REGION STEIGERWALD

„Verstoß gegen eigenes Konzept“

Lothar Kiennen, der Leiter des Forstbetriebs Arnstein, unternimmt erst gar nicht den Versuch, sich herauszureden. Auf Vorfälle im Krackentännig angesprochen, räumt er freimütig ein: „Sehr gerne“ würde er berichten, dass Informationen oder Beobachtung falsch sind oder ich zumindest einen guten Grund nennen könnte, warum die betreffende Eiche gefällt wurde.
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Lothar Kiennen, der Leiter des Forstbetriebs Arnstein, unternimmt erst gar nicht den Versuch, sich herauszureden. Auf Vorfälle im Krackentännig angesprochen, räumt er freimütig ein: „Sehr gerne“ würde er berichten, dass Informationen oder Beobachtung falsch sind oder ich zumindest einen guten Grund nennen könnte, warum die betreffende Eiche gefällt wurde. „Dem ist leider nicht so.“

Weiter lässt er wissen: „Auch wenn es mir ausgesprochen unangenehm ist, muss ich also leider eingestehen, dass hier ein Fehler gemacht worden ist, für den ich die Verantwortung trage.“ Er habe sich selbst vergewissert, ob sich der geschilderte Sachverhalt wirklich so darstelle, wie behauptet. Hierzu habe er die besagte Eiche nachgemessen und festgestellt, dass sie in der Tat 102 Zentimeter Durchmesser in Brusthöhe habe.

Kiennen: „Nach unserem Naturschutzkonzept sollen aber Eichen über 100 Zentimeter Durchmesser in Brusthöhe als ,Methusalem‘ stehen bleiben. Es handelt sich also tatsächlich um einen Verstoß gegen unser eigenes Konzept, daran gibt es nichts zu deuteln. Das ist sehr ärgerlich.“

Etwas anders verhalte es sich mit dem Speierling. Er habe einen Durchmesser in Brusthöhe von rund 60 Zentimetern. Damit sei er kein klassischer Methusalem-Baum. Kiennen: „Der Speierling wird aber trotzdem stehen bleiben. Speierlinge werden bei uns generell nicht genutzt.“ Georg Sperber hatte 64 Zentimeter gemessen, womit der Baum über der im Methusalem-Programm festgelegten kritischen Grenze von 60 Zentimetern für sonstige Laubbaumarten läge, unter die auch der Speierling fällt.

Kiennen betont, dass in Bayern und darüber hinaus das höchste Aufkommen am sehr seltenen Speierling im Forstbetrieb Arnstein zu finden sei, der 14 500 Hektar Staatswald zwischen Münnerstadt und Uffenheim betreut. Damit trage man eine besondere Verantwortung für diese Baumart. Durch Nutzungsverzicht und Nachzucht bemühe man sich, ihr gerecht zu werden. Diese Aussage gelte ähnlich für Elsbeere und Mehlbeere.

„Den seltenen Baumarten ist ein eigenes Kapitel in unserem Naturschutzkonzept gewidmet. Sie liegen mir sehr am Herzen“, versichert der Leiter des laubholzreichsten Betriebs der Staatsforsten.

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