FUSSBALL: BEZIRKSLIGA WEST

Schwarzach tritt aus dem Schatten

Das Duell der Kellerkinder entscheidet der Aufsteiger mit 2:0 für sich. Für Bayern Kitzingen ist diesmal selbst das Beste nicht genug, um die Wende zu schaffen.
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Die Bezirksliga zwingt beide in die Knie: Schwarzachs Fabian Rabenstein (links) und Bayern Kitzingens Davide de Luca.

Nach Narreteien war den Beteiligten trotz 11. November nicht zumute. Als Letzter gegen Vorletzter stellte die Tabelle das Landkreisderby zwischen Bayern Kitzingen und dem SC Schwarzach zum Rückrunden-Beginn vor – die Bayern seit 15 Spielen sieglos, der Aufsteiger seit zehn. Zumindest die Serie der Schwarzacher ist an diesem regnerischen Samstagnachmittag mit dem 2:0 (1:0) zu Ende gegangen.

Personell konnten beide Konkurrenten das Bestmögliche aufbieten. „Eine bessere Aufstellung werden wir dieses Jahr nicht mehr haben“, sagte Kitzingens Mario Schmidt nach dem Spiel. Die Kitzinger hatten demnach durchaus auf ein Erfolgserlebnis gehofft – und begannen engagiert. Ein Freistoß André Hartmanns bescherte eine erste zarte Gelegenheit. Das Tor aber gelang wenige Momente später dem Gast. Fabian Rabensteins Schuss hatte Bayerns Torhüter Florian Nöth zur Seite gelenkt, Nico Eichelbrönner setzte flink nach und schoss den Ball zurück in die Mitte. Florian Soldner war zur Stelle und schob ihn ins leere Tor – zu langsam hatten Kitzingens Abwehrspieler auf die neue Situation reagiert.

Die Führung brachte dem Aufsteiger die nötige Sicherheit. „Wir hatten danach klar dominiert und eine Vielzahl an guten Gelegenheiten“, stellte Trainer Wolfgang Schneider fest. Als Nino Scheidler vom herauslaufenden Nöth gefoult wurde, gab es Elfmeter, aber Nöth hielt gegen Soldner (19.). Noch zweimal wurde Strafstoß gefordert – einmal zu Recht, als der flinke Laudenbach vom jungen Felix Lamprecht gestoppt wurde. „Natürlich war ich von den Entscheidungen gegen uns enttäuscht“, sagte Schneider. Seine Elf hätte zur Halbzeit höher führen können, das räumte auch Kitzingens Mario Schmidt ein. „Wir hätten uns nicht über ein 0:2 oder 0:3 beklagen können.“

Der 29-Jährige vertrat nach Seitenwechsel die erste gelungene Szene, als er nach einem Alleingang auf links den Ball von der Strafraumgrenze ans Lattenkreuz schoss. „In der zweiten Halbzeit waren wir besser im Spiel. Uns war klar, dass wir alle noch eine Schippe drauflegen müssen“, erklärte Kitzingens Trainer Burkhard Straßberger. Sein Team drängte nach vorn und besaß ihre zweite große Chance: Der eingewechselte Davide de Luca scheiterte nach einem Freistoß Mario Schmidts von links mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz am Pfosten.

„Das 1:1 kann fallen“, wusste Straßberger. Schmidt wurde deutlicher angesichts der Drangphase der Kitzinger, die wohl eine ihrer besten Halbzeiten dieser Saison war: „Wir hätten es verdient gehabt, den Ausgleich zu erzielen.“

Schwarzach verhielt sich zu passiv, durch den Gedanken ans mögliche Gegentor wurden die Beine schwer. „Wenn du kein zweites Tor schießt“, sagte Schneider, „wartest du bei so einem knappen Spielstand, in dieser Tabellenkonstellation und unter derart schwierigen Bedingungen nur auf das Gegentor.“ Das Glück, das Kitzingen in dieser entscheidenden Phase im Abschluss fehlte, hatte Schwarzach, anders als in der ersten Halbzeit, diesmal auf seiner Seite.

Da das Drängen zum Wettlauf gegen die Zeit wurde, stand Kitzingens Abwehr zunehmend offener. Das brachte Schwarzach in der Schlussphase Raum zum Kontern. Als sich Eichelbrönner auf der linken Seite durchgesetzt hatte, aber Kitzingens Torwart vor ihm den Winkel verkürzte, traf er ans Außennetz. Die Bayern drängten mit zehn Mann in der Hälfte des Gegners – ohne Erfolg. Ein Befreiungsschlag Nino Scheidlers leitete schließlich die Entscheidung ein.

Rabenstein legte den Ball quer auf Eichelbrönner. Er nahm Moritz Diemer auf links mit und bekam den Ball von ihm wieder in den Lauf gespielt, als er das 2:0 vor sich hatte. Auf der Gegenseite hätte Maximilian Wunder noch verkürzen können, aber Schwarzachs Torwart René Schnur parierte, und Tobias Bürkner verhinderte den Nachschuss Phillip Schlarbs. „Hätten wir das 1:2 erzielt, wäre es noch eng geworden“, meinte Straßberger.

Mit der Leistung seiner Elf konnte er zufrieden sein. Gleichwohl wird es sehr schwierig, den Abstieg noch zu verhindern. Das bewerten Spieler wie Verantwortliche durchaus realistisch. Weit wichtiger ist, wie die Weichen in der Winterpause gestellt werden, um über die Saison hinaus Perspektiven aufzuzeigen. Für Schwarzach hat sich mit dem Sieg der Rückstand auf den Nichtabstiegsplatz auf zwei Punkte reduziert. „Wir wollen und müssen in den verbleibenden Spielen nachlegen“, sagte der an beiden Schwarzacher Toren beteiligte Eichelbrönner. Sofern es die Witterung zulässt, spielt der SC noch gegen Marktbreit und in Leinach.

Die Statistik des Spiels

Bayern Kitzingen – SC Schwarzach 0:2 (0:1)

Kitzingen: Nöth – Gröll (83. Lutsch), Benedikt Straßberger, Lambrecht (62. Donaldson), Kressmann – Gaubitz, Schlarb – Schmidt, Hartmann, Safsafi (46. De Luca) – Wunder.

Schwarzach: Schnur – Rabenstein, Bürkner, Schulz (50. Unger), Weckert – Keilholz, Gutsche – Eichelbrönner, Scheidler, Laudenbach (84. Daniel Lang) – Soldner (71. Diemer).

Schiedsrichterin: Grams (Keilberg).

Zuschauer: 140.

Tore: 0:1 Florian Soldner (10.), 0:2 Nico Eichelbrönner (85.).

Besonderheit: Nöth hält Foulelfmeter gegen Soldner (19.).

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