SCHACH

Der Titel scheint schon jetzt verloren

Früher Rückschlag für die Kitzinger in der Regionalliga: Sie fügen sich gegen Klingenberg in eine Niederlage, die weitreichende Bedeutung haben könnte.
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Alparslan Yalcin gelang am Kitzinger Spitzenbrett zwar kein Sieg, aber ein Achtungserfolg.
Regionalliga Nordwest

 

SC Kitzingen 05 – SK Klingenberg 3,0 : 5,0  
SF Sailauf – SK Bad Neustadt 3,5 : 4,5  
PTSV SK Hof – Kronacher SK 3,0 : 5,0  
SV Stetten – FC Marktleuthen 4,0 : 4,0  
SC Höchstadt/Aisch – TSV Rottendorf 2,5 : 5,5  

 

 

1. (1.) TSV Rottendorf 2 2 0 0 11,5 4  
2. (3.) SK Klingenberg 2 2 0 0 9,5 4  
3. (4.) Kronacher SK 2 1 1 0 9,0 3  
4. (4.) SK Bad Neustadt 2 1 1 0 8,5 3  
5. (1.) SC Kitzingen 05 2 1 0 1 9,0 2  
6. (4.) SV Stetten 2 0 2 0 8,0 2  
7. (4.) SC Höchstadt/Aisch 2 0 1 1 6,5 1  
8. (9.) FC Marktleuthen 2 0 1 1 6,0 1  
9. (8.) SF Sailauf 2 0 0 2 7,0 0  
10. (9.) PTSV SK Hof 2 0 0 2 5,0 0  

 

SC Kitzingen 05 – SK Klingenberg 3:5. Mit Klingenberg empfingen die Kitzinger den wohl stärksten Konkurrenten im Titelkampf. Die Heimpremiere fand im neuen Spiellokal, dem Stadtteilzentrum Siedlung, statt. Wer eine spannende Partie erwartet hatte, war nach vier Stunden eines Besseren belehrt. Dass der SC mehr oder weniger chancenlos mit 3:5 unterging, lag zum einen am Fehlen zweier Stammkräfte, zum anderen am mangelnden Biss der Kitzinger: Sie gewannen keine einzige Partie.

Den Aufstellungen nach waren die Gäste in Topbesetzung leichter Favorit. Und die gegnerische Strategie trug zeitig Früchte: Alexander Kliche und Istok Ferlan holten so gut wie nichts aus ihren Weiß-Eröffnungen heraus. Nur kurz hintereinander ergaben sie sich im frühen Mittelspiel ins Remis. Schon nach etwa drei Stunden zogen die Klingenberger durch einen Doppelschlag entscheidend davon: Konstantin Kunz musste sich dem druckvollen Spiel des Gegners, der permanent Drohungen gegen Kunz' König aufstellte, geschlagen geben.

Markus Sendner hatte aus der Spieleröffnung strategische Stellungsnachteile mitgenommen. Der Gast spielte positionell auf ein Tor und verwandelte sein positionelles Übergewicht zum ganzen Punkt. Ingolf Gernert hatte seine Stellung jederzeit im Griff, viel mehr konnte er aber nicht herausholen, so dass er das Remisangebot des Gegners annahm.

Einen Achtungserfolg erreichte am Spitzenbrett Alparslan Yalcin. Gegen den deutlich höher eingeschätzten Klingenberger musste er jedoch hart kämpfen, um den halben Punkt zu sichern. Nach äußerst fragwürdiger Eröffnung kniete er sich in die Stellung hinein, er verteidigte zäh und erfindungsreich, bis der Gegner seine Gewinnbemühungen einstellte. Georg Kwossek stand nach missglückter Eröffnung ebenfalls bedenklich. Doch mit so zäher wie origineller Verteidigung befreite er sich vom Druck und bekam am Ende aktives Gegenspiel. In beidseitiger Zeitnot entschied sich Kwossek dann für ein Remisangebot, das angenommen wurde.

