KITZINGEN

Wenn ein Jäger sich selber eine Falle stellt

Es war ein denkbar schlechter Start ins Jahr 2015: Am Neujahrstag kam der Jäger aus seinem Revier gefahren, als er in eine Polizeikontrolle geriet.
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Es war ein denkbar schlechter Start ins Jahr 2015: Am Neujahrstag kam der Jäger aus seinem Revier gefahren, als er in eine Polizeikontrolle geriet. Der Mann musste ins Röhrchen blasen, das 0,56 Promille anzeigte. Danach sollte es zur Blutentnahme auf das Revier gehen, doch der Mann intervenierte pflichtbewusst: Er könne sein Auto nicht einfach so stehen lassen, weil sich zwei Gewehre hinter den Sitzen befinden. Mit diesem Hinweis stellte sich der Jäger – um im Bild zu bleiben – quasi selber eine Falle.

Denn die Polizisten, hellhörig geworden, warfen einen Blick auf die Waffen: Da lagen zwei Bockbüchsflinten? Oder waren es Bockdoppelflinten? Da gab es im Laufe der Ermittlungen zwar gewisse Unklarheiten, fest steht aber: Eine der Waffen war geladen. Und das stellt ein Vergehen nach dem Waffengesetz dar und geht so gar nicht.

Zwar stellte sich später heraus, dass der Jäger nur zwei Schrotflinten dabei hatte, Probleme kamen dennoch auf ihn zu: Zum einen musste er einen Monat seinen Führerschein abgeben, zum anderen flatterten weitere Sanktionen in Form eines Strafbefehls ins Haus. Inhalt: Eine saftige Geldstrafe sowie der Hinweis, dass die Flinte, die geladen im Auto lag, unweigerlich eingezogen werden muss – der Gesetzgeber lässt da keinen Spielraum.

Dass der Jäger Einspruch einlegte und die Sache vor dem Kitzinger Strafrichter Bernhard Böhm verhandelt wurde, hatte einen einfachen Grund: Der nicht vorbestrafte Mann legte Wert auf die Feststellung, dass die Polizei falsch lag und er seinerzeit zwei Schrotflinten und keine sonstigen Waffen mit sich führte.

An den Strafen änderte das indes wenig: Das Fahrverbot hat der Mann bereits hinter sich, die besagte Flinte muss er abgeben – allerdings verringert sich die Geldstrafe.

Weil der Hinweis auf die Waffen im Auto gegenüber der Polizei laut Gericht „honorig“ gewesen sei und die ganze Geschichte letztlich für ihn – wie es der Staatsanwalt ausdrückte – sowieso schon „ziemlich dumm gelaufen“ ist, kommt der 43-Jährige mit einer geringeren Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu je 65 Euro davon.

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