ABTSWIND

BDK: Kriminalpolizei braucht dringend Personal

Von Cyberkriminalität bis zum Terrorismus: Neue Aufgabenfelder stellen Polizisten vor Herausforderungen, auch in Franken. Allerdings fehlt es an Kapazitäten.
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Treffen des BDK Landesverbandes Bayern mit (v.l.) MR Alexander Giwitzky, StS Gerhard Eck, Martin Auer, Robert Krieger, PD Stefan Weis, Alexandra Blochum, Andreas Friedrich und Jürgen Schneider.

Die beiden stellvertretenden Landesvorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Martin Auer und Jürgen Schneider, konnten zahlreiche Führungskräfte und Kriminalbeamte aus Unter- und Oberfranken zum Frankentreffen in Abtswind (Lkr. Kitzingen) begrüßen. Wie die beiden Landesvorsitzenden mitteilten, stand die Veranstaltung in diesem Jahr unter dem Motto: „Neue Aufgaben und Befugnisse – Wo bleibt das Personal für die Kriminalpolizei?“

Als Diskussionsgäste kamen aus dem Innenministerium Staatssekretär Gerhard Eck, der Leiter der Personalabteilung, Ministerialrat Alexander Gliwitzky, und Polizeidirektor Stefan Weis.

In seinem Eingangstatement erläuterte Staatssekretär Eck laut Mitteilung, dass für die Bayerische Polizei 2000 zusätzliche Stellen kommen sollen. Allerdings dauere dies noch bis 2020, denn die Beamten müssten ja trotz erhöhter Einstellungszahlen erst ausgebildet werden.

Derzeit können nur die Pensionierungen ausgeglichen werden.

Die Herausforderungen für die Polizei würden immer größer, sei es im Bereich der IT-Kriminalität, Eigentumskriminalität, grenzüberschreitenden Rauschgiftkriminalität oder dem internationalen Terrorismus. Trotzdem, so freute sich Eck laut Mitteilung, könne er sich auf motivierte Kollegen innerhalb der gesamten bayerischen Polizei verlassen. Und deshalb sei Bayern auch das sicherste Bundesland, in dem 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung mit der Arbeit ihrer Polizei zufrieden seien.

Ministerialrat Gliwitzky erklärte, das Hauptproblem seien die erhöhten Ruhestandsabgänge und deshalb könnten aktuell nur die Pensionierungen ausgeglichen werden. Wenn ein Beamter in Pension gehe, dauere es vier Jahre, bis ein Neuer ausgebildet sei. Im Ministerium habe man das zwar bereits berücksichtigt und betreibe seit wenigen Jahren eine sogenannte Vorgriffsausbildung, jedoch seien die Antragsruhestände stark gestiegen, weshalb nun der Nachersatz fehle. Weiterhin gebe es bei der gesamten Polizei neue Herausforderungen aufgrund der aktuellen Sicherheitslage. Über die Verteilung der 2000 Stellen könne erst entschieden werden, wenn das Personal auch ausgebildet sei.

Bereits zurückliegend wurden neue Stellen für die Kriminalpolizei ausgewiesen und besetzt, so wurde etwa der Staatsschutz und die Abteilung Cybercrime verstärkt.

Der anwesende Landesvorsitzende des BDK, Robert Krieger, nahm Bezug auf das Sicherheitspaket von St. Quirin. Er sagte wörtlich: „Das Sicherheitspaket aus St. Quirin liest sich wie ein Aufgabenkatalog für die Kriminalpolizei, weshalb auch mindestens 20-30 Prozent der 2000 zusätzlichen Stellen zur Kripo gegeben werden müssen.“

Von allen Anwesenden wurde unterstrichen, dass dringend zusätzliches Personal bei der Kriminalpolizei gebraucht wird.

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