RÖDELSEE

Rödelsee: Schlamm wie einst in Woodstock

Der Bürgermeister als Joe Cocker, Peace-Zeichen und Hippies, so weit das Auge reicht: Wie die Rödelseer für eine Wette ein Festival-Feeling wie 1969 geschaffen haben.
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Jetzt verstehen diese Rödelseer Kinder viel besser, wenn ihre Opas und Omas mit leuchtenden Augen von Woodstock schwärmen.
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Woodstock lebt! Und wie! Sogar geregnet hat es am Freitag in Rödelsee wie einst beim Original von 1969. Zum Finale der „Muntermacher-Tour“ waren Dany Füg und Daniel Pesch von Radio Charivari zu Gast in Rödelsee. Und wie zuvor in Hafenlohr, Uettingen, Thüngen und Frickenhausen hatte das Duo des Würzburger Senders frühmorgens um kurz nach sieben Uhr den Gastgebern eine Wette angeboten: Wetten, ihr schafft es nicht, euren Ort in fünf Stunden in Woodstock zu verwandeln.

„Double D“, wie Bürgermeister Burkhard Klein die beiden Moderatoren nannte, sollten sich gewaltig täuschen. Möglicherweise haben sie auch eine der zusätzlichen Aufgaben bereut, nämlich ein Schlammbad aufzubauen. Denn in dieses durften Dany Füg und Daniel Pesch am Schluss auch eintauchen.

489 Hippies

Rödelsee hat seine Wette locker gewonnen: Statt der geforderten 250 als Hippie verkleideten Personen wurden 489 gezählt. Und die 25 Leute mit langen Haaren waren dabei ein Klacks für Rödelsee, seine Ortsteile und Nachbarorte. Nicht zuletzt, weil Weinprinzessin Annika Zippelius auch von Haus zu Haus ging und die Menschen animierte mitzumachen. Peace-Anhänger, Blumen, Haarkränze, Stirnbänder, „Joints“, Plakate und vieles mehr zählte zu den Accessoires, die ein Woodstock-Feeling aufkommen ließen. Die Musik von Donny Vox tat ihr Übriges.

Bürgermeister Klein hatte die Hinweise der Radioleute zur Wette richtig interpretiert und früh auf Woodstock als Aufgabe getippt. Entsprechend schnell konnte das Projekt anlaufen: Weit mehr als die geforderten fünf Oldtimer standen auf dem Platz, Musiker waren da, Zelte und Hippies - Alt und Jung, denn auch Schul- und Kindergartenkinder waren auf den Beinen. Sogar Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Friedrich Amberger machte mit.

Mit rauchiger Stimme

Und Bürgermeister Burkhard Klein. Natürlich auch ein Hippie. Perücke, lackierte Fuß- und Zehennägel und mit kräftig-rauchiger Stimme ausgestattet. Letztere brauchte er für seine spezielle Aufgabe: Er gab den Joe Cocker mit „With a Little Help from My Friends“. Und er gab ihn wirklich. Ob er fortan nun Joe Klein oder Burkhard Cocker heißt? Die von den Fans lautstark geforderte Zugabe ließ jedenfalls nicht auf sich warten: „You Can Leave Your Hat On“. „Er ist manchmal schon ein verrückter Kerl, aber heute war er gut“, kommentierte Renate Klein, Mutter des Bürgermeisters, den Auftritt ihres Sohnes.

Das Wichtigste war, dass die Wette gewonnen wurde. Dafür gab es vom Ochsenfurter DM-Drogeriemarkt 3000 Euro. Jeweils ein Drittel bekommen Kindergarten, die Jugend und die Aktion Rödelsee hilft.

Es wird weiter gefeiert

„Das ist richtig geil“ kommentierte Ober-Hippie Klein. „Das Fest war nicht das letzte Hippie-Fest in Rödelsee“, versprach er. Auch der Sand vor dem Elfleinshäusla bleibt liegen, bis der Sommer vorbei ist. Danke sagte Klein auch an Dany Füg und Daniel Pesch, die im Dorf etwas geweckt hätten, nämlich die Erkenntnis, „ich kann mich einbringen und ich bin Teil der Veranstaltung“.

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