FUSSBALL: KREISKLASSE 2 WÜ

Die Folgen eines schwarzen Tages

Für die SG Seinsheim/Nenzenheim läuft zu Saisonbeginn alles schön nach Plan. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes – und bringt das Team vom Kurs ab.
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Aus der guten Aussicht ist ein banger Blick geworden: Tobias Schmidt kämpft mit der SG Seinsheim/Nenzenheim um den Verbleib in der Kreisklasse.

Für Tobias Schmidt ist der Blick auf die Tabelle dieser Tage ernüchternd. Denn seine SG Seinsheim/Nenzenheim steht auf dem vorletzten Platz der Würzburger Kreisklasse 2. Der Trend macht wenig Hoffnung, dass es rasch besser wird. Die Kicker aus den zwei Weindörfern kassierten jüngst die fünfte Niederlage in Folge. Und auch die personelle Lage ist, gelinde gesagt, angespannt. Tobias Schmidt aber bewahrt die Ruhe – und erinnert an die vergangene Saison.

Dass auf die Spielgemeinschaft ein schwieriges Jahr zukommen würde, war manchem schon vor dem ersten Spieltag klar, denn die Rotweißen, die bereits in der abgelaufenen Runde bis zum Schluss um den Klassenverbleib kämpften, hatten im Sommer zwei Leistungsträger und Schlüsselfiguren verloren. Fabian Rabenstein zog es zu Bezirksligaaufsteiger SC Schwarzach, Markus Körner, der bereits vor einem Jahr nach Baldersheim gezogen war, kickt nun wohnortnah beim SV Sonderhofen. Während der Angreifer an 16 der 39 SG-Treffer der vorigen Saison beteiligt war, rettete der Schlussmann mit seinen Glanzparaden dem Klub regelmäßig Punkte. „Die beiden Abgänge waren natürlich hart“, sagt Schmidt, der vor gut zwei Jahren aus Gülchsheim als Trainer kam. „Trotzdem sind sie für mich beide nachvollziehbar.“

Zudem standen beide Wechsel bereits im Raum, als er im Winter sein Engagement in Seinsheim und Nenzenheim verlängerte. Dennoch weiß auch Schmidt, dass die beiden für das Spielsystem sehr wichtig waren. Dem 36-Jährigen war daher von Beginn an klar, dass es auch diese Saison nur um den Ligaverbleib geht. Voraussetzung dafür sei, so glaubte der Coach, dass die Truppe möglichst verletzungsfrei durch die Saison komme. „Nur dann haben wir eine reelle Chance, drinzubleiben – zumal die Liga im hinteren Bereich ziemlich eng ist.“ Die Klasse habe an Qualität verloren – logisch, sind doch Sonderhofen und Hopferstadt, die Spitzenklubs des Vorjahres, aufgestiegen, und aus der Kreisliga ist kein Absteiger hinzugekommen. Im Gegenzug habe sie aber an Ausgeglichenheit gewonnen – auch logisch, weil vier Aufsteiger neu in die Liga gerutscht sind.

So gilt es auch dieses Jahr, wieder zwei, wenn nicht drei Mannschaften hinter sich zu lassen. Das ist bislang allerdings nur bedingt gelungen. Dabei hatte es zu Saisonbeginn überraschend gut ausgesehen. So errang die SG aus den ersten vier Begegnungen sieben Zähler – selbst dem aktuellen Tabellenführer Willanzheim luchste sie einen Punkt ab. „Für das Auftaktprogramm“, sagt Schmidt, „war das ein sehr guter Start.“ In den erfolgreichen Spielen gegen Sommerhausen und Mainsondheim setzte sein Team spielerische Akzente – und bot selbst Titelanwärter Gülchsheim trotz Niederlage über die gesamte Spielzeit Paroli.

„Wir müssen punkten, sonst wird die Luft dünn.“
Tobias Schmidt, Trainer SG Seinsheim/Nenzenheim

Doch zu den sieben Zählern sollte bisher kein weiterer hinzukommen. So wurde aus der guten Aussicht nun ein banger Blick auf die anstehenden Begegnungen. Denn gegen den SV Sickershausen trat Ende September genau das ein, was nicht hätte passieren dürfen: Die Liste der Verletzten wurde länger und länger. Patrick Hertel brach sich einen Finger, Stefan Bauer riss sich das Kreuzband.

Auch Florian Sieber ist seitdem angeschlagen. „Das war ein schwarzer Tag für uns“, sagt Schmidt, „mit einem unerwartet herben personellen Dämpfer.“ Somit bezahlten die SG-Kicker eine aufgrund der Sickershäuser Stärke zu erwartende Niederlage teuer. Mit den Auswirkungen haben sie wohl noch länger zu kämpfen.

Und das ausgerechnet in der Phase, in der nun die direkten Duelle anstehen. Gegen Gelchsheim (0:1) und Neuling Hoheim (2:3) gab es jüngst schon zwei knappe Heimniederlagen und in den nächsten Wochen geht es in drei der vier anstehenden Partien gegen den Ochsenfurter FV, den TSV Gerbrunn und TSV Mainbernheim, die sich allesamt in Schlagdistanz zur SG befinden. „In diese Partien wollte ich möglichst mit dem kompletten Kader gehen. Das ist nicht möglich. Wir müssen deshalb punkten, sonst wird die Luft dünn“, sagt der Coach. Dennoch lässt sich Schmidt nicht aus der Ruhe bringen, er vertraut seinen Spielern. Denn kurioserweise hatten die Weindorf-Kicker zur gleichen Zeit der vorigen Saison erst sieben Zähler auf dem Konto – und hielten am Ende die Klasse.

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