HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA MÄNNER

Volkach ist noch nicht ganz kuriert

Trainer Stefan Knötgen weiß, was den Volkacher Handballern fehlt, um in der Klasse ganz oben mitzuspielen. Jammern will er trotzdem nicht.
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Nach fünf Siegen in Folge mit Volkachs Handballern geht der Blick Stefan Knötgens nach oben.

Mit einer Serie von fünf Siegen haben sich die Handballer der HSG Volkach auf Platz vier in der Tabelle der Bezirksoberliga geschlichen. Geht da sogar noch was nach ganz oben? Dazu wären zwei Siege an diesem Samstag beim TSV Rödelsee und eine Woche später beim TSV Lohr II nötig.

HSG-Trainer Stefan Knötgen sieht mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge auf das bisherige Abschneiden. „Platz vier hört sich gut an – es wäre aber mehr drin gewesen. So ganz zufrieden sind wir nicht“, sagt er mit Blick auf so manchen ärgerlichen Punktverlust in den ersten Wochen dieser Runde. So kassierten seine Schützlinge etwa gegen den noch ungeschlagenen Aufsteiger und Spitzenreiter SV Michelfeld erst Sekunden vor Ende den Treffer zur Niederlage. Auch das Unentschieden gegen den TV Gerolzhofen sei nicht nötig gewesen. I Bad Brückenau gaben die Volkacher (beim 27:28) den Sieg erst die letzten Minuten aus der Hand. Dort fehlte zwar Michael Hübner, ein ganz wichtiger Akteur, doch das dürfe nicht als Entschuldigung gelten.

Mitunter fehlt der kühle Kopf

Woran es denn liege, dass man vermeintlich sichere Spiele immer noch verliere? Da müsse man sich an die eigene Nase fassen, sagt Knötgen. In entscheidenden Momenten habe die Mannschaft nicht den kühlen Kopf bewiesen, „vier oder fünf Mal haben wir es selbst verbockt“. Etwas rätselhaft ist für Knötgen, dass seine Männer extreme Schwankungen teilweise von einer Minute auf die andere zeigten. „Wir stellen da einfach das Spielen ein. Das ist eine Volkacher Krankheit.“

Die vermochte der 42-Jährige, der in seiner dritten Saison an der Mainschleife tätig ist, bislang noch nicht völlig zu kurieren – obgleich er feststellt, dass er keinen Grund zum Jammern habe. Aktuell überwiege eindeutig das Positive. „Was den Spielerkader betrifft, kann ich mich nicht beklagen. Wir haben auch gute junge Leute, die nachrücken“, sagt er. Knötgen nennt mit dem gerade 17-jährigen Oliver Müller oder Hagen Hirt, zwei Talente, die von der Jugend an die erste Garde herangeführt werden. „Das ist unser Hauptziel für diese Saison.

“ Einer der wenigen noch aktiven Routiniers ist nach wie vor Thorsten Klinger, der mit seinen mittlerweile 36 Jahren zwar eminent wichtig sei, aber eben auch nicht ewig spiele. Dagegen ist in Torhüter Johannes Vietz eine HSG-Säule der letzten Jahre im Sommer weggebrochen. Auf dieser Position hat sich Volkach mit Nathan Schliermann bestens ergänzt; er bilde mit Sebastian Gürsching „ein tolles Torwart-Duo. Das sind auf jeden Fall Pluspunkte für uns“, gibt der Trainer zu bedenken.

Block aus lauter Dettelbachern

Schliermann bildet mit Christian Hering, Kai Baumann, Michael Hübner, Konstantin und Maximilian Weimann einen Block aus Dettelbacher Spielern. Mit ihnen zusammen würde Stefan Knötgen gerne auch einmal ganz vorne mitspielen in der Klasse. „Das wäre mit Sicherheit interessant. Aber mit der Leistung von dieser Saison braucht man nicht darüber zu reden. Wir haben zu viel verschenkt, um ganz oben dabei zu sein.“ Vor der Runde habe er als internes Ziel auch ausgegeben, oben mitzuspielen. Die HSG Volkach galt lange als Fahrstuhlmannschaft – das dürfte nun vorbei sein. „Jetzt musst du natürlich eine andere Motivation schaffen“, meint Knötgen.

Ob diese auch Landesliga heißen könnte? Da ist Stefan Knötgen vorsichtig. Ziele müsse man sich setzen, dazu fehle es jedoch noch ein wenig. Aktuell sowieso, da liegt die HSG bereits acht Punkte hinter Michelfeld, „eine ganz schöne Hausnummer, das holst du normalerweise nicht auf“. Ob es vielleicht doch noch gelingt, wird sich nun gegen den TSV Rödelsee weisen. Knötgen freut sich auf das Treffen am Samstag im Sickergrund, auch wenn es schwer werde.

„Rödelsee hat einen Lauf, das hatte keiner so erwartet – zumal Christian Häckner nicht spielt. Dafür blüht Sascha Hammer auf. Aber gegen die guten Mannschaften haben wir meist auch gut gespielt.“ Das soll auch diesmal gelingen, wenngleich in Linkshänder Christian Hering einwichtiger Mann derzeit fehlt.

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