FUSSBALL: KREISLIGA 1 WÜRZBURG

Der verlorene Sohn ist zurück

Dass Lukas Schimmer eines Tages wieder in Dettelbach landen würde, lag auf der Hand. Die Partie gegen seinen Ex-Klub SSV Kitzingen aber wird er wohl verpassen.
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So kannte man Lukas Schimmer die letzten Jahre: im roten Trikot des SSV Kitzingen.

Es wird eng für Lukas Schimmer. Das Dettelbacher Talent, das vor dieser Runde vom SSV Kitzingen zurückgekehrt ist, hat ausgerechnet vor dem Treffen mit seinem vormaligen Klub an diesem Sonntag ein Malheur, das wohl einen Einsatz verhindert. „Ich freue mich riesig auf das Spiel, aber ich werde wahrscheinlich nicht spielen können“, sagt er vor der Partie in Euerfeld.

Dabei sein werden aller Voraussicht nach Fabian Kühnl und Max Weickert, die ebenfalls diesen Sommer den Weg von der SSV-Jugend zurück nach Dettelbach gingen. Während die beiden schon zum Saisonstart der Dettelbacher beim ETSV Würzburg den Sprung in die erste Elf geschafft hatten, blieb Schimmer nur Zuschauer.

Ein Muskelfaserriss im letzten Testspiel vor dieser Saison legt den Offensivmann lahm, der vergangene Runde schon als Jugendlicher für die Kitzinger 22 Einsätze in der Bezirksliga hatte und dabei sechsmal traf. Dabei sah sich Lukas Schimmer bereits auf bestem Weg, sein Talent gewinnbringend einzusetzen. „Ich war gut dabei. Jetzt muss ich erst wieder herankommen.“ Ein Fünkchen Hoffnung bleibt ihm noch, was den Sonntag betrifft. Er will es vor dem Spiel versuchen, ob der lädierte Fuß hält und wenigstens ein Kurzeinsatz möglich ist. „Es wird aber eng“, sagte er Freitagnachmittag skeptisch.

Insgesamt vier Jahre hatte Schimmer für die Kitzinger gekickt – genau wie sein Kumpel Fabian Kühnl. „Wir haben immer zusammen gespielt“, sagt Schimmer. Die beiden waren in der U15 zum SSV Kitzingen gewechselt, kehrten dann nach der U17 für eine Saison nach Dettelbach zurück, um das letzte Jahr U19 noch einmal bei den Kitzingern anzugreifen, weil Dettelbach keine eigene Mannschaft hatte.

In Kitzingen mischten Schimmer und Kühnl vergangenes Jahr bereits munter bei den Aktiven mit, fast mehr als in der U19, die ja Meister in der Kreisliga geworden und in die Bezirksoberliga aufgestiegen ist. Mit der Aktivenmannschaft stieg der SSV dagegen aus der Bezirksliga ab. Schimmer sagt, ihm habe das Jahr trotz der Rückschläge „sehr viel gebracht. Da waren viele Gegner dabei, die bereits höherklassig gespielt haben. Gegen die musst du dich erst einmal durchsetzen.“ Einen Abstieg möchte Lukas Schimmer als Spieler nicht mehr mitmachen.

Dass er wieder nach Dettelbach gehen würde, „war klar. Natürlich versuchten die Siedler, dass ich bei ihnen bleibe. Aber ich wollte lieber in meinem Heimatverein kicken. Ich sehe mich als Dettelbacher. Dort habe ich meine Kumpels.“ Zu Hause hört man das gerne. Lukas' Vater Peter Schimmer engagiert sich nicht nur im Vorstand des Vereins, er trainierte selbst einmal die Jugend. Nein, Ärger habe es nie gegeben, wenn der Sohn nach Kitzingen wechselte. „Da wurde ich immer unterstützt“, sagt Lukas. Und es gefiel ihm ja in Kitzingen. Er fand schnell Freunde. Mit manchem, vor allem mit Vincent Held, hat er nach wie vor viel Kontakt. Held ist im gleichen Jahrgang wie Schimmer, er traf beim 3:0-Auftaktsieg des SSV gleich zweimal.

„Wir werden alles versuchen, um das zu schaffen.“
Lukas Schimmer über Dettelbachs Aufstiegsträume

Natürlich kennt Lukas Schimmer nahezu alle, gegen die er am Sonntag auflaufen würde. Da könnte er dem Trainer so manchen Tipp geben. Einmal mit den Dettelbachern Bezirksliga spielen, am besten schon nächste Saison, das wäre für Lukas Schimmer ein sportlicher Traum.

„Wir werden alles versuchen, um das zu schaffen.“ Die Truppe passe in jeder Beziehung, guten Fußball spiele sie auch. An der Zeit wäre es für Dettelbach und seine Ortsteile nach drei vergeblichen Versuchen. Einer der härtesten Konkurrenten bei diesem Vorhaben werden die Kitzinger sein – darin ist sich der 19-Jährige sicher. „Die Siedler werden auf jeden Fall ein Wörtchen da oben mitreden.“

Nicht nur sportlich hat sich Lukas Schimmer in den nächsten Monaten einiges vorgenommen. Nachdem er kürzlich seine Lehre als Industriemechaniker abgeschlossen hat, wird er ab September wieder die Schule besuchen. In der Berufsoberschule will er sein Abitur nachholen. Dazu würde ein (sportlicher) Meistertitel sicher gut passen.

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