MAINSTOCKHEIM

Altort im Blick: Wir brauchen wieder einen Kern

Sie sind nicht grundsätzlich gegen das geplante neue Baugebiet An der Wunn II in Mainstockheim. Sie wollen allerdings eine intensivere Diskussion.
Artikel einbetten
Viel Platz: Auf der Höhe über Mainstockheim plant die Gemeinde ein neues Baugebiet, das auf Widerstand stößt.

Sie sind nicht grundsätzlich gegen das geplante neue Baugebiet An der Wunn II in Mainstockheim. Sie wollen allerdings eine intensivere Diskussion über die Umstände und vor allem parallel dazu Maßnahmen für die Aufwertung des Altorts. Am Freitagabend stellte die Bürgerinitiative Pro Mainstockheim vor über 20 Besuchern ihre Ideen vor.

Gut 150 Bauplätze werden es wohl sein, die nach Planung der Gemeinde auf dem Gelände oberhalb des bestehenden Baugebiets Haselberg entstehen könnten. Natürlich nicht sofort, sondern in Abschnitten – die langfristige Projektion sieht dafür einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren vor. Im ersten Abschnitt sollen es rund 30 Grundstücke sein, die für eine Bebauung im Anschluss an die Straße An der Wunn entstehen sollen. Das Gelände liegt auf der Höhe über dem Ort zwischen bestehender Bebauung und der Bahnlinie.

Lange dauerte es nicht, da regte sich Widerstand gegen die Planung vor allem aus dem anschließenden Baugebiet Haselberg. Die Anwohner dort befürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen – zum einen während der Bauphase und auch anschließend durch die neuen Bewohner. Denn die Haupterschließung des neuen Gebiets würde derzeit durch das Wohngebiet erfolgen. Um den Protest Ausdruck zu verleihen, starteten die Baugebietsgegner eine Unterschriftenaktion für ein Bürgerbegehren.

Am Freitag stellten Werner Siebert, Klaus Petter und Peter Brandner die Vorstellungen der Bürgerinitiative der Öffentlichkeit vor. „Keiner von uns will das Baugebiet Wunn II grundsätzlich verhindern, sagte Werner Siebert gleich zu Beginn der Veranstaltung. „Aber wir sind der Meinung, dass für unsere Dorfentwicklung nicht nur neue Baugebiete wichtig sind, sondern auch Maßnahmen, die den Altort aufwerten“, so Siebert weiter.

Zum einen, so wurde bei den Ausführen deutlich, ist es die für den ersten Bauabschnitt fehlende zusätzliche Erschließung, die auf Widerstand stößt. Zudem vermissen die Redner eine Folgekostenrechnung, die ein Baugebiet eigentlich erfordert: Wie sind die Auswirkungen auf Kindergarten, auf Schule, auf die Wasserver- und Abwasserentsorgung, den Verkehr und ähnliches?

Was im Altort fehlt

Gleichzeitig sehen die Initiatoren ein Defizit in der Altortentwicklung. Da fehlt zum einen ein Leerstandskataster, das auch die zukünftige Entwicklung mit einbeziehen sollte. Wichtig ist für sie auch die Lösung des Hochwasserproblems. Hier macht weniger der Main Sorgen, sondern der Riedbach, der erst in diesem Jahr wieder nach einem Starkregen Keller flutete und Schlamm hinterließ.

Natürlich, das machte Peter Brandner deutlich, ist ein Kernproblem Mainstockheims die geografische Lage zwischen Main und dem schnell folgenden Anstieg auf die fränkische Platte. Deshalb auch das langgetreckte Straßendorf mit Ober- und Unterdorf und der Entwicklungsmöglichkeit eigentlich nur auf die Höhe.

Das führt zu einem zersplitterten Dorf, die neuen Wohngebiete hängen außen ohne wirklichen Anschluss an. „Das Dorf muss wieder funktionieren und dazu brauchen wir wieder einen Kern“, so Brandner, dem es weniger gegen ein weiteres Baugebiet sondern vielmehr um Verbesserung der Strukturen in Mainstockheim geht.

In diesem Zusammenhang macht ihm natürlich ein großes Baugebiet mit über 150 neuen Bauplätzen Sorge: „Die Gesamtplanung macht mir schon Angst.“ Klar: Bauwillige Mainstockheimer sollten durchaus die Möglichkeit bekommen, sich den Wunsch nach Wohneigentum zu erfüllen, aber muss es gleich eine solche Dimension annehmen.

Gemeinde voran bringen

Wunsch der Bürgerinitiative ist es schon, auch im Altort Fuß zu fassen und natürlich am besten zusammen mit der Gemeinde Mainstockheim die Entwicklung des Ortes in allen Bereichen voran zu bringen.

Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.