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Volkachs wertvollster Schatz strahlt wieder

Drei Jahre lang war die Wallfahrtskirche Maria im Weingarten hinter Schutzplanen versteckt. Fassaden und Dächer wurden für über eine Million Euro saniert.
Die schlanken Fialen am Chor der Kapelle Maria im Weingarten wurden aufwändig restauriert.
 

"Die Arbeiten haben zwar sehr lange gedauert, aber der Aufwand hat sich gelohnt", sagt Robert Pauly. Seit 18 Jahren ist der 63-jährige Volkacher für die Wallfahrtskirche auf dem Volkacher Kirchberg verantwortlich und er ist begeistert. "Maria im Weingarten ist jetzt von außen ein echtes Schmuckstück", sagt Pauly und freut sich über die abgeschlossene Außensanierung der berühmten Wallfahrtskirche, die 1245 erstmals urkundlich erwähnt ist. Zum Abschluss der Renovierungsmaßnahme findet am 5. August ein feierlicher Pontifikalgottesdienst auf dem Kirchberg mit Weihbischof em. Helmut Bauer statt.
Dass der hohe finanzielle Aufwand für die Sanierung der Fassaden und des Daches geleistet werden konnte, gleicht schon fast einem Husarenstück. Stolze 1,05 Millionen Euro flossen in die Renovierung des schmucken Gotteshauses inmitten der Weinberge. Aus Rücklagen und Spenden konnte die Pfarrei St. Bartholomäus selbst 155 000 Euro aufbringen. "Die Mitglieder unserer Pfarrei haben uns wieder großartig unterstützt", sagt Pauly und verweist auf das erst vor kurzem abgeschlossene Renovierungsprojekt in der Stadtpfarrkirche, an dem sich die Volkacher ebenfalls großzügig beteiligt hatten.

Dankbar sind Pauly, der seit Jahrzehnten Mitglied in der örtlichen Kirchenverwaltung ist, und seine Mitstreiter für die Unterstützung durch die Diözese Würzburg. "Ohne deren Fördergelder in Höhe von 325 000 Euro hätten wir das Projekt nicht schultern können", weiß Pauly. Weitere Hilfen kamen von der Stadt Volkach (150 000 Euro), vom Denkmalschutz (120 000 Euro) und von der Bayerischen Landestiftung (50 000 Euro).
Dass ein Millionenprojekt nicht ganz ohne Schulden abläuft, weiß Pauly nur zu gut. So musste die Kirchenverwaltung ein langfristiges Darlehen in Höhe von 250 000 Euro aufnehmen, damit Maria im Weingarten in neuem Glanz erstrahlen konnte. "Weil die Diözese hinter uns stand, war die Entscheidung in der Kirchenverwaltung einhellig."
Der Marsch zu Volkachs wohl wertvollsten Schatz am Mainufer lohnt sich jetzt wieder für Wallfahrer, Einheimische und Touristen. Fast drei Jahre war die Kapelle von einem riesigen Gerüst und großen Schutzplanen verdeckt. "Der Sandstein war vom Wetter arg in Mitleidenschaft gezogen und das Dach auf der Westseite war marode", erinnert sich Pauly. Nach reiflichen Überlegungen entschied die Kirchenverwaltung die Außenrenovierung anzupacken, auch weil "der Sandstein teilweise schon abgebrochen ist".

Für Besucher war der Rundgang um die Kapelle lange Zeit mit Absperrbändern eingeschränkt. Wegen der enormen Schäden an dem Gebäude, vor allem am unteren Gesims und am Putz, war die Kirche nach einer genauen Untersuchung durch das bischöfliche Bauamt nicht überall zugänglich.
2009 begannen die Sanierungsarbeiten mit großem Aufwand. Auf der Nordseite wurde das Fundament freigelegt, Drainagen und Abdichtungssystem wurden neu installiert. Das Dach im Norden und der Chor bekamen neue Ziegel. Alle alten handgeformten Dachziegel, die schon mehr als 100 Jahre überstanden hatten und noch in einem guten Zustand waren, wurden auf der Südseite wieder verwendet, ergänzt mit neuen handgeformten Ziegeln aus dem Freilandmuseum Bad Windsheim.
"Die Kirche hat nicht nur für die vielen Touristen, die den Kirchberg hochpilgern, eine starke Verkündigungsfunktion", ist sich Pfarrer Johannes Hofmann der Bedeutung des Wallfahrtsorts bewusst. Weit mehr als 50 000 Menschen laufen jährlich über den Kreuzweg hinauf auf den Gotteshügel. Der Besuch der Kapelle Maria im Weingarten ist für alle Gläubigen und die Gäste der Region ein absolutes Highlight. Tägliche Führungen nehmen den Besucher mit auf eine einmalige spirituelle und visuelle Reise.
Maria im Weingarten ist ein Ort für viele Anlässe. Unzählige Paare haben sich auf dem Kirchberg schon die ewige Treue geschworen. Regelmäßige Gottesdienste, darunter der Motorradgottesdienst mit Pfarrer Hofmann, und Konzerte runden das umfangreiche Angebot auf dem Weinberg ab.

In den kommenden Wochen rechnet Pauly mit einem verstärkten Andrang am Kirchberg, jährt sich doch im August der Raub der berühmten Riemenschneider-Madonna zum
50. Mal. Dreiste Dieben raubten in der Nacht vom 6. auf 7. August 1962 die wertvolle Madonna im Rosenkranz aus der Wallfahrtskirche.
Dem Herausgeber des Stern-Magazins, Henri Nannen, war es damals zu verdanken, dass das berühmte Werk nur wenige Wochen nach dem Kunstraub wieder auftauchte und nach gründlicher Restaurierung wieder in die Kirche zurückkehrte. Das Diebesgut war damals einem Antiquitätenhändler aufgrund des Aufsehens in der Presse zu "heiß" geworden. Heute kann die Madonna am Kirchberg wieder besichtigt werden, zusammen mit der im Jahre 2002 neuinterpretierten Kirchenausstattung des Würzburger Domkapitulars Dr. Jürgen Lenssen.

Zurzeit werden die Außenanlagen wieder auf Vordermann gebracht. Um die Kapelle herum wird ein Rundweg gepflastert. Wenn Robert Pauly einen Wunsch frei hätte, dann würde er als nächstes noch die mächtige Mauer um den Kirchberg herum renovieren. An mehreren Stellen ist das alte Gemäuer brüchig. Es droht der Verfall.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Samstagsausgabe Ihrer Kitzinger.

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