VOLLEYBALL: BAYERNLIGA MÄNNER

Volkach spielt seine Routine aus

Mal krachend, mal pragmatisch: In ihrer Effizienz sind die Volkacher schon Meister. In der Liga fehlt nicht mehr viel, wenn es so läuft wie die letzten fünf Spiele.
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Tim Schumacher und die Volkacher Volleyballer stellen sich erfolgreich ihren Herausforderungen im Titelkampf der Bayernliga.

Vor einem Jahr waren die Volkacher Volleyballer sogar im Fernsehen zu besichtigen gewesen. Ein regionaler Sender hatte von ihrem Sieg in Amberg berichtet. Diesmal musste es ohne TV-Bilder gehen, aber der VfL setzte sich bei seinem Gastspiel in der Oberpfalz nicht minder effektvoll in Szene. Beim VC Amberg gelang Volkach am Sonntag ein glatter 3:0-Erfolg (25:22, 25:16, 25:23), mit dem es die Mannschaft nun schon auf fünf Siege in Serie bringt.

Nach dem holprigen Start in diese Bayernligasaison hat sie sich wieder eine Routine angewöhnt, die ihr selbst dann noch zum Erfolg gereicht, wenn sie nicht ihren besten Tag erwischt hat und nicht ihr volles Potenzial ausbreitet. Glaubt man den Angaben aus Amberg, so genügte ihr diesmal eine wohldosierte Leistungsstärke.

Der VCA unterlag eigenen Worten auf der Facebookseite zufolge einem keineswegs übermächtigen Tabellenvierten – durch zu viele eigene Fehler. Vielleicht ist auch das eine Qualität dieser Volkacher: Sie zwingen ihren Gegner zu Fehlern, setzen ihn derart unter Druck, dass er gar nicht anders kann, als Angaben ins Aus oder Bälle ins Netz zu schlagen. An diesem stürmischen Novembersonntag waren es zunächst die Volkacher, die sich von druckvollen Aufschlägen und harten Angriffen beeindrucken ließen.

Fünf Punkte lagen die Amberger vorne, als VfL-Trainer Johannes Förster die Seinen zu einer ersten Auszeit bestellte. Der Effekt war sogleich zu spüren. Im gleichen Maß, wie die Gäste zur Aufholjagd bliesen, ließen die Amberger nach. Wie ein Virus grassierte die Unsicherheit, und er breitete sich blitzartig auf alle Beteiligten aus. Erst wackelte nur die Annahme, dann taten sich Löcher im Block auf, schließlich schlug der Angriff Bälle meterweit ins Aus.

Die Volkacher mussten nicht glänzen, aber sie hatten ihre Gegner verwirrt. Sie glichen beim 19:19 erstmals aus und gewannen diesen ersten Satz mit 25:22. In der Schlussphase hatte der für Florian Reif in die Anfangsformation gerückte Mittelblocker Oliver Stöffler durch drei Blockpunkte den Grundstein gelegt. Auch im zweiten Satz wirkten die Oberpfälzer wie ein Ableger der Ersten Allgemeinen Verunsicherung. Bis zum 5:5 hielten sie noch mit, dann brachte der ebenfalls in die Startreihe beförderte Sebastian Berger den VfL mit einer Angabenserie Stück für Stück nach vorn. Ohne Mühe ging der Satz an die Unterfranken.

Was würden sich die Gastgeber in der nun folgenden zehnminütigen Pause einfallen lassen, um noch einmal ins Spiel zu kommen? Zunächst erstaunlich wenig – Volkach lag auch zu Beginn des dritten Satzes rasch mit 3:1 vorne.

Dann aber bekamen die Amberger doch noch einen Schub. Initiiert von ihrem stimmgewaltigen Anhang, der sich unter den mehr als 200 Zuschauern in der Halle nun immer mehr bemerkbar machte, wandelten sie den Rückstand in ein 7:3, und mit einem 17:13 gingen sie in die Schlussphase des Satzes. Doch erneut war es der herausragende Oliver Stöffler, der den Volkachern voranging und ihnen den Weg zum 23:20 wies.

Ambergs Reflex klappte ein weiteres Mal: Mittelblocker Florian Wachler schlug dreimal glänzend auf, es stand wieder 23:23. Nicht zwei krachende Angriffsschläge der Volkacher beendeten dann die Partie, sondern zwei „Geschenke“ der Amberger: ein falscher Aufschlag und und eine Annahme, die an die Decke ging.

Heimlich, still und leise pirscht sich der VfL an die Spitze heran: mal krachend wie gegen Absteiger Regenstauf, mal pragmatisch wie zuletzt in Amberg. Man könnte auch sagen, die Volkacher passen ihre Spielstärke den Umständen an. Mit solcher Effizienz ist schon mancher am Ende Meister geworden.

Bayernliga Nord Männer

 

TV Faulbach – TB/ASV Regenstauf 0:3  
VC Amberg – VfL Volkach 0:3  
TV Mömlingen – TSV Zirndorf II 3:0  
VC Eltmann II – TV Bad Windsheim 1:3  

 

 

1. (2.) TV Mömlingen 7 6 1 19 : 8 16  
2. (1.) SC Memmelsdorf 6 6 0 18 : 7 16  
3. (3.) TB/ASV Regenstauf 7 5 2 16 : 6 15  
4. (4.) VfL Volkach 7 5 2 19 : 10 15  
5. (7.) TV Bad Windsheim 7 3 4 14 : 14 11  
6. (5.) TSV Abensberg 6 3 3 11 : 9 10  
7. (6.) TV Faulbach 7 3 4 11 : 15 8  
8. (8.) VC Amberg 7 2 5 8 : 16 7  
9. (9.) VC Eltmann II 7 1 6 5 : 18 3  
10. (10.) TSV Zirndorf II 7 0 7 3 : 21 1  

 

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