KITZINGEN

"Smileys" sollen Raser bremsen

Die Kitzinger Gartenstraße, vor etwa einem halben Jahr frisch saniert unter die Räder gekommen, hat noch Defizite: Die betreffen Raser und wild parkende Eltern.
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Am Kindergarten in der Gartenstraße in Kitzingen sollen Autofahrer durch zusätzliche Schilder zur Vorsicht ermahnt werden. Ebenso appellierte der Stadtrat an die Vernunft der dort parkenden Eltern.

Um den Verkehr ging es in der Sitzung des Verwaltungs- und Bauausschusses der Stadt Kitzingen am Donnerstag. Noch einmal zur Sprache kam die Aussprache mit der für den Landkreis Kitzingen zuständigen Sonja Schwarz vom Staatlichen Bauamt Würzburg in der letzten September-Sitzung. Unzufrieden waren die Stadträte Thomas Steinruck (KIK) und Jens Pauluhn (Ödp).

„Ich hatte erwartet, dass sie mehr auf unsere Wünsche eingeht“, monierte Steinruck. Pauluhn schloss sich der Kritik an, da „die Wünsche unserer Bürger, die wir vertreten, abgeschmettert“ wurden. Hans Schardt (ProKT) freute sich dagegen, „dass Frau Schwarz ihr Wort gehalten“ habe. Die Teilerneuerung der maroden Kaltensondheimer Straße werde wie angekündigt durchgeführt. Eine Ausschreibung sei veröffentlicht.

In weiten Teilen folgten Stadtverwaltung und Ausschuss dem Antrag der Freien Wähler, in der neu gestalteten Gartenstraße die Verkehrssituation noch einmal zu verbessern.

Um die Autofahrer zum langsamen Fahren in der Tempo-30-Zone aufzufordern, werden in beiden Richtungen zwei Geschwindigkeitsanzeigen, so genannte „Smileys“, dauerhaft angebracht. Diese zeichnen das Tempo der Verkehrsteilnehmer auf. An beiden Zufahren wird zu den bereits bestehenden Schildern auf den Boden die große „30“ aufgemalt. „Dass diejenigen, die nur auf die Straße schauen, es auch sehen“, merkte OB Siegfried Müller an.

Markiert werden auch zwei weitere Parkplätze. Das stelle keinen baulichen Eingriff dar. Weitere Parkplätze anzulegen, könnte aber zum Problem werden, nachdem die Gartenstraße als Haupterschließungsstraße ausgelegt wurde und ein bewusst behinderter Verkehrsfluss nicht im Sinne des Fördergebers sei, der sich an den Ausbaukosten beteiligt habe.

Im Bereich des Kindergartens wird zudem in beiden Fahrtrichtungen das Gefahrenzeichen 136 der Straßenverkehrsordnung aufgestellt. Das Schild warnt Autofahrer davor, dass sich hier Kinder auf der Straße befinden oder darüber laufen können.

Nicht durchführbar sei die Reduzierung des Durchgangsverkehrs durch entsprechende Beschilderung. Müller erklärte, dass eine Anliegerstraße weniger Förderung erhalte als eine Haupterschließungsstraße. Eine Umwidmung der Gartenstraße hätte deshalb finanzielle Nachteile nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Anwohner, die in der Folge mit einem höheren Anliegeranteil rechnen müssten. Um das zu verhindern, lehnte der Ausschuss diesen Punkt des Antrags einstimmig ab.

Vorerst aus dem Antrag genommen wurde die Schaffung von zusätzlichen Parkplätzen für den Kindergarten. „Da kommt noch etwas“, kündigte Dietrich Hermann (FW) an. Dennoch regte das Thema zur Diskussion an. Dass Eltern beim Bringen und Abholen ihrer Kinder noch erzogen werden müssten, da waren sich Pauluhn und Müller einig. „Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zum Kindergarten bringen und halb auf dem Gehweg halten, behindern Eltern, die mit dem Kinderwagen kommen“, sagte Pauluhn und erhielt die Zustimmung des OB: „Ich stelle es jeden Morgen fest, dass die Autos am Kindergarten kreuz und quer, links und rechts parken. Wenn sie ihre Kinder zudem noch auf der Straßenseite aussteigen lassen, graust es mir“, so Müller.

Dem Auftrag für die Landschaftsarbeiten zur Renaturierung des Bimbachs in Höhe von rund 97 000 Euro durch die Firma Albrecht Haupt aus Iphofen stimmte der Rat einstimmig zu. Durchgeführt werden soll das von November bis Februar.

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