DETTELBACH

Ehrlicher Finder bringt Geldbeutel zurück

Burkard Zugelder hat Pech gehabt und gleich danach Glück. Er hat seinen Geldbeutel verloren und wieder bekommen. Ein syrischer Flüchtling war der ehrliche Finder.
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Burkard Zugelder hat Glück gehabt: Er hat seinen Geldbeutel verloren und wieder gefunden. Der ehrliche Finder war ein syrischer Flüchtling, der seit zwei Jahren in Dettelbach lebt.

Burkard Zugelder aus Dettelbach hat Pech gehabt und gleich danach Glück. Er hat seinen Geldbeutel verloren, ihn abgeschrieben und dann doch wieder bekommen. Ein syrischer Flüchtling war der ehrliche Finder.

Es ist schon fast ein Klassiker, der dem Dettelbacher Burkard Zugelder am Dienstag passiert ist. Er war in der Sparkasse in Dettelbach, hat Geld abgehoben. Beim Einsteigen ins Auto hat er seine Jacke auf den Rücksitz gelegt und den Geldbeutel kurz aufs Dach. Und dann ist er losgefahren.

Erkenntnis kommt zu spät

Wenig später und ein paar Straßen weiter kam die Erkenntnis: „Mist, der Geldbeutel.“ Der lag nicht auf der Mittelkonsole, wo er hingehörte. Aber da war es schon zu spät. Die schwarze Ledertasche hatte sich längst verabschiedet. Mit über 300 Euro in kleinen und größeren Scheinen, allen Papieren, die man so dabei hat, vom Führerschein bis zur EC-Karte oder der Tankkarte der Firma. Zugelder kehrte sofort um, die Fahrt zurück zur Sparkasse brachte aber kein Ergebnis, der Geldbeutel war weg.

Sofortmaßnahmen

Zugelder leitete die üblichen Sofortmaßnahmen ein. Vor allem ließ er die EC-Karte sperren und besorgte sich umgehend eine neue Tankkarte. Nach dem Motto, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, holte er sich die entsprechenden Bemerkungen ab, als er der Familie sein Missgeschick gestanden hat. „Wann wirst du endlich erwachsen“, sagte die Mutter des 49-Jährigen. Man war sich einig, Geld und Karten sind weg. Er ging zur Tagesordnung über und fuhr nach Regensburg.

Der unerwartete Anruf

Auf der Fahrt erreichte ihn dann eine Anruf der Tochter, die dem ungläubigen Vater mitteilte: „Der Geldbeutel ist wieder da.“ Und: Ein syrische Flüchtling habe ihn gerade abgegeben. Der heißt Nawras Abouzedan, lebt seit zwei Jahren in Dettelbach, mit Frau und Kind, das derzeit den Kindergarten besucht.

Die Überraschung bei Zugelder war jedenfalls ebenso groß wie die Erleichterung, die Freude und die Überzeugung, dass die Geschichte an die Öffentlichkeit muss. „Gerade in diesen aufgeregten Zeiten „mit vielen negativen Schlagzeilen zum Thema Asyl und Flüchtlinge“, sagte er. Er sieht darin die Möglichkeit, den Bürgern vielleicht ein bisschen die Angst zu nehmen und zu zeigen, dass „das ganz normale Leute sind“.

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