KITZINGEN

Für die Feuerwehr: Dem Ernstfall folgt die Übung

Es ist noch keine zwei Wochen her, da war das, was die Kitzinger Feuerwehren am Samstagnachmittag übten, der Ernstfall: Feuer in der Klinik Kitzinger Land.
Artikel einbetten
Bergung von Verletzten auf dem Kamin der Heizanlage der Klinik Kitzinger Land: Oberbürgermeister Siegfried Müller, Stadtbrandinspektor Markus Ungerer, Vorstand Thilo Penzhorn, die beiden Stadträte Andreas Moser und Astrid Glos sowie Uwe Pfeiffle von der Klinikverwaltung beobachten den Feuerwehreinsatz.FOTO Robert Haaß

Es ist noch keine zwei Wochen her, da war das, was die Kitzinger Feuerwehren am Samstagnachmittag übten, der Ernstfall: Feuer in der Klinik Kitzinger Land. Vor zwei Wochen ist alles gut gegangen, am Samstag war das Szenario noch deutlich drastischer.

So schnell kann es gehen: Bohrarbeiten auf der Baustelle der Klinik Kitzinger Land. Eine Bodenfuge erhitzt sich zu stark, Rauch und Feuer entwickeln sich. Die Bauarbeiter versuchen gleich den Brandherd zu löschen – vergeblich. Schnell war die Kitzinger Feuerwehr alarmiert und vor Ort, der Brand richtete keinen größeren Schaden an.

Alarm über Funk

Schnell ging es am Samstagnachmittag. Stadtbrandinspektor Markus Ungerer hatte gerade die Information der Gäste, unter ihnen Oberbürgermeister Siegfried Müller, die beiden Klinikvorstände Thilo Penzhorn und Uwe Pfeiffle beendet, als über Funk der Alarm startete.

Rauchentwicklung auf der Baustelle der Klinik, so lautete die Vorgabe. Während der Anfahrt der Einsatzkräfte erschüttert eine Explosion das Gebäude. Vier Minuten nach der Alarmierung fahren die ersten Feuerwehreinsatzfahrzeuge auf das Gelände, im Alltag müssten drei bis vier Minuten dazugegeben werden. Zwischenzeitlich wird bekannt, dass 18 Verletzte im Bereich der Baustelle liegen, unter anderem auch auf dem hohen Kamin der Heizanlage.

Ungerer erklärt, warum jetzt noch nichts passiert, die Fahrzeuge vor der Klinik stehen, aber keiner aussteigt. „Der Einsatzleiter muss erst die Lage sichten“, sagt er. Erst wenn die Situation einigermaßen geklärt ist, kommen die Feuerwehrler zum Zuge. Denn ansonsten könnte Chaos ausbrechen, wenn jeder versucht zu helfen, aber die Koordination fehlt.

Und der Einsatzleiter muss immer versuchen, die Lage im Blick zu behalten. Bei einem größeren Feuer in Etwashausen, so Ungerer, hatte er am Ende 20 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Soviel zur Fitness der Einsatzkräfte. Fitness brauchen auch die Leute am Samstag. Auch wenn die Temperaturen herbstlich sind: Die Sonne scheint und in den dicken Anzügen, dazu der Atemschutz, da wird es sicher ganz schön warm.

40 Leute im Einsatz

Dass die Feuerwehren eine solche Übung ernst nehmen, zeigt auch die Größe des Einsatzes: Gut 25 Männer und Frauen der Stadtfeuerwehr waren ebenso dabei wie je elf Kräfte aus Hoheim und Sickershausen, zehn aus Hohenfeld und fünf aus Repperndorf, dazu fünf Mitarbeiter der Notfallseelsorge.

Für etliche Patienten des Hauses war die Übung eine willkommene Abwechslung im Alltag. Diesmal waren sie nicht direkt davon betroffen, aber das wird kommen, wie Penzhorn ankündigte: Künftig werden stationsweise Feuerübungen durchgeführt werden und das jeweils in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Denn, wie Ungerer sagte: „Sag niemals nie, denn es wird passieren.“

Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.