SCHACH: REGIONALLIGA

Stetten lässt die Kitzinger alt aussehen

Als Favoriten gestartet, werden die Kitzinger teils zu Statisten degradiert. In Stettens siegreicher junger Mannschaft steht auch eine Vize-Europameisterin.
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Regionalliga Nordwest

 

SK Klingenberg – SK Bad Neustadt 7,5 : 0,5  
SC Kitzingen 05 – SV Stetten 2,0 : 6,0  
TSV Rottendorf – SF Sailauf 4,0 : 4,0  
FC Marktleuthen – PTSV SK Hof 6,0 : 2,0  
Kronacher SK – SC Höchstadt/Aisch 3,0 : 5,0  

 

 

1. (2.) SK Klingenberg 3 3 0 0 17,0 6  
2. (1.) TSV Rottendorf 3 2 1 0 15,5 5  
3. (6.) SV Stetten 3 1 2 0 14,0 4  
4. (3.) Kronacher SK 3 1 1 1 12,0 3  
4. (8.) FC Marktleuthen 3 1 1 1 12,0 3  
6. (7.) SC Höchstadt/A. 3 1 1 1 11,5 3  
7. (4.) SK Bad Neustadt 3 1 1 1 9,0 3  
8. (5.) SC Kitzingen 05 3 1 0 2 11,0 2  
9. (9.) SF Sailauf 3 0 1 2 11,0 1  
10. (10.) PTSV SK Hof 3 0 0 3 7,0 0  

 

SC Kitzingen 05 – SV Stetten 2:6. Es war nicht weniger als ein Debakel, das Kitzingens Schachspieler am dritten Spieltag gegen Stetten erlebten. Dabei waren sie von der Papierform her an sieben der acht Bretter mehr oder weniger klare Favoriten. Nur am Spitzenbrett konnten die Gäste mit Jana Schneider, der 15-jährigen amtierenden deutschen Einzelmeisterin und Vizeeuropameisterin ihrer Altersklasse, eine Favoritin in Stellung bringen. Neben Schneider standen zwei weitere junge Spielerinnen in einer überhaupt ganz jungen Stettener Mannschaft.

Es entwickelte sich ein verbissener Kampf, in dem nach gut dreieinhalb Stunden die erste Entscheidung fiel. Der Kitzinger Konstantin Kunz hatte mit Weiß kompromisslos auf Angriff gesetzt, nachdem er mit Vorteilen aus der Eröffnung gekommen war. Doch er trug seinen Angriff zu optimistisch vor, geriet in einen taktischen Konter und musste – angesichts der eigenen geschwächten Königsstellung – rasch aufgeben. Karl-Heinz Kannenberg einigte sich nur kurz darauf mit seinem Gegner auf Remis. Der Stettener hatte versucht, die etwas aktivere Stellung zu nutzen, Kannenberg wehrte sich offensiv und ließ keinerlei taktische Scharmützel zu.

Etwas überraschend kam die Niederlage Michael Hanfts. Aus der Eröff-nung war er mit sicherem Stellungsplus gegangen, das keinerlei Verlustgefahr erkennen ließ. Einmal bekam Hanft den Sieg auf dem Silbertablett serviert, als der Stettener patzte. Nur einen Zug später griff Hanft selbst arg daneben – und die Partie neigte sich immer mehr zu Gunsten des Stetteners, der das Endspiel mit großer Präzision zum Sieg führte.

Am Spitzenbrett entwickelte sich von Beginn an ein scharfer Kampf, der bereits nach vier Zügen bekannte Eröffnungspfade verließ. Beide Seiten spielten bedingungslos auf Angriff. Der Kitzinger Alparslan Yalcin zeigte hohe taktische Schlagfertigkeit und setzte seine junge Gegnerin mit Schwarz gehörig unter Druck. Weil sich im taktischen Schlagabtausch keiner entscheidend absetzen konnte, kam es schließlich zum Zeitnotduell, in dem nach einer Fahrlässigkeit Schneiders ein Mattangriff für Yalcin auf dem Brett lag (der Computer zeigt ein Matt in siebzehn Zügen).

Der Kitzinger hätte in jedem Fall maßgeblich Material gewonnen, patzte aber kurz vor der Zeitkontrolle ohne dass die Gegnerin Kapital schlagen konnte. Sie vergab ihrerseits den Sieg, und so endete die dramatische Partie remis.

Durch den Matchverlauf waren die verbliebenen Bretter unter Druck, auf Gewinn zu spielen. Istok Ferlan hatte sich beim taktischen Schlagabtausch im Mittelspiel einen Mehrbauern gesichert, der im Endspiel aber kaum zu verwerten war. Natürlich versuchte er seine junge Gegnerin noch zu düpieren. Aber das misslang und endete im Fiasko – einem verlorenen Endspiel.

Ein Achtungserfolg gelang immerhin Markus Sendner. Der einzige Kitzinger, der jünger war als sein Gegner, beeindruckte durch zähes Positionsspiel und stellte den Stettener immer wieder vor neue Aufgaben. In ausgeglichener Stellung im Endspiel griff der Gästespieler dann doch noch daneben und landete in einer Verluststellung. Hoffnung keimte damit bei den Kitzingern nicht mehr, da kurz danach auch Alexander Kliche aufgeben musste und Mannschaftsführer Matthias Basel ebenfalls im Endspurt verlor.

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