GLOSSE

Der Wochenrückblick:: Von Märchen und Gerüchten

Gerüchte entstehen, wen man A hört, B versteht und C erzählt - unser Wochenrückblick voller Gerüchte:
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Schon die Geißlein-Mutter hob warnend die Stimme: „Liebe Kinder, ich will hinaus in den Wald, seid auf der Hut vor dem Wolf! Wenn er hereinkommt, frisst er euch alle mit Haut und Haar.“

Genau: So haben wir es bei dem Grimm-Märchen vom „Wolf und den sieben Geißlein“ vorgelesen bekommen. Ähnlich war es bei „Rotkäppchen“, was haben wir uns vor dem „bösen Wolf“ in Großmutters Bett gegruselt. Spätestens da war klar, dass der Wolf niemals zu unserem engeren Freundeskreis gehören würde. Machte aber nichts, weil es Wölfe ja nur im Märchen gab.

Raus aus den Märchen

Genau das scheint sich gerade zu ändern: Der Wolf ist zurück. Raus aus dem Märchen, hinein in unsere Wälder. Diese Woche tauchte das Gerücht auf, dass im Iphöfer Stadtwald – der es immerhin auf stattliche 2200 Hektar bringt – womöglich ein Wolf umherstreift. Sogar in den Stadtrat hat es das Thema schon geschafft, allerdings ohne erhellende Erklärungen.

Woher das Gerücht stammte, ließ sich trotz aller Anstrengungen nicht mehr herausfinden. Einen Augenzeugen scheint es jedenfalls nicht zu geben. Womit zu vermuten ist, dass es wohl so gelaufen ist, wie es fast immer bei Gerüchten läuft: Man hört A, versteht B und erzählt dann munter C.

Der tägliche Stau

Zeit genug, sich über den Mythos Wolf Gedanken zu machen, haben wir ja im Moment – zumindest alle, die jeden Tag zwischen Biebelried und Rottendorf im B 8-Stau stehen. Wenn es mal wieder länger dauert, erinnert man sich womöglich – unfreiwillig auf der Biebelrieder Umgehung stehend – an die Zeit zurück, als es genau diese Umgehung noch nicht gegeben hatte. Die Fahrt durch Biebelried war zwar beschwerlich – aber es ging. Ohne Stau. Heute reicht die Reduzierung von zwei auf eine Spur und das Chaos bricht aus. Was sicher auch ein Indiz dafür ist, wie heftig der Verkehr zugenommen hat.

Verschwörungstheorie

Der Grund für die Baustelle ist übrigens, dass der Fahrbahnbelag gemacht werden muss. Was man sich schon allein wegen besagter Dauerbelastung gut vorstellen kann. Trotzdem gab es einige, die den Sinn der Maßnahme anzweifelten und dazu aufforderten, den wahren Grund zu recherchieren. Damit sind wir wieder bei den Gerüchten. Das Straßenbauamt als Teil einer Verschwörungstheorie. Den Gebrüden Grimm hätte das sicher gefallen.

Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren aufgefallen ist.

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