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Senioren als die Treuhänder der Zukunft

Im voll besetzten Sitzungssaal des Landratsamtes eröffnete Landrätin Tamara Bischof die 13. Aktionswochen 60+ des Landkreises - mit einem bangen Blick in die Zukunft.
Landrätin Tamara Bischof und Loring Sittler eröffneten im Landratsamt die Aktionswochen 60+. FOTO: Gerhard Bauer
 

Im voll besetzten Sitzungssaal des Landratsamtes eröffnete Landrätin Tamara Bischof vor Bürgermeistern, Gemeinderäten, Vertretern von Kirchen und der Sozialverbände sowie zahlreichen Senioren die 13. Aktionswochen 60+ des Landkreises.

Sie erinnerte an die Umbenennung im Vorjahr, als aus den Seniorenwochen die Aktionswochen 60+ entstanden und dankte allen Beteiligten für die zahlreichen Beiträge, die zu einem umfangreichen Programmheft führten. Die Aktionswochen dauern bis zum 16. Oktober.

Für das Auftaktreferat hatte die Fachstelle für bürgerschaftliches Engagement und Seniorenfragen Loring Sittler gewonnen. Er kündigte den anwesenden „Gemeinwohlproduzenten“ an, ihnen den Stellenwert bürgerschaftlichen Einsatzes näher bringen zu wollen. Der Begriff Menschenwürde beinhalte, dass jemand tun und lassen könne, was er wolle. Die damit beschriebene Selbstbestimmung dürfe nicht auf Egoismus reduziert werden. Was jemand mache, müsse er ebenso verantworten wie das, was er nicht mache.

„Nach der derzeitigen Lage fährt der Zug voll gegen die Wand.“
Loring Sittler, Referent

Selbstbestimmung beschrieb Sittler als Naturbegabung, was aber nicht bedeute, dass alles automatisch gut sei. Der Mensch lebe davon, dass er in einer Familie, unter Nachbarn, in einer Gemeinde, einem Land und schließlich in einer Welt lebe. Daher stelle nicht er Fragen an das Leben, sondern das Leben an ihn. Menschen im Alter seien daher mit ihrer Lebenserfahrung die Treuhänder der Zukunft. In 13 Jahren gebe es in Deutschland 5,8 Millionen Menschen mehr als heute, die älter als 60 Jahre sind. Niemand spreche darüber, wie diese Herausforderung gemeistert werden kann. Die öffentliche Hand sei jedenfalls überfordert. Die Zahl der Pflegebedürftigen werde sich bis 2030 verdoppeln, die Zahl der über 100-Jährigen vervierfachen.

„Nach derzeitiger Lage fährt der Zug voll gegen die Wand“, erklärte Sittler. 42 Prozent der Bevölkerung engagiere sich außerhalb der Familie ohne öffentliche Mittel, dennoch verkümmerten ältere Menschen in Einsamkeit, da sich niemand um sie kümmert. Es könne auf Dauer nicht gut gehen, dass 2,8 Millionen Menschen in Deutschland neben ihrer vollen Berufstätigkeit noch bis zu 28 Wochenstunden für die häusliche Pflege Angehöriger aufwenden.

Mit der Fachstelle sah er den Landkreis überdurchschnittlich gut aufgestellt. Der von Landrätin Bischof beklagte geringe Zuspruch bei der Ehrenamtskarte liegt nach Sittlers Ansicht an der zu geringen Würdigung. „50 Cent Preisnachlässe sind zu wenig, sinnvoller sind Freifahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln.“

Einem griechischen Philosophen werde die Aussage zugeschrieben, dass jeder alt werden aber nicht alt sein wolle. Diese Erkenntnis sah er unterstrichen mit der Tatsache, dass es Rentnern in Deutschland noch nie so gut gegangen sei wie heute.

Man müsse beim Reden über die Rente jedoch beachten, dass es eine Spirale nach oben wie nach unten gebe. Gutes Einkommen bedeute Gesundheit, bürgerlichen Einsatz und langes Leben. Bei schlechtem Einkommen verlaufe die Spirale umgekehrt. Das Referat hinterließ nachdenkliche Zuhörer, zu denen sich auch Landrätin Bischof zählte.

Das Programmheft ist im Landratsamt und bei Veranstaltern erhältlich. Teilweise Anmeldungen erforderlich. Infos: www.kitzingen.de (Seniorenwegweiser).



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