VOLLEYBALL: BAYERNLIGA MÄNNER

Volkach beschert sich vorzeitig

Ob Altbekannter oder Neuling – die Volkacher machen da keinen Unterschied. Nach zwei Siegen binnen zwanzig Stunden erreichen sie ein erstes Etappenziel.
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Volkachs Kapitän Sebastian Schraml wehrt die Angriffe Faulbachs und Abensbergs ab.

Bis Weihnachten sind es noch zweieinhalb Wochen, aber weil Volkachs Volleyballer ihr letztes Spiel des Jahres schon an diesem Sonntag hatten, musste die Bescherung vorher stattfinden. Draußen rieselte leise der Schnee, drinnen ließen es die Gastgeber krachen. Nur etwa zwanzig Stunden nach ihrem 3:2-Sieg im Tiebreak gegen den TV Faulbach (25:16, 25:20, 23:25, 24:26, 15:9) bezwang der VfL auch den TSV Abensberg 3:1 (25:22, 25:20, 20:25, 25:20).

Zwei rauschende Erfolge zum Abschluss der Vorrunde – besser hätte die Choreografie gar nicht sein können. Nachdem sie mit zwei Niederlagen in diese Bayernliga-Saison gestolpert waren, krönten die Volkacher ihre alerte Aufholjagd mit dem siebten Sieg in Folge – und siehe da: Der rasante Anstieg der Formkurve spiegelt sich im bislang höchsten Ausschlag auf dem Stimmungsbarometer: Erstmals in dieser Runde führt der VfL die Tabelle an. Eine Momentaufnahme, da die Konkurrenten aus Memmelsdorf und Regenstauf weniger Spiele absolviert haben, aber ein klarer Hinweis darauf, wohin der Weg gehen soll.

Gefahr erkannt und gebannt

Die beiden Gegner vom vergangenen Wochenende mögen nicht zum elitären Kreis der Titelanwärter gehören, und doch barg etwa der TV Faulbach ein gewisses Gefahrenpotenzial. Mit seiner starken Annahme und seiner kernigen Abwehr hatte er sich in den Jahren zuvor oft als unangenehmer Kontrahent erwiesen. Zunächst dachte man am Samstagabend noch, die Sache sei diesmal schnell erledigt. Volkach gelang es mit kompromisslosen Angriffen, Faulbachs gefürchtete Abwehr zu neutralisieren. Besonders die Mittelangreifer Tim Schumacher und Oliver Stöffler spielten dabei ihre Größenvorteile aus. So ging der erste Satz klar an den VfL. Im zweiten Satz hatten die Gastgeber schon deutlich mehr Mühe, aber sie schafften es, das 20:20 in das entscheidende 25:20 zu wandeln.

Dann wurden die Gäste ihrem Ruf doch noch gerecht. Schon mehrfach hatten sie in schier auswegloser Lage ihre Comeback-Fähigkeit gezeigt – so auch diesmal. Während Volkach sich mit immer mehr Fehlern selbst in die Defensive manövrierte, ergriffen die Faulbacher nun mutig die Initiative. Sie ließen sich auch nicht irritieren, als der VfL den Rückstand von 11:17 auf 23:24 verringert hatte.

Der dritte Satz ging an sie. Und der vierte entwickelte sich von Anfang an zu einem Kampf zweier gleichstarker Akteure. Wie bei einem Grundlinienduell im Tennis prägten lange Ballwechsel das Spiel. Wieder gerieten die Volkacher in Rückstand: 18:22; wieder zogen sie gleich – und beim 24:23 hatten sie sogar einen Matchball. Doch Faulbach parierte ihn und nutzte den Satzball zum 26:24. Zum fünften Mal in dieser Saison ging es für die Volkacher in den Tiebreak – zum dritten Mal blieben sie Sieger: Nach dem 6:2 war der Weg bereitet.

Keine zwanzig Stunden vergingen, bis der nächste Gegner auf der Matte stand. Dem TSV Abensberg waren die Volkacher vorher noch nie begegnet. Sie traten den Oberpfälzern in leicht veränderter Aufstellung – Florian Reif ersetzte Tim Schumacher als Mittelangreifer, Kapitän Sebastian Schraml ging auf die Zuspieler-Position – entgegen, jedoch mit der gleichen konsequenten Einstellung. Jonas Thaler, Sebastian Berger und Karsten Wagenhäuser standen sie in den ersten zwei Sätzen in der Annahme wie Felsen in der Brandung. Was da an Wellen auf sie zugerauscht kam, prallte meist an ihnen ab.

Im ersten Satz waren die Abensberger beim Stande von 20:19 den Aufschlägen des VfL nicht mehr gewachsen. Im zweiten zeigten sie eklatante Schwächen in der Blockabwehr und brachten ihre Angriffe nicht durch. Trainer Georg Högl reagierte zwar auf den 9:15-Rückstand und versuchte es mit vier neuen Kräften. Aber die Wirkung verpuffte. Volkach gewann den Satz.

Erst im dritten Durchgang kam Abensberg richtig zur Geltung. Libero Michael Lummer zeigte artistische Leistungen in der Feldabwehr, und in der Offensive lief vieles über die starken Außenangreifer, deren Anteil am 25:20 nicht gering zu schätzen war. Statt den Schwung mit in den vierten Satz zu nehmen, drosselten die Oberpfälzer das Tempo wieder. Mit letzter Kraft riss Volkach das Spiel noch einmal an sich, zog 9:4 in Führung und wehrte alle Comeback-Versuche des TSV ab. Weihnachten kann kommen, der VfL hat seine Päckchen zeitig geschnürt.

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