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Schwere Entscheidung

Landkreis KT Sie wollten den Landkreis Kitzingen zum Zentrum der Vielfalt machen. Doch nun müssen sie nach Nürnberg „auswandern“. Für ihr Flaggschiff, das Saatgut-Festival, gibt es schlicht und einfach keine passende Halle.
Echt riesig: Martin und Barbara Keller könnten sich hinter dieser Artischocke verstecken. Doch das wollen sie gar nicht. Sie ziehen mit ihrem Saatgut-Festival nur deshalb von Iphofen nach Nürnberg, weil das Festival – wie die Artischocke in Kellers Garten – mittlerweile riesig geworden ist.
 
Landkreis KT

Sie wollten den Landkreis Kitzingen zum Zentrum der Vielfalt machen. Doch nun müssen sie nach Nürnberg „auswandern“. Für ihr Flaggschiff, das Saatgut-Festival, gibt es schlicht und einfach keine passende Halle. Das Festival lockte erst in Kitzingen, dann vier Jahre lang in Iphofen jährlich immer mehr Menschen an – bis zur Überfüllung der Karl-Knauf-Halle.

Der Architekt Martin Keller und seine Frau, die Gärtnerin Barbara Keller von der Mainstockheimer Nachhaltigkeits-Initiative open house e.V. schauen mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die rasante Entwicklung ihres „Babys“.

Frage: Wie weh tut es, Iphofen als Gastgeberstadt für das Saatgut-Festival ade zu sagen?

Martin Keller: Sehr weh! Iphofen war unsere Traumstadt, mit der guten Verkehrsanbindung und dem Bahnhof; außerdem ist der Hausmeister der Halle ein Juwel. Wir waren jetzt vier Jahre in Iphofen. Beim ersten Mal hatten wir 500 Besucher, dann war die Halle dreimal überfüllt. Barbara Keller: Und wir lieben den klein strukturierten Landkreis Kitzingen mit seinen vielen Sonderkulturen, Acker- und Gemüsebau, Hobby- und Profigärtnern. So vielseitige Gebiete gibt es nur noch selten. Genau deshalb wäre die Region ja so gut geeignet als Zentrum der Vielfalt und Nachhaltigkeit.

Ursprünglich haben Sie gegen Grüne Gentechnik gekämpft, etwa gegen den Genmais-Anbau. Mittlerweile sind Sie Vorreiter für alle, die natürlich und nachhaltig leben wollen...

Barbara Keller: ... und der Arbeitsaufwand für unseren kleinen Verein wird immer größer. Wir haben zwar tolle, treue Helfer, aber die Organisation müssen mein Mann und ich stemmen. Deshalb sind wir froh, dass wir in Nürnberg Leute gefunden haben, die uns helfen, die Erfahrung und auch finanzielle Mittel haben.

Wer sind diese Leute?

Martin Keller: Die Bewegung heißt „bluepingu“ und setzt sich für eine gerechtere, sozialere und nachhaltigere Welt ein. Ein Teil von bluepingu sind die Stadtgärtner, die öffentliches Gärtnern für alle unterstützen. Mit ihnen arbeiten wir hauptsächlich zusammen. Ein paar Leute kennen wir schon seit Jahren, einer stammt aus Iphofen.

Erhoffen Sie sich von der Metropole Nürnberg und der gleichzeitig laufenden Biofach-Messe auch neues Publikum? Barbara Keller:

Grundsätzlich arbeitet die Biofach auf einer anderen Ebene. Dennoch freuen wir uns über deren Unterstützung genauso wie über die Unterstützung der Stadt, die die Halle direkt am Bahnhof zu einem günstigen Preis zur Verfügung stellt. Und da es von unserer Halle am Bahnhof bis zum Messegelände nicht weit ist, ergänzen sich das Saatgut-Festival und die Biofach sicher sehr gut.

Kommen all Ihre bewährten Aussteller mit nach Nürnberg?

Barbara Keller: Die meisten zum Glück schon.

Und was wird 2015 neu sein?

Barbara Keller: Das Prinzip des Festivals verändert sich nicht. Es kommen internationale Gäste wie die tanzlustigen Saatgut-Experten von „peleti“ aus Griechenland, es gibt spannende Vorträge, eine große Saatgut-Börse mit Tauschtisch für jedermann – hier kann man von Baumspinat bis hin zu tollen Tomatensorten allerhand Samen tauschen – und Vorführungen. Heuer legen wir besondern Wert auf das Gemeinschaftliche – vom Gemeinschaftsgärtnern bis zu generationsübergreifenden Projekten, wie sie die Mainstockheimer Künstlerin Melinda Hillion vorstellt.

Und all das kommt nie wieder in den Landkreis zurück?

Martin Keller: Wir hoffen ganz stark, dass wir einen Weg finden, das Festival wieder zurückzuholen. Ohne Not wären wir nie weggegangen.

Saatgut-Festival am Samstag, 14. Februar

Wo und was: Das Saatgut-Festival findet heuer nicht in Iphofen, sondern in Nürnberg statt, und zwar von 11 bis 17 Uhr im K4 (Künstlerhaus, Königsstr. 93) direkt am Bahnhof. Eintritt: 3 Euro.

Veranstalter: Gemeinsam wollen die Mainstockheimer „Open house“-Initiative und der Nürnberger Stadtgarten („Urban Gardening“) zeigen, welcher Genuss fürs Auge und für den Gaumen die Kulturpflanzenvielfalt und die samenfesten Sorten sind. Die musikalische Umrahmung des Festivals übernimmt „Kleopas Namaste“ aus Griechenland, die Verköstigung ist bio und fair.

Ausstellungen: Heuer geht es um die „Vielfalt der Ähren“, ein Meer voller bunter Tomaten, „Äpfelraritäten: überraschend anders“ und „Die bunte Welt der Kartoffel“.

Programm: 11 Uhr Eröffnung; 15 Uhr Dr. Ulrike Bertram (Uni Bayreuth):

„Saatgutvielfalt erhalten“; 16 Uhr Gebhard Rossmanith (Vorstand Bingenheimer Saatgut): „Sortenvielfalt im Spannungsfeld von Ökonomie und Gesetzgebung – Was macht die EU mit unserem Saatgut?“

Infos: www.openhouse-site.de, www.stadtgarten-nuernberg.de *ldk*



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