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Tüfteln für den EM-Titel

Für Landmaschinen lässt Christian Hilpert fast alles stehen. An diesem Wochenende kann er beim Berufswettbewerb in Göteborg Europameister werden.
Der Geiselwinder Christian Hilpert, Landmaschinenmechaniker aus Leidenschaft, ist bei der Europameisterschaft der Berufe in Göteborg am Start.
 
von ANDREAS STÖCKINGER

Dieses Wochenende kann Christian Hilpert Europameister werden. Der 21-jährige Geiselwinder tritt als einer von 24 deutschen Teilnehmern bei den „Euro Skills 2016“ im schwedischen Göteborg an. Bei diesem alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Berufswettbewerb messen sich junge Leute aus 28 europäischen und sieben nicht-europäischen Ländern von 1. bis 3. Dezember. Dort gilt es für sie, bestimmte Aufgaben aus ihrem Fachbereich zu lösen. Hilpert gehört als Bundessieger in seinem Beruf Landmaschinentechniker zum deutschen Aufgebot.

Der junge Mann aus dem Geiselwinder Gemeindeteil Röhrensee hat für seine jungen Jahre einen erstaunlichen Weg hinter sich: Innungssieger, Kammersieger auf Landesebene, der Beste in Bayern und schließlich auch in Deutschland. Und im März absolvierte Hilpert seine Meisterprüfung, danach folgte ein viermonatiges Praktikum in Australien, zuletzt bereitete sich Hilpert gezielt auf die Meisterschaften vor.

„Mein Job ist meine Leidenschaft.“
Christian Hilpert, begeisterter Landmaschinenmechaniker

Dort will er wieder möglichst gut abschneiden unter den über 30 jungen Landmaschinen-Experten. Zunächst einmal ist er ist stolz, dass er in Göteborg antreten darf. Zur Vorbereitung auf den Wettbewerb hat der Mechaniker nicht nur die Unterlagen seiner Meisterprüfung gewälzt. Er reiste eigens zu einer großen Werkstatt in Mönchengladbach, um sich dort noch besser mit der Marke New Holland vertraut zu machen. Das wurde ihm im Vorfeld der EM nahe gelegt, denn dort gilt es, Maschinen dieser Marke zu bearbeiten.

Beim Wettbewerb müssen verschiedene Aufgaben, allesamt im praktischen Teil, gemeistert werden. „Du hast einen Schlepper, der einen Fehler-Code aufweist. Also musst du herausfinden, ist es die Leitung? Ist es das Steuergerät? Was ist kaputt, wie funktioniert das System?“, schildert er die Anforderungen.

Die Bandbreite der Geräte, zu der er in Göteborg gefragt werden kann, ist groß. „Es kann ein alter Dieselmotor, ein Mini-Bagger, eine Motorsäge, eine Sämaschine, ein Häcksler, und so weiter sein. Du musst ein Allrounder sein.“ Hilpert reizt das. Habe man es einmal gelernt, dann wisse man ungefähr, wie es geht.

Das Tüfteln mit Technik, mit Traktoren oder landwirtschaftlichen Maschinen ist für Hilpert nicht nur Beruf. „Mein Job ist meine Leidenschaft“, sagt er, den die Technik von Klein auf interessierte. Vielleicht kam das durch den Opa, der einst Landwirtschaft betrieb. Dort war er immer dabei und half mit. Zuhause haben die Hilperts heute Traktor-Oldtimer, an denen Vater und Sohn gemeinsam schrauben. Ehrgeizig und wissbegierig ist er, wenn was kaputt ist. Er will von Grund auf erkunden, wo der Fehler steckt und wie er ihn beheben kann.

Seine Begeisterung brachte ihn nicht nur bei den Prüfungen weit. Nach der Meisterprüfung bekam er zur Weiterbildung eine Art Stipendium von der Handwerkskammer. „Auf einer Messe fragten sie mich, was ich gerne mal machen will. Ich sagte, ich wolle mein Englisch verbessern. Dann hieß es, AGCO Australien sucht jemanden in Melbourne, als technische Fachunterstützung“, erzählt er. AGCO ist ein riesiges, weltweit tätiges Unternehmen für Landmaschinen.

Das passte Hilpert. Also landete er kurze Zeit später in Melbourne, um dort für vier Monate im Büro einer Großfirma über die Schultern zu schauen. Über Telefon und E-Mail half er bei der Fehleranalyse mit. Das lief so gut, dass er bald für Fendt-Geräte in Australien, Neuseeland, Japan und China als Fachmann galt.

Probleme bereitete höchstens die Sprache, „aber ich habe mich mit meinem Hauptschulenglisch durchgebissen und auch hier viel gelernt“, schaut er zurück auf eine unvergessliche Zeit. Und natürlich gehörte auch eine Reise an der Gold Coast dazu.

Die Australier hätten Christian Hilpert gerne behalten, doch er hat andere Ziele, unter anderem den EM-Wettbewerb. Deswegen traf er sich im Oktober mit den weiteren deutschen Teilnehmern in Esslingen. Dort lernte er auch seinen Experten kennen, mit dem er sich beim Wettbewerb beraten darf. In Göteborg erwarten ihn nun bis Samstag neue Herausforderungen. Mit den Eltern und dem Bruder ist er angereist. Die nötige Unterstützung für seinen vielleicht nächsten großen Schritt hat er also dabei.

Die Euro Skills – Europameisterschaften der Berufe finden dieses Jahr zum fünften Mal statt. Das deutsche Team, das von World Skills Germany und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks gestellt wird, geht mit 24 jungen Fachkräften an den Start. Die Teilnehmer kommen aus dem Handwerk, der Industrie und dem Dienstleistungsbereich. Die Sparten reichen vom Koch, Maurer, Maler, Spengler, CNC-Fräser, über KFZ-Mechatroniker, Fachinformatiker, bis hin zu Kälte- und Klimatechniker.






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