TISCHTENNIS

Bastian Herberts Teil-Rückzug

Er zählte zu den besten Nachwuchsspielern Bayerns und zum Landeskader. Aus dem hat sich der Etwashäuser verabschiedet. Freiwillig, weil ihm etwas anderes wichtiger ist.
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Tischtennis in der Bayernliga-Mannschaft des TV Etwashausen bleibt für Bastian Herbert wichtig.

Das Jahr 2017 war für Bastian Herbert ein Jahr der Entscheidung. Soll der 16-Jährige, der es bis in den deutschen Förderkader geschafft hat und im Vorjahr deutscher Vizemeister der Jugend im Doppel geworden war, seinen hoffnungsvollen Weg beenden? Dabei war er bereits mit Vorschusslorbeeren bedacht worden. Erfolge hatten sich längst bei ihm eingestellt. So war er 2016 bayerischer Meister der Schüler in Einzel, Doppel und Mixed geworden. Im April trat er beim Deutschland-Pokal für Bayern gegen die Vertreter anderer Bundesländer an und schaffte dort eine 4:1-Bilanz.

Bei seinem Klub, dem Tischtennis-Bayernligisten TV Etwashausen, gilt er für viele als das größte Talent, das die Abteilung in ihrer bald 42-jährigen Geschichte bislang hervor gebracht hat. Trotzdem machte er Schluss. Jedenfalls mit den Auswahlmannschaften. Herbert entschied sich dafür, an der Tischtennisplatte kürzer zu treten und dem Beruf den Vorrang zu geben. Nach Abschluss der Schule begann er im Sommer eine Schreiner-Lehre, die er mit einem Berufsgrundschuljahr startete. Später soll es in den elterlichen Betrieb gehen. Diesen Weg will er einschlagen.

Wenige Monate später ist der Teenager sicher: „Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung für mich! Ich habe lange darüber nachgedacht, aber ich glaube, dass der Weg richtig ist.“ Der Beruf, die Schule und der Sport in dem bisherigen Ausmaß funktionieren nicht mehr zusammen. Das merkte er bereits in den Monaten zuvor, als sein Realschul-Abschluss anstand. „Ich war jedes zweite Wochenende weg auf irgendeinem Turnier. Das war mir einfach zu viel.“

Bisweilen vermisse er den Sport, das gezielte Training und manche aus dem Bayernkader, die er dort als Freunde gewonnen habe. Aber das Gefühl, er hätte eine große Chance liegen lassen, beschleicht Bastian Herbert nicht. Noch höher einzusteigen im Tischtennis, erschien ihm zu gewagt. Jeden Tag trainieren wollte er dann doch nicht.

Nach wie vor steht Bastian Herbert dagegen bei seinem Heimverein an der Platte. „Für das Training bleibt schon noch Zeit, da gehe ich auch regelmäßig hin.“ Mit den Herren spielt er in der Bayernliga Nord und tritt dort auf Position zwei an. Acht Siege und sieben Niederlagen lautet seine Bilanz aus der Vorrunde. „Das ist auf jeden Fall ausbaufähig, zufrieden bin ich nicht“, kommentiert er sein Abschneiden selbstkritisch. Mit seiner anderen Entscheidung des Jahres 2017 dagegen schon!

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