die Notwendigkeit einer Nachschulung.
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Mittendrin statt nur dabei: Dieter Göpfert (rechts) empfängt am Kitzinger Mainkai (fast) jeden der 650 Teilnehmer des Triathlons.

Dieter Göpfert wirkt am Telefon entspannt, zwei Tage nach dem neunten Mainfranken-Triathlon in Kitzingen. Der Cheforganisator freut sich über viele positive Stimmen und ist selbstkritisch genug, Fehler einzuräumen. Ein Gespräch über verirrte Radfahrer, die Grenzen einer so beliebten Veranstaltung und die Notwendigkeit einer Nachschulung.

Frage: Tun Ihnen noch die Hände weh? Sie haben ja jeden Teilnehmer persönlich abgeklatscht.

Dieter Göpfert: Jeden nicht. Dieses Jahr waren es sogar ein paar weniger als sonst.

Aber Sie waren mittendrin statt nur dabei. Wie fällt Ihre Bilanz dieses neunten Triathlons aus?

Göpfert: Ich sage es mal so: Es war der verrückteste Wettkampf, den wir bisher hatten.

Wieso der verrückteste?

Göpfert: Einfach so ein Gefühl. Das ging schon damit los, dass wir erst ein Schiff durchlassen mussten, wir also beim Schwimmen im Main mit einiger Verspätung gestartet sind. Dann hatten wir auch so viele Teilnehmer wie nie.

Sind Sie mit 650 Athleten an der Grenze des Machbaren?

Göpfert: Ich bin nicht so geldgeil zu sagen: Wir packen immer noch oben drauf. Ich bin da eher vorsichtig. Das ganze System muss funktionieren. Je mehr Athleten du starten lässt, umso mehr Aufwand hast du. Die Straßen werden ja deshalb auch nicht breiter. Vielleicht 50 mehr – das ginge gerade noch. Aber wir werden nicht größenwahnsinnig und sagen: Wir stocken auf 1000 auf. So etwas muss die Region auch erst einmal hergeben. Wir sind ja kein Ballungszentrum wie das Ruhrgebiet oder München. Ich finde immer: So wie es ist, ist es gut, und so soll es bleiben. Und mit dem Wetter hatten wir jetzt schon zum neunten Mal Glück.

Ein Triathlon, von der Sonne beschienen. Entspricht das auch den Reaktionen, die Sie aufschnappten?

Göpfert: Die Rückmeldungen waren zu 95 Prozent positiv bis super. Diese 95 Prozent kommen das nächste Mal wieder. Aber dass nicht immer alles glatt läuft, ist auch klar. Ich hatte dieses Jahr die Startzeiten getauscht: der Landesliga zuliebe, die auf diese Weise etwas herausgestellt werden sollte. Das hatte den Effekt, dass es auf der Radstrecke deutlich entspannter zuging. Aber an der Wechselzone, also am Feuerwehrhaus, hatten wir dafür das Chaos mit Ein- und Ausfahrenden.

Ich habe mich bei der Siegerehrung bei den Leuten entschuldigt. Im nächsten Jahr werden wir das wieder umstellen, um diese Engpässe wegzukriegen.

Ein paar der Radfahrer haben sich dann auch noch verirrt.

Göpfert: Ja, plötzlich kam einer von der Liga und sagte: Eure Leute haben uns falsch gelotst. Das waren Fahrer unter den ersten zwanzig. Normalerweise ist jeder im Wettkampf für sich selbst verantwortlich, und man fährt den Schildern nach. Die haben Priorität und nicht irgendeiner, der sagt: Da hinten rechts abbiegen. Also, ich bin rausgefahren an die lange Kurve der Südbrücke. Und da stand ein Polizist, mit dem ich sprach. Aus meiner Sicht hat der da draußen alles richtig gemacht.

Und was war das Richtige?

Göpfert: Er hat die Arme waagrecht nach außen gestreckt. Das bedeutet: Halt! In der einen Hand hielt er die Kelle, und da müssen zwei oder drei Fahrer das falsch interpretiert haben. Die fuhren auf das LZR-Gelände und drehten eine Zwei-Kilometer-Runde. Aber da kannst du machen, was du willst: Irgendeiner verfährt sich halt immer.

Da müssen Sie Ihre Leute nächstes Mal in die Nachschulung schicken, damit sie wissen, wie sie die Zeichen der Polizei zu deuten haben.

Göpfert: Daneben standen ja noch zwei Feuerwehrleute, die gerufen haben: halt, halt! Aber wie sie halt sind: Brettern da rein und hören nix. Was willst du machen?

Der Triathlon jährt sich jetzt das zehnte Mal. Wie viele Sportler gibt es denn, die bislang an allen Wettkämpfen beteiligt waren?

Göpfert: Wenige. Ich schätze: fünf, sechs Leute.

Wird es zum Jubiläum im nächsten Jahr etwas Besonderes geben?

Göpfert: Ja, wir haben schon einige Gags geplant. Aber davon wird noch nichts verraten.

Sie könnten ja verkünden, dass Sie selbst mitmachen?

Göpfert: Das habe ich ja schon herausposaunt.

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