Erneut war der Schlusspunkt Mannschaftsführer Matthias Basel vorbehalten. Nach aggressiver Eröffnungsbehandlung gab er seinen klaren Vorteil quasi einzügig auf – und kämpfte in schlimmer Zeitnot gegen die drohende Niederlage. Erstaunlicherweise griff aber auch der Klingenberger trotz großem Zeitpolster mehrfach daneben; als er kurz vor Schluss die letzte Gewinnfortsetzung übersah, einigten sich die beiden Kontrahenten auf Remis. Offensichtlich hatten sie sich aufgrund des entschiedenen Mannschaftskampfes immer wieder Unkonzentriertheiten erlaubt.

Nach diesem Rückschlag ist für die Kitzinger das Ziel Wiederaufstieg zunächst in weite Ferne gerückt. Der SC muss nun sowohl die eigenen Partien gewinnen als auch auf einen Ausrutscher der Klingenberger hoffen. Gelegenheit dazu gibt es bereits in anderthalb Wochen, wenn Kitzingen gegen Stetten antritt.

Unterfrankenliga

 

SV Würzburg II – SC Schweinheim 5,5 : 2,5  
SC Obernau – SC Kitzingen 05 II 4,5 : 3,5  
SK Mömbris – SC Prichsenstadt 4,0 : 4,0  
SK Klingenberg II – TV Faulbach 5,5 : 2,5  
SK Mainaschaff – SC Bad Königshofen 3,0 : 5,0  

 

 

1. (2.) SV Würzburg II 3 3 0 0 16,5 6  
2. (1.) SK Mainaschaff 3 2 0 1 14,5 4  
3. (4.) SC Bad Königshofen 3 2 0 1 13,5 4  
4. (3.) SC Schweinheim 3 2 0 1 12,0 4  
5. (5.) SK Mömbris 3 1 1 1 12,0 3  
6. (6.) SC Prichsenstadt 3 1 1 1 11,5 3  
7. (8.) SC Obernau 3 1 0 2 11,5 2  
8. (9.) SK Klingenberg II 3 1 0 2 11,0 2  
9. (7.) SC Kitzingen 05 II 3 1 0 2 10,5 2  
10. (10.) TV Faulbach 3 0 0 3 7,0 0  

 

SK Mömbris – SC Prichsenstadt 4:4. Punktgewinn oder Punktverlust? Angesichts dessen, dass Mömbris an sieben von acht Brettern nominell stärker besetzt war, darf das Ergebnis für Prichsenstadt als Erfolg gewertet werden. Dabei hatte es anfangs so ausgesehen, als sei sogar mehr drin. Routinier Manfred von Golitschek brachte die Gäste in Führung. Er kam mit den weißen Steinen gut in die Partie und baute seinen Vorteil Zug um Zug aus.

Etwas kurios mutete der Sieg Annette Burzlers an. Ihr Gegner vergaß in gedrückter Stellung die Uhr zu drücken und verlor auf Zeit. Mit einer soliden Leistung an Brett acht trug Dominik Schwarz ein Remis bei. Kurz vor der heißen Phase war auch das Spitzenspiel entschieden. In einer beiderseits auf hohem Niveau geführten Begegnung gelang es weder Michael Ziegler noch seinem Mömbriser Gegner Michael Pfarr entscheidende Vorteile zu erzielen, und man schloss schließlich Frieden.

Ein Wechselbad durchlief Thomas Steinhauser an Brett zwei. Nach missratener Eröffnung konnte er sich zunächst aus einer schlechten Stellung herauswursteln – und hatte sogar die Chance, in Vorteil zu kommen. Diese Gelegenheit verpasste er jedoch, und so musste er mit einer ganzen Figur weniger um das Remis kämpfen. Fünf Stunden lang waren manche Verrenkungen nötig, um das scheinbar Unmögliche noch zu vollbringen und den halben Punkt zu sichern. Angestachelt durch den Spielstand wich Dieter Krenz einer Zugwiederholung aus, um sogar noch etwas mehr zu erreichen. Schließlich musste er einsehen, dass seine Stellung nicht mehr hergab.

Damit waren die vier Punkte zum Remis gesichert. Helmut Lindner und Wolfgang Schmitz hatten zuvor ihre Endspiele verloren. Mit diesem Teilerfolg hat der SC Prichsenstadt den Anschluss ans Mittelfeld geschafft. In vier Wochen in Klingenberg wird das Team erstmals in dieser Saison als Favorit starten.

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