KITZNGEN

E-Autos: Deutschlands verpasste Chance

Zum „Kitzinger Frühling“ am Sonntag (13 bis 18 Uhr) sind auch Elektroautos in der Kaiser- und Luitpoldstraße zu sehen. Dazu Fragen an E-Mobile-Vorreiter Lothar Pfeuffer.
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E-Mobilität
ARCHIV - ILLUSTRATION: Ein rotes Stromkabel liegt hinter einem elektrisch angetriebenen BMW i3.

Zum „Kitzinger Frühling“ am Sonntag (13 bis 18 Uhr) werden auch Elektroautos in der Kaiser- und Luitpoldstraße zu sehen sein. Dazu Fragen an den Kitzinger Unternehmer und E-Mobile-Vorreiter Lothar Pfeuffer.

Warum ist E-Mobilität mehr als eine Liebhaberei?

Lothar Pfeuffer: Als täglicher Benutzer stellt man schnell fest, dass man mit 130 Kilometer Reichweite 90 Prozent aller Fahrten problemlos bewältigen kann.

Wie wurden Sie zum Elektroauto-Fan?

Pfeuffer: 2012 bin ich zum ersten Mal mit einem Elektroauto gefahren. Das leise Dahingleiten und die wesentlich geringere Komplexität – kein Getriebe, Keilriemen, Auspuff, Ölwechsel – haben mich als technisch Interessierten fasziniert.

Mit welchen Vorurteilen haben E-Auto-Fans zu kämpfen?

Pfeuffer: Viele glauben, dass ein Auto die gewohnten 600 Kilometer Reichweite haben muss. 80 Prozent fahren täglich weniger als 50 Kilometer, 90 Prozent des Tages steht das Auto irgendwo. Von Kitzingen aus sind Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg, Fulda weniger als 170 Kilometer entfernt. Aktuelle Elektroautos schaffen das mit Hin- und Rückfahrt ohne oder mit sehr kurzem Nachladen.

Fühlen Sie sich als Rufer in der Wüste?

Pfeuffer: Nein, ganz und gar nicht. Wer einmal ein Elektroauto übers Wochenende Probe gefahren ist, möchte es nicht mehr missen. Beim Aufbau von Infrastruktur verhallt allerdings mein Rufen weitgehend. Die zwei Ladepunkte im Kitzinger Innenstadtbereich sind nicht wirklich zeitgemäß und nicht barrierefrei. Hier sollte ein Konzept auf den Tisch, sonst rauschen die Fördermillionen des Bundes an Kitzingen vorbei.

Wie viele Kilometer saßen Sie schon im E-Auto?

Pfeuffer: Von Oktober 2012 bis Oktober 2016 waren es 38 000 Kilometer, seit April 2014 kamen über 31 000 Kilometer dazu.

Haben Sie immer die Ladestation rechtzeitig erreicht?

Pfeuffer: Ja, ich bin seit 2012 nie liegen geblieben.

Wie viele Ladestationen gibt es in Kitzingen?

Pfeuffer: Vier. Durchreisende finden außerdem in Volkach, Iphofen, Marktbreit, Ochsenfurt und Eibelstadt Ladesäulen, die noch kostenlos sind. Die nächsten Schnellader im Landkreis sind in Haidt Süd und Nord sowie Geiselwind.

Was muss passieren, damit mehr Menschen Interesse haben?

Pfeuffer: Leider haben Politik und Hersteller es verpasst, Deutschland zum Leitmarkt zu entwickeln. China, Norwegen und die Niederlande sind da schon wesentlich weiter.

Wie ist der aktuelle technische Stand bei den Elektroautos?

Pfeuffer: Ich denke, dass aktuelle Fahrzeuge mit bis 400 Kilometern Reichweite bereits für die meisten Menschen ausreichen. Man wird zukünftig Autos nicht mehr nach Hubraum und PS auswählen, sondern nach benötigter Reichweite.

Was erwartet die Besucher am Sonntag?

Pfeuffer: Frank Stadtelmeyer und ich haben versucht, die reichweitenstärksten Fahrzeuge zu organisieren. So findet man erstmals bei der Automeile zehn Elektroautos, präsentiert von Fahrern mit Praxiserfahrung. Daneben habe ich in der Flugplatzstraße 70 drei bis vier Ladepunkte aufgebaut. Foto: Katrin Pfeuffer

